Eine Tafel mit dem Satz "Do what you love!"

Die Kunststofftechnik bietet viel Raum um sich zu verwirklichen. (Bild: Geralt – Pixabay)

Der "Wertstoff" Kunststoff ist unverzichtbar für das reibungslose Funktionieren unserer Welt. Ohne Kunststoff gäbe es keinen Fortschritt in Themen wie der Reduzierung von Lebensmittelabfällen, der Energie- oder Mobilitätswende. Kunststoff ist der entscheidende Gestaltungsfaktor in diesen Bereichen.

Die Expertise von Ingenieurinnen und Ingenieuren der Kunststofftechnik ist dabei von entscheidender Bedeutung. Doch bereits jetzt gibt es einen Mangel an Fachleuten. Die Zahl der eingeschriebenen Studenten in den entsprechenden Studiengängen deutscher Hochschulen nimmt rapide ab. Eine Kehrtwende ist in naher Zukunft noch nicht absehbar. Wir haben uns in der Branche umgehört und zahlreiche Stimmen Ingenieuren gesammelt, welche die Faszination für dieses Berufsfeld teilen.

„Ein klares JA zum Studiengang Kunststofftechnik!“ von Dipl.-Ing. Heiko Köferl

Mann mit Brille und verschränkten Armen steht vor einem Computerbildschirm
Dipl.-Ing. (FH) Heiko Köferl, Geschäftsführer Koeferl-Consulting, Pfungstadt. (Bild: Heiko Köferl)

BWL sollte der Studiengang sein, den Dipl.-Ing. Heiko Köferl, Geschäftsführer Koeferl-Consulting, Anfang der 1990er in Würzburg studieren wollte. Doch die Idee hatten noch mehr junge Menschen und so landete er auf der Warteliste… Doch warten wollte er nicht und bewarb sich für Kunststofftechnik und wurde genommen. Nach nun 25 Jahren im Projekt-, operativen und Prozessentwicklungsgeschäft in der Spritzgiesstechnik sagt er, dass der einstige Zufall zur Berufswahl das Beste war, was ihm hatte passieren können. Hier erfahren Sie warum.

Dr.-Ing. Robert Vaculik

Bei Dr.-Ing. Robert Vaculik, Inhaber Vaculik Consulting, Konstanz, war damals die Begeisterung für Technik der Hauptmotivator für ein Ingenieurstudium - allerdings zunächst im Maschinenbau. Das Interesse für Kunststoff kam erst viel später, wie er verrät.

"Was wollte man damals nicht alles aus Kunststoff machen? Einiges ist umgesetzt worden, einiges ist als Vision auf der Strecke geblieben, aber die Mehrzahl der Innovationen ist tatsächlich im wenig sichtbaren Detail entstanden." Was er noch zu sagen hat, lesen Sie hier.

Dr.-Ing. Robert Vaculik, Inhaber Vaculik Consulting, Konstanz
Dr.-Ing. Robert Vaculik, Inhaber Vaculik Consulting, Konstanz (Bild: Redaktion)

Dipl.-Ing. (FH) Robert Benker

Dipl.-Ing. (FH) Robert Benker war Jahrzehnte lang in der Spielwarenindustrie aktiv
Kunststoffingenieur mit Leib und Seele: Dipl.-Ing. (FH) Robert Benker war Jahrzehnte lang in der Spielwarenindustrie aktiv. (Bild: Robert Benker)

Er war Jahrzehnte lang in der Spielwarenindustrie aktiv. Für ihn sprechen "unzählige Gründe für ein Studium der Kunststofftechnik", wie er verrät.

"Während des Studiums zeigte sich, wie vielfältig und breit Kunststofftechnik wirklich aufgestellt ist. Scheinbar unbegrenzt ist die Anwendungsvielfalt in den Bereichen Automobil, Medizin, Baustoffe, Gerätebau, Konsumgüter, Verpackung und noch viele mehr. Dazu kommt natürlich der riesige Bereich der unterschiedlichsten Verarbeitungsmethoden, die für die jeweilige Problemlösung zur Verfügung stehen, das Gebiet der Polymerchemie und die sinnvolle sowie maßgeschneiderte Nutzung der individuellen Eigenschaften von Kunststoffen."

Die große Übersicht zum Studium der Kunststofftechnik

Junge Menschen beobachten gemeinsam einen 3D-Drucker bei der Arbeit
(Bild: Dalle 3 / OpenAI)

Die Kunststoffindustrie sucht händeringend nach Fachkräften. Und auch die Hochschulen melden immer weniger Einschreibungen für ein Studium der Kunststofftechnik. In unserer Übersicht gehen wir für alle Interessierte den Fragen nach:

  • Was macht eigentlich ein Kunststoffingenieur?
  • Wie viel verdient ein Kunststoffingenieur?
  • Wo kann ich Kunststofftechnik studieren?

Neugierig geworden? Dann folge diesem Link.

Michael Däbritz, Geschäftsführer Varioplast, und sein Sohn, Pierre Däbritz, Assistenz der Geschäftsleitung

Hier ein kurzer Auszug, warum sich die beiden für ein Studium der Kunststofftechnik entschieden haben.

Michael Däbritz: "Rückblickend bin ich froh diesen Weg eingeschlagen zu haben. Denn es gibt kaum ein anderes Berufsfeld, in dem man mit so vielen unterschiedlichen Themen befasst ist und gestalterisch tätig sein kann. Es ist mehr als schade, dass in der öffentlichen Wahrnehmung der Kunststoff an sich und damit die Kunststofftechnik nicht den guten Ruf genießt, den sie verdient. Schließlich müsste heute jeder wissen, dass unsere moderne Zivilisation ohne Kunststoff weder satt werden würde, praktisch keine medizinische Versorgung hätte, nicht mobil wäre und weder über Telekommunikation noch Windkraft sinnvoll einsetzen könnte. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Selbst wenn sich Kunststoff in Randbereichen durch andere Werkstoffe substituieren ließe, wäre auch dies ohne immense Steigerung des CO2-Footprints nicht möglich."

Michael Däbritz, Geschäftsführer Varioplast, und Pierre Däbritz, Assistenz der Geschäftsleitung.
Michael Däbritz, Geschäftsführer Varioplast, und Pierre Däbritz, Assistenz der Geschäftsleitung. (Bild: Varioplast)

Pierre Däbritz: "Kunststoffe sind omnipräsent in unserem Alltag und ihre Rolle in verschiedensten Industriebereichen ist unaufhaltsam gewachsen. Ein Studium im Bereich Kunststofftechnik eröffnet nicht nur ein tiefgreifendes Verständnis für die Faszination und Vielseitigkeit dieser Materialien, sondern bietet auch die Möglichkeit, an der Gestaltung zukunftsweisender Innovationen insbesondere für den Erhalt unserer Umwelt teilzuhaben. Von der Entwicklung nachhaltiger Materialien bis hin zur Revolutionierung industrieller Prozesse, bietet die Kunststofftechnik ein breites Spektrum an Möglichkeiten für Menschen, die Ihre Zukunft mitgestalten wollen."

Den gesamten Kommentar lesen Sie in diesem Artikel.

MBA & Eng. Sven Otterbein, Studienrat, Berufliche Schulen Gelnhausen

Sven Otterbein
(Bild: Sven Otterbein)

"Als Kunststoffingenieur war ich unter anderem beim Auslegen von Stoßfängerwerkzeugen beteiligt. Es ist beeindruckend, wenn ein 50 t Werkzeug in eine 4.000 t Spritzgießmaschine eingebaut wird und dann alles präzise und mit einer enormen Geschwindigkeit funktioniert. Mein Wissen konnte ich auch bei der Entwicklung neuer Spritzgieß-, Extrusion- oder Blasformprozesse einbringen. Ich reiste um die Welt und durfte in Mexiko, Portugal, Italien und China Werkzeuge bemustern und neue Verfahren einführen, die Kolleginnen und Kollegen schulen und bei Fragen weiterhelfen. Nach einiger Zeit ergab sich für mich die Möglichkeit, bei der Entwicklung von elektrisch leitfähigen Kunststoffen mitzuwirken. Diese Materialien haben wir dann für die Herstellung von Elektroden für Redox-Flow-Batterien verwendet. Diesmal hieß es also Compoundieren, Extrudieren, Pressen, Kalandrieren und Schweißen."

Den kompletten Kommentar lesen Sie hier.

Dipl.-Ing. (FH) Frank Schemm, Aerospace, Advanced Air Mobility, Automotive – Market Development, Victrex Europa

Dipl.-Ing. (FH) Frank Schemm, Aerospace, Advanced Air Mobility, Automotive – Market Development, Victrex Europa
Dipl.-Ing. (FH) Frank Schemm, Aerospace, Advanced Air Mobility, Automotive – Market Development, Victrex Europa. (Bild: Redaktion)

Frank Schemm stieg in den 90er Jahren in die Arbeitswelt als Jungingenieur ein: "Die meisten zukunftsorientierten Technologien sind ohne Kunststoffe gar nicht umsetzbar, da Werkstoffeigenschaften gefordert werden, die traditionelle Materialien gar nicht bieten können. Wo früher Leistungsfähigkeit, Preis und Lieferfähigkeit an erster Stelle standen, werden heute Nachhaltigkeitsaspekte bei der Materialauswahl, der Konzeptvalidierung und Entwicklung eines neuen Produktes von Anfang an zwingend berücksichtig. Dabei spielen Lebensdauer, energieschonende Herstellung, Reduzierung des Materialmixes, Recycling- oder Reparaturfähigkeit, Abfallminimierung oder der CO2-Fußabdruck der eingesetzten Werkstoffe eine wichtige Rolle."

Hier gelangen Sie zum kompletten Kommentar.

Ing. grad Kunststofftechnik Helmut Hofmann

Helmut Hofmann
Die Schutzkleidung, die Ing. grad Kunststofftechnik Helmut Hofmann trägt, wäre ohne Kunststoffe nicht verfügbar. (Bild: Helmut Hofmann)

Helmut Hofmann verrät in seinem Kommentar, was den Beruf des Ingenieurs der Kunststofftechnologie so interessant macht.

"Ich habe mich 1974 wegen dieser Vielseitigkeit für das Studium der Kunststofftechnik entschieden – Maschinenbau, Werkzeugtechnik und Chemie – unterschiedlichste Disziplinen unter einem Dach. Es war für mich bis heute eine gute Wahl für ein Wirken in einer interessanten und weit verzweigten Branche. In allen Bereichen durfte ich – einst mit dem Rechenschieber begonnen – in allen Bereichen in die KI-Zeit hineinwachsen."

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