Barrierefolien aus Kunststoff

Solvay und Carbios demonstrieren enzymatische Depolymerisation von PET/PVDC-Barrierefolien. (Bild: Solvay)

Die beiden haben nachgewiesen, dass sich PET-Mehrschichtfolien mit einer Beschichtung aus dem Polyvinylidenchlorid-Hochbarrierepolymer (PVDC) der Marke Diofan zur restlosen enzymatischen Depolymerisation eignen, mit Recyclingtechnologie von Carbios. Die Ergebnisse zeigen demnach, dass das PET vollständig depolymerisiert wird, während das PVDC intakt bleibt.

Carbios ist laut eigenen Angaben das erste Unternehmen, das ein enzymatisches Verfahren für ausgediente Kunststoffe und Fasern entwickelt hat. Die Kooperation unterstreicht die Resultate einer früheren Proof-of-Concept-Studie von Solvay, in der bestätigt wurde, dass Verpackungsabfall oder andere Altkunststoffanwendungen mit biorientierter PVDC-Beschichtung wirksam recycelt werden können, ohne die hervorragenden Barriereeigenschaften des Polymers zu beeinträchtigen.

„OEMs und Markeninhaber stehen unter enormem Druck, die Nachhaltigkeit ihrer Produkte zu steigern“, sagt Guruprasad Sivakumar, Head of Marketing für Consumer, Healthcare & Environment bei Solvay. „Während PVDC beispielsweise im Bereich der Lebensmittelverpackung schon lang zum Beschichten flexibler PET-Folien eingesetzt wird und dort eine beeindruckende Barriereleistung sichert, wurde die Recycelbarkeit dieser Mehrschichtstrukturen bisher in Frage gestellt. Hier erweist sich die außergewöhnliche Recyclingtechnologie von Carbios als eine bahnbrechende Innovation. Denn als praktikable und nachhaltige Kreislauflösung unterstützt sie die Bestrebungen der Kunststoffindustrie, auch PVDC-beschichtete PET-Folien wirtschaftlich zu recyceln. Gleichzeitig erweitert sie das wertschöpfende Marktpotenzial unserer Hochbarriere-Spezialpolymere auf andere Einsatzbereiche, wie die Verpackung von pharmazeutischen Produkten.“

Kunststoffrecycling: Der große Überblick

Mann mit Kreislaufsymbol auf dem T-Shirt
(Bild: Bits and Splits - stock.adobe.com)

Sie wollen alles zum Thema Kunststoffrecycling wissen? Klar ist, Nachhaltigkeit hört nicht beim eigentlichen Produkt auf: Es gilt Produkte entsprechend ihrer Materialausprägung wiederzuverwerten und Kreisläufe zu schließen. Doch welche Verfahren beim Recycling von Kunststoffen sind überhaupt im Einsatz? Gibt es Grenzen bei der Wiederverwertung? Und was ist eigentlich Down- und Upcycling? Alles was man dazu wissen sollte, erfahren Sie hier.

Wie funktioniert das enzymische Recycling?

Der patentierte Recyclingprozess nutzt spezifische Enzyme, um die PET-Moleküle wieder in ihre grundlegenden Monomere aufzubrechen. Dies geschieht bei moderaten Temperaturen, was für PVDC ideal ist, und eignet sich für das Recyceln von Abfällen aus Industrie- ebenso wie aus Verbrauchsquellen (PIR/PCR). Die resultierenden Monomere können zur Wiederverwertung in der Produktion von PET-Polymeren mit der gleichen Qualität wie der von fossiler PET-Neuware aufbereitet werden. Die gemeinsame Studie von Solvay und Carbios hat insbesondere ergeben, dass PVDC kein Hindernis für die Depolymerisation von PET darstellt.

„Unser enzymatischer Ansatz überwindet die Grenzen anderer Recyclingverfahren“, erläutert Alain Marty, Chief Scientific Officer bei Carbios. „Herkömmliche thermomechanische Prozesse erfordern sortenreine Abfälle, und chemisches oder pyrolytisches Hochtemperaturrecycling ist ungeeignet, um den in vielen ausgedienten Anwendungen noch vorhandenen Materialwert wiederzugewinnen. Als erste Lösung der Branche für das Recyceln komplexer Mehrschichtstrukturen wie PVDC-beschichteter PET-Folien leistet unser enzymatisch-biologisches Verfahren einen signifikanten Beitrag zur zirkulären Transformation der Kunststoffwirtschaft. Die zusammen mit Solvay durchgeführte Untersuchung zeigt auch, was erreicht werden kann, wenn engagierte Akteure der Wertschöpfungskette zum Nutzen aller auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten.“

Diofan und Ixan Hochbarrierepolymere von Solvay werden unter anderem in Lebensmittelverpackung angewandt. Sie bieten eine  besonders gute Barriere gegen die Permeation von Wasserdampf als auch von Sauerstoff – die meisten Alternativen erfüllen nur den einen oder der anderen Zweck – sowie gegen Geruchsbildung und Aroma- oder Geschmacksverlust.

Quelle: Solvay

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