Zwei Männer blicken in die Kamera

DSD-Chef Michael Wiener (links) und der CEO von Circular Resources, Laurent Auguste. (Bild: Jan Knoff - DSD - Duales System Deutschland)

Mit Wirkung vom 10. August 2022 wurden die DSD – Duales System Holding GmbH & Co. KG und die Unternehmensgruppe mit dem Grünen Punkt Teil von Circular Resources Sàrl übernommen. Dazu gehören unter anderem Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland sowie Systec Plastics mit der Produktionsstätte in Hörstel und Systec Plastics Eisfeld, die aus im Gelben Sack und in der Gelben Tonne gesammelten Kunststoffabfällen hochwertige Rezyklate für die Kunststoff- und Verpackungsindustrie herstellen. Circular Resources Sàrl wurde mit dem Ziel gegründet, einen One-Stop-Shop für das Recycling von Kunststoffabfall zu etablieren.

Es wurde die gesamte Unternehmensgruppe mit allen Anteilen übernommen. Das Management von Der Grüne Punkt bleibt an Bord und wird sich in signifikantem Umfang am neuen Unternehmen beteiligen. Die Unternehmen von Der Grüne Punkt werden in ihrer jetzigen Form weiterarbeiten und sich weiterentwickeln. Ziel ist es, gemeinsam weiter zu wachsen und die Menge hochwertiger Rezyklate für den Markt zu steigern. Die bereits unabhängig von der Übernahme geplanten Investitionen zur Steigerung von Qualität und Kapazität in den deutschen Recyclingwerken von Der Grüne Punkt werden wie geplant durchgeführt. So wird das Unternehmen in einen seiner Standorte investieren und dort Stoffströme, die heute insbesondere noch der Verbrennung zugeführt werden, aufbereiten und mittels Pyrolyse für das chemische Recycling nutzen.

Kunststoffrecycling: Der große Überblick

Mann mit Kreislaufsymbol auf dem T-Shirt
(Bild: Bits and Splits - stock.adobe.com)

Sie wollen alles zum Thema Kunststoffrecycling wissen? Klar ist, Nachhaltigkeit hört nicht beim eigentlichen Produkt auf: Es gilt Produkte entsprechend ihrer Materialausprägung wiederzuverwerten und Kreisläufe zu schließen. Doch welche Verfahren beim Recycling von Kunststoffen sind überhaupt im Einsatz? Gibt es Grenzen bei der Wiederverwertung? Und was ist eigentlich Down- und Upcycling? Alles was man dazu wissen sollte, erfahren Sie hier.

Was die Übernahme für das Kunststoffrecycling bedeutet

Der neue Eigner sieht die Übernahme als einen Meilenstein für das Closed-Loop-Recycling. "Circular Resources wird das derzeitige Lizenzierungs-, Entsorgungs- und mechanische Recyclinggeschäft von Der Grüne Punkt, das sich sehr gut entwickelt, voll unterstützen und durch die Einführung des chemischen Recyclings von Kunststoffabfällen in großem Maßstab in Deutschland ergänzen“, sagt Carlos Monreal, Gründer und Präsident von Circular Resources.

Monreal ist auch Gründer und CEO von Plastic Energy, einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich des chemischen Recyclings von Kunststoffabfällen. Es wird erwartet, dass die Vereinbarung weitere Synergien zwischen dem mechanischen und dem chemischen Recycling von Kunststoffabfällen in Europa ermöglichen wird, um Kunststoffe, die derzeit aus der Wertschöpfungskette verlorengehen, wieder in den Recyclingkreislauf einzubringen.

„Abfall ist längst zum wertvollen Rohstoff geworden. Wir müssen gerade beim Kunststoff dafür sorgen, dass der darin enthaltene fossile Kohlenstoff nicht in die Umwelt gelangt und etwa als CO2 den Klimawandel befördert“, sagt Laurent Auguste, CEO von Circular Resources. „Das Konzept des erneuerbaren Kohlenstoffs oder Renewable Carbon wird immer wichtiger für eine wirkliche Kreislaufwirtschaft. Unser Ziel ist daher eine ganzheitliche Lösung für die Kreislauffähigkeit von Kunststoff. Zusammen mit Der Grüne Punkt entwickeln wir einen einzigartigen Ansatz, indem wir die Lizenzierung von Verkaufsverpackungen und den Zugang zum Stoffstrom mit mechanischem und chemischem Recycling kombinieren. Durch enge Partnerschaften mit Verpackungsherstellern wollen wir sie dabei unterstützen, den Kreislauf durch ihre Einkaufsentscheidung zu schließen.“

Warum sowohl das chemische als auch mechanische Recycling Teil der Lösung sind

Gemeinsam mit Circular Resources will man weiterwachsen und den Fokus auch auf dem mechanischen Recycling nicht außer Acht lassen. „Wir werden weiter in das mechanische Recycling investieren, hier sowohl Qualität als auch Kapazität ausbauen und weitere Einsatzbereiche für unsere Rezyklate gewinnen. Daneben werden wir gemeinsam mit den Partnern Lösungen für mechanisch nicht recyclingfähige Kunststoffabfälle entwickeln, einschließlich chemischen Recyclings. Dadurch können wir mehr Rohstoffe im Kreislauf halten und die ökologischen Auswirkungen von Verpackungsabfall verringern. Hinzu kommt die starke internationale Ausrichtung des Geschäfts, für die Circular Resources genau der richtige Partner ist“, erklärt Michael Wiener, CEO von Der Grüne Punkt.

Die Partner wollen Synergien zwischen den jeweiligen Geschäftsbereichen realisieren und als Teil einer ganzheitlichen Lösung weiterentwickeln. Die Verpackungslizenzierung und das Recycling werden dabei weiter Hand in Hand gehen.

„Wir werden das Konzept der erweiterten Produktverantwortung auf eine neue Stufe heben und unseren Kunden eine One-Stop-Shop-Lösung als Teil einer exklusiven Partnerschaft anbieten“, kündigt Wiener an. „Die Gruppe bietet umfassende Beratungsleistungen rund um Design4Recycling und den Einsatz von Rezyklaten, die Lizenzierung von Verkaufsverpackungen im dualen System, hochwertige Rezyklate aus dem mechanischen Recycling – und Polymere aus dem chemischen Recycling, gewonnen aus Post-Consumer-Abfällen und geeignet zur Herstellung neuer Kunststoffe auch für Lebensmittelverpackungen.“

Zwei prominente deutsche Geschäftsleute, die über ihren Investmentfonds CirCap in Circular Resources investieren werden, werden in den Vorstand der Holdinggesellschaft der Gruppe Der Grüne Punkt einziehen. Ralf Huep (ehemals Advent International) und Karl-Georg Altenburg (ehemals JP Morgan) werden als Non-Executive Chairman bzw. Director fungieren.

Quelle: Der Grüne Punkt

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