Aus den daumengroßen Preforms werden durch einen 40 bar-Druckstoß PET-Flaschen. (Quelle: Compair)

Aus den daumengroßen Preforms werden durch einen 40 bar-Druckstoß PET-Flaschen. (Quelle: Compair)

Bei Vöslauer Mineralwasser haben die Verantwortlichen eine Zertifizierung des Energiemanagement-Systems nach EN 50001 veranlasst und achten auf einen effizienten Umgang mit Energie. Walter Goisser, Technischer Leiter bei Vöslauer Mineralwasser: „Wir erfassen systematisch den Energieverbrauch in der gesamten Produktion und haben uns klare Ziele für die Energieeinsparung gesetzt.“ Das mittelfristige Ziel dabei ist transparent, denn Vöslauer ist Mitglied des klima:aktiv Pakts 2020 (Österreichs Klimapakt für Großbetriebe), in der sich Unternehmen zusammengeschlossen haben, die bis zum Jahr 2020 ihren Energieverbrauch um 20 Prozent senken und 100 Prozent „grünen“ Strom nutzen wollen.

Die Verbesserung der Energieeffizienz war daher auch ein zentrales Motiv dafür, die Drucklufterzeugung für die PET-Flaschenproduktion zu erneuern. Die angelieferten daumengroßen Preforms werden mit einem Druckstoß von 40 bar auf die gewünschte Größe „aufgeblasen“. Vöslauer hat für diese Aufgabe mehrere Hochgeschwindigkeits-Streckblasmaschinen im Einsatz, die große Mengen Druckluft benötigen – wobei es in den letzten Jahren durch die Anschaffung neuer Maschinen schon gelang, den Druckluftbedarf um rund 25 Prozent  auf 5.000 m3/h zu reduzieren.

Auch ohne spezielles Fundament

Erzeugt wurde die Blasluft bislang von fünf ölfreien Kolbenkompressoren. Als die beiden ältesten gegen einen neuen Verdichter ersetzt werden sollten, fragten die Vöslauer-Betriebsingenieure die Abfüllmaschinenbauer nach einer Empfehlung für Kompressoranbieter. Hier kam der Hersteller Belliss & Morcom ins Spiel. Das Unternehmen hat eine Baureihe im Programm, die speziell für die PET-Produktion entwickelt wurde und gehört genauso wie Compair als Systemanbieter zur Gardner Denver-Gruppe.

Für die benötigte Druckluftmenge empfahlen die Compair-Ingenieure den Einsatz eines dreistufigen WH 29 H3N, dessen drei doppeltwirkende Zylinder in W-Form angeordnet sind. Dieses Design schafft – zusammen mit der niedrigen Drehzahl – eine wichtige Voraussetzung für den ruhigen, schwingungsarmen Lauf. Deshalb benötigen die Verdichter kein spezielles Fundament. Ebenso wichtig ist die präzise Fertigung aller Komponenten, vor allem von Kolben und Zylindern, die ohne Ölfilm  auskommen und dennoch aus Effizienzgründen eine reibungsarme Auf- und Ab-Bewegung mit guter Dichtwirkung gewährleisten.

Wirtschaftlicher Betrieb

Gut sichtbar ist die W-Anordnung der drei doppeltwirkenden Zylinder. (Quelle: Compair)

Gut sichtbar ist die W-Anordnung der drei doppeltwirkenden Zylinder. (Quelle: Compair)

Die in Bad Vöslau installierte Maschine liefert maximal 1.950 m3/h Druckluft in das 40 bar-Netz – und das mit hoher Wirtschaftlichkeit. Nach Angaben des Herstellers verbrauchen diese PET-Kompressoren mindestens 5 Prozent weniger Energie als vergleichbare Verdichter. Dazu trägt das doppelwirkende Verdichtungsprinzip ebenso bei wie die Zweistufenregelung mit Volllast und Halblast sowie der direkt angeflanschte 385 kW-Elektromotor.  Dem Kompressor ist zunächst ein Speicherbehälter nachgeschaltet und dann ein Kältetrockner mit Submi-krofilter. Auch die Luftkühler für den Sekundärkreislauf wurden vorher projektiert und installiert.

Ein Kältetrockner bringt die Feuchtigkeit  der Blasluft auf das gewünschte Niveau. (Quelle: Compair)

Ein Kältetrockner bringt die Feuchtigkeitder Blasluft auf das gewünschte Niveau. (Quelle: Compair)

Da alle Kompressoren in ein Netz speisen, bot es sich an, mit der Modernisierung der Station auch eine übergeordnete Steuerung zu installieren, die die einzelnen Verdichter bedarfsgerecht zu- und abschaltet. Deshalb gehörte zum Lieferumfang eine übergeordnete Gesamtsteuerung. Walter Goisser: „Wir setzen prinzipiell drei Kompressoren ein, der vierte bleibt nur als Redundanzmaschine für Wartungsarbeiten am Netz. Die Steuerung sorgt dafür, dass immer die wirtschaftlichste Kompressorkombination die benötigte Druckluft liefert.“

Gut vorbereitet auf künftiges Wachstum

Der Kompressor ist seit mehr als einem Jahr im Einsatz, so dass sich seine Energieeffizienz einschätzen lässt: „Die Energiekennzahlen sind gut und entsprechen den zugesagten und von uns kalkulierten Werten. Damit bewegen sich die Lebenszykluskosten, die bei uns Grundlage jeder Investitionsentscheidung sind, im erwarteten Bereich,“, so Walter Goisser weiter.  Mit der modernisierten 40 bar-Station sieht sich der Getränkeabfüller gut vorbereitet auf das geplante jährliche Wachstum. „Bis 2018 haben wir hier keinen Modernisierungsbedarf, und wenn der Bedarf überproportional wachsen sollte, können wir einfach den Redundanzkompressor zuschalten.“

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