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Silikonhaltige Airbagabfälle werden zu einem Rezyklat für technische Anwendungenreaktiv aufbereitet. (Bild: IKT)

Eine Voraussetzung für das werkstoffliche Recycling von Kunststoffabfällen ist eine möglichst hohe Sortenreinheit. Das Trennen der Abfälle in die einzelnen Kunststoffkomponenten für die Aufbereitung stellt die Recyclingindustrie jedoch immer wieder vor eine Herausforderung. Eine mechanische Trennung ist nicht immer möglich, sodass die für die Aufbereitung zur Verfügung stehenden Abfälle oftmals verunreinigt sind. Diese Problematik trifft auch auf die Wiederverwertung von Airbagabfällen zu. Der Großteil an Airbags besteht aus einem PA6.6-Gewebe sowie dessen Silikonbeschichtung.
Eine Wiederaufbereitung von PA6.6-Silikon-Gewebeteilchen im Extrusionsverfahren zu einem Rezyklat in Granulatform ist zwar grundsätzlich möglich, führt allerdings zu einem Rezyklat von geringer Qualität, sodass hieraus hochwertige technische Bauteile nicht hergestellt werden können. Dies liegt an der geringen Haftfestigkeit zwischen der PA6.6-Matrix und den enthaltenen Silikonpartikeln. Die geringe Haftfestigkeit führt zu einem frühen Werkstoffversagen.

In dem geförderten Projekt wollen die beiden Partner einen neuen Ansatz zur effizienten werkstofflichen Wiederverwertung von Airbagabfällen entwickeln. Das im PA6.6 enthaltene Silikon wird hierbei nicht als zu beseitigende Störkomponente behandelt. Über eine reaktive Extrusion im Doppelschneckenextruder unter Zuhilfenahme geeigneter Haftvermittleradditive sollen die Silikonpartikel gezielt in die PA6.6-Matrix integriert und eine schlagzähmodifizierende Wirkung erreicht werden. Dieses PA6.6-Rezyklat würde sich demnach für besonders anspruchsvolle technische Anwendungen aus Polyamid eignen, die explizit eine hohe Schlagzähigkeit erfordern.

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