Während bisher der finale Dauertest mit teuren und zeitintensiven Spritzgussteilen erfolgen musste, weil sich das Muster in seiner Qualität zu sehr vom Serienteil unterscheiden würde, lässt sich mittels additiver Fertigung zu deutlich geringeren Kosten ein authentisches Sonderteil für die Testphase herstellen. (Bildquelle: Igus)

Während bisher der finale Dauertest mit teuren und zeitintensiven Spritzgussteilen erfolgen musste, weil sich das Muster in seiner Qualität zu sehr vom Serienteil unterscheiden würde, lässt sich mittels additiver Fertigung zu deutlich geringeren Kosten ein authentisches Sonderteil für die Testphase herstellen. (Bildquelle: Igus)

Trinckle 3D, Henningsdorf bei Berlin, teilt hinsichtlich der Branchen, die vorrangig additiv gefertigte Bauteile verwenden, mit, dass diese „klassischerweise einen hohen Bedarf an Sondermaschinenbau haben, wie beispielsweise Robotik.“ Von diesen „wird die additive Fertigung genutzt werden, um flexiblere Prozesse zu ermöglichen.“ Darüber hinaus wird von Trinckle 3D „ein großes Potenzial in an den menschlichen Körper angepassten Produkten“ gesehen, zum Beispiel „für die Brillenindustrie und die Orthetik“, wo „sich die additive Fertigung schnell etablieren wird.“ Laut Bahsys, Overath, „ist grundsätzlich keine vorrangige Branche erkennbar. Hier kommt es ganz auf den Einsatzzweck der Bauteile an. Getrieben durch den hohen Entwicklungsaufwand ist natürlich die Automobilindustrie einer der größten Nutznießer der additiven Fertigung. Aber auch Bereiche wie Luft- und Raumfahrt, Elektrotechnik und Maschinenbau zählen zu den großen Abnehmern von additiv gefertigten Bauteilen.“

„Additive Verfahren werden sich zukünftig“, teilt 4D Concepts, Groß-Gerau, mit, „in den Branchen und Anwendungen weiter etablieren, in welchen zum einen kleine Stückzahlen benötigt werden und/oder zum anderen durch einen hohen Individualisierungs- und Komplexitätsgrad Vorteile gegenüber herkömmlichen Fertigungsverfahren erreicht werden können.“ Konkret benannt werden von dieser Firma wie auch vom Fraunhofer Institut IWS, Dresden, die Branchen „Automobil, Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau, Konsumgüter, Medizin, Medizintechnik, Telekommunikation, Architektur, Werkzeug- und Formenbau, Kunst und vieles mehr.“

Das Netzwerk 3D-CP forscht daran, additive Fertigung im Mittelstand zu etablieren. Hier zu sehen: ein additiv gefertigtes Turbinenrad zur Verdeutlichung innenliegender Leichtbaustrukturen. (Bildquelle: Fraunhofer IPA)

Das Netzwerk 3D-CP forscht daran, additive Fertigung im Mittelstand zu etablieren. Hier zu sehen: ein additiv gefertigtes Turbinenrad zur Verdeutlichung innenliegender Leichtbaustrukturen. (Bildquelle: Fraunhofer IPA)

Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechnik werden auch vom Institut für Mechatronische Systeme (IMS) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Winterthur, Schweiz, als Branchen benannt, die additiv gefertigte Bauteile vorrangig verwenden. Igus, Köln, zählt insbesondere Sondermaschinenbau, Anlagenbauer und Verpackungsindustrie“ dazu, merkt aber an, dass „auf kurz oder lang wahrscheinlich alle Branchen“ benannt werden können. Laut Invenio, Rüsselsheim, „bilden die kunststoffverarbeitenden Branchen den Schwerpunkt“ bei der vorrangigen Verwendung der mit Additve-Manufacturing-Verfahren (AM) gefertigten Bauteile, „weil die Verfahren, die Kunststoffe verarbeiten, deutlich in der Mehrzahl am Markt verfügbar sind“ und darüber hinaus „alle Branchen, die Musterteile benötigen und die kleine Serien mittels AM darstellen können im Wettbewerb, zum Beispiel zum Spritzgießen.“


Marktübersicht Dienstleister der additiven Fertigung

Verschleißfeste Maschinenkomponenten einfach bestellen

(Bildquelle: Igus)

Die Marktübersicht enthält Auftragsfertiger, die Bauteile mithilfe von additiven Verfahren herstellen. In der Regel bieten die Unternehmen mehrere 3D-Druck-Verfahren an, darunter Fused Deposition Modeling (FDM), Lasersintern, Laserschmelzen und Stereolithografie. An Werkstoffen steht in der Regel ein breites Angebot an Kunststoffen und Metallen zur Auswahl, je nach Verwendungszweck. Dieser erstreckt sich von bloßen Modellen über funktionsfähige Prototypen bis zu vollwertigen Ersatzteilen oder Werkzeugeinsätzen. Marktübersicht anzeigen

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Über den Autor

Prof. Dr. Werner Hoffmanns

ist freier Mitarbeiter des Plastverarbeiter.

office@hoffmanns-texte.de