EREMA_ReFresher_Heitzinger_Kitzberger_Hofstaetter

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EREMA_ReFresher_Heitzinger_Kitzberger_Hofstaetter class="caption-text">Michael Heitzinger, Clemens Kitzberger und Thomas Hofstätter beim neu installierten Refresher im Technikum. (Bild: Erema)

Ein Blick in die Auftragsbücher des österreichischen Kunststoffrecyclingmaschinen-Herstellers zeigt: Von insgesamt 25 verkauften Refresher-Modulen wurden 19 allein in den vergangenen 18 Monaten geordert. Diese Entwicklung geht Hand in Hand mit dem enorm gestiegenen Interesse am Einsatz von Post-Consumer-Rezyklat. „Gerüche sind ein typisches Problem von verschmutzten Haushaltsabfällen, wie LDPE-Folien, HDPE-Behältern und PE-Verschlüssen. Sie zu entfernen ist Grundvoraussetzung, wenn das PCR-Material wieder in hochwertigen Verpackungen für Kosmetikprodukte oder Lebensmittel eingesetzt werden soll“, erklärt Clemens Kitzberger, in der Erema Gruppe Business Development Manager für die Applikation Post Consumer.

Gesteigerte Nachfrage aufgrund EU-Vorgaben

Getrieben wird diese Entwicklung einerseits von ambitionierten Recyclingzielen – die Europäische Union etwa hat festgelegt, dass bis 2025 50 % der Kunststoffverpackungsabfälle recycelt werden müssen – und andererseits immer effizienteren Recyclingtechnologien. „Beides hat für Post Consumer-Rezyklat Anwendungen möglich gemacht, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Denn aus den Recyclingvorgaben der EU entsteht der Bedarf, künftig jährlich 10 Mio. t Rezyklat in neuen Produkten einzusetzen“, so Kitzberger.

Ein Beispiel für ein Produkt aus Post-Consumer-Rezyklat ist eine im Frühjahr 2019 als Weltneuheit auf den Markt gebrachte Kosmetikverpackung. Dabei handelt es sich um eine Duschgelflasche aus 100 % PCR-HDPE. Das Rezyklat wird mit einer Intarema TVEplus Regrindpro Maschine plus Refresher-Modul produziert.

Verschlüsse aus PCR-HDPE

Diesem sogenannten Superclean-Recyclingprozess wurde im August 2019 von der FDA auch die Eignung für die Produktion von Milch- und Saftflaschen, sowie von Fleischschalen, Einweggeschirr und Besteck bescheinigt, sofern das Inputmaterial aus Milch- und Saftflaschen stammt. Im November 2020 bestätigte die FDA für diesen Verarbeitungsprozess sowohl einen zusätzlichen Inputstrom als auch weitere Einsatzgebiete für das Rezyklat. Verarbeitet werden können somit neben allen HDPE-Getränkebehältern auch HDPE-Verschlüsse von HDPE-, PP- und PET-Getränkeflaschen. Das Rezyklat kann in Anteilen von bis zu 100 % in der Produktion von Behältern für den Direktkontakt mit Lebensmitteln aller Art eingesetzt werden.

„Um aus PCR-Material ein Rezyklat von so hoher Qualität zu produzieren, ist eine sehr hohe Dekontaminationsleistung der Recyclingmaschine erforderlich“, erklärt Thomas Hofstätter, Process Engineer bei EREMA. „Während das Hochentgasungs-Extrudersystem vorwiegend leicht flüchtige, niedermolekulare Stoffe entfernt, sorgt der Refresher für eine signifikante Reduktion der schwer flüchtigen hochmolekularen organischen Verbindungen im Regranulat. Dabei arbeitet das thermo-physikalische Verfahren besonders energiesparend, denn es nutzt die thermische Energie des nach dem Extrusionsprozess noch warmen Regranulats.“

Tests im Technikum oder vor Ort

Von der Effizienz dieses Verfahrens können sich Interessenten ab April im erweiterten Kundenzentrum in der Firmenzentrale in Ansfelden überzeugen. Hier steht für Testläufe nun erstmals eine Extrusions-Refresher-Kombination in Industrieausführung zur Verfügung.
Für Versuchszwecke am kundeneigenen Betriebsstandort bietet der Maschinenhersteller auch ein kompaktes und mobiles Refresher-Modul an, das vor Ort in den Recyclingprozess integriert werden kann. (sf)

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