Mann aus Uganda hält ein Produkt in den Händen

Die Maschinen von Plasticpreneur finden sich auch in Ländern, wie Uganda, im Einsatz. (Bild: Plasticpreneur)

Mit 30. Mai 2022 hat die Erema Group GmbH 19,8 Prozent an Plasticpreneur übernommen. In den zwei Jahren seit Firmengründung konnte das Unternehmen 330 Maschinen in über 70 Ländern auf allen Kontinenten verkaufen. Dazu kommen über 750 bedarfsgerechte Formen, viele davon Spezialfertigungen auf individuellen Anwenderwunsch.

Während in den Industrieländern Kunststoffrecycling enorm an Fahrt aufgenommen hat, können entlegenere und ärmere Regionen der Erde von hochtechnologischen Lösungen für industrielle Recyclingprozesse bisher noch kaum profitieren. Es mangelt an Infrastruktur und Know-how. Abfall wird daher häufig verbrannt oder in Deponien, Flüssen und in der Umgebung entsorgt. „Unserer Mission ‚Another life for plastic, because we care‘ verstehen wir so, dass wir auch diese Regionen mit Lösungen für Kunststoffrecycling unterstützen wollen und mit Plasticpreneur haben wir dafür den idealen Partner gefunden“, sagt Manfred Hackl, CEO Erema Group.

Führungsriege von Plasticpreneur
(v.l.): Florian Mikl, CTO, Raphaela Egger, Design Lead, Boris Rauter, R&D Machines and Moulds und Sören Lex, CEO. (Bild: Plasticpreneur)

Kunststoffrecycling: Der große Überblick

Mann mit Kreislaufsymbol auf dem T-Shirt
(Bild: Bits and Splits - stock.adobe.com)

Sie wollen alles zum Thema Kunststoffrecycling wissen? Klar ist, Nachhaltigkeit hört nicht beim eigentlichen Produkt auf: Es gilt Produkte entsprechend ihrer Materialausprägung wiederzuverwerten und Kreisläufe zu schließen. Doch welche Verfahren beim Recycling von Kunststoffen sind überhaupt im Einsatz? Gibt es Grenzen bei der Wiederverwertung? Und was ist eigentlich Down- und Upcycling? Alles was man dazu wissen sollte, erfahren Sie hier.

Recycling soll auch in infrastrukturell schlecht ausgestatteten Region ermöglicht werden

Schredder, Spritzgießeinheit und Extruder
Kunststoffrecycling auf einfache Art und Weise: mit Schredder, Spritzgießeinheit und Extruder. (Bild: Plasticpreneur)

Mit den Maschinen des Start-ups lassen sich HDPE, PP, PS, LDPE, PLA, AB und TPU getrennt verarbeiten. Das Portfolio umfasst Shredder, Spritzgießeinheit, Extrudereinheit zur Herstellung von Endprodukten, Luftfilter sowie bedarfsgerechte Formen für diese Produkte. „Für den Einsatz in infrastrukturell schlecht ausgestatteten Regionen müssen unsere Maschinen ohne Vorkenntnisse zu bedienen sein. Dass wir auch vor Ort benötigte Endproduktlösungen entwickeln, macht unser Angebot dort besonders attraktiv“, erklärt Sören Lex, CEO und Co-Founder von Plasticpreneur.

Auf diese Weise wird Recycling auch zur Einnahmequelle für die Anwender, sie werden zu Unternehmern. Zum Ausdruck bringt das der Name des Start-ups, eine Wortkreation aus „plastic“ und „entrepreneur“. Zu den Anwendern in diesen Regionen gehören beispielsweise Sozialunternehmen und Betreiber von Flüchtlingscamps, in denen aus Kunststoffabfällen Gebrauchsgüter des täglichen Bedarfs - von Wäscheklammern über Schul- und Spielsachen bis hin zu Zaunpfählen - hergestellt und verkauft werden. Damit bleibt die Wertschöpfung vor Ort.

Recyclinglösungen immer stärker nachgefragt

Frau betätigt eine Anlage
Die Recyclinglösungen werden auch zur Veranschaulichung des Prozesses in Workshops hergenommen. (Bild: Plasticpreneur)

Immer stärker nachgefragt werden die Maschinen aber auch in Industrieländern. Einerseits von Bildungseinrichtungen und Organisationen, die damit in Workshops Bewusstseinsbildung für die Notwendigkeit von Kreislaufwirtschaft betreiben und für Kinder und Erwachsene den Kunststoffrecyclingprozess direkt erlebbar machen. Andererseits auch von Anwendern, die gemeinsam mit dem Start-up als Partner neue Endprodukt-Lösungen für Kunststoffabfälle entwickeln.

Die einfach zu bedienenden Maschinen ermöglichen einen niederschwelligen Einsatz von recyceltem Kunststoff in Produktentwicklungsprozessen - von der Prototypentwicklung bis hin zur Kleinserienproduktion. Kleinunternehmen, Produktdesigner und -entwickler bilden daher weiteres ein stetig wachsendes Kundensegment.

Erema umd Plasticpreneur wollen Synergien schaffen und voneinander profitieren, wie Manfred Hackl und Sören Lex erklären: „Uns verbindet die Entwicklung von kreislauffähigen Lösungen für Kunststoffabfälle. Wir möchten Beide Aufmerksamkeit für die Bedeutung von Kunststoff an sich und für die zentrale Rolle der Kreislaufwirtschaft für den Klimaschutz schaffen und wir möchten, dass Kunststoffrecycling auch sozialen Benefit erzeugt.“

Quelle: Erema Group

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