Links steht ein Kunststoffbehälter in neongelb. Rechts ein graues Detektiergerät.

Die Nachfrage nach unsichtbarer Kennzeichnung von Bauteilen und der entsprechenden Prüftechnik in der Kunststoffverarbeitung steigt stetig. (Bild: Grafe)

Mit Markern gegen Markenpiraterie

Sichtbarer Produktschutz wird mit Hilfe von Labels oder QR-Codes umgesetzt. Diese sind schnell und einfach bei einem Produkt zu integrieren. Die Sicherheit ist jedoch gering, da diese Merkmale kopiert werden können. So ist der Unterschied zwischen Original und Fälschung auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Deshalb ist die Nachfrage nach unsichtbarer Kennzeichnung der Bauteile mit Masterbatch und der entsprechenden Prüftechnik für unterschiedlichste Endanwendungen in der Kunststoffverarbeitung hoch.

Um den Produktschutz zu gewährleisten und der Markenpiraterie vorzubeugen, hat das Unternehmen spezielle Marker entwickelt. Die dafür designten, hochkomplexen Pigmente mit speziellen physikalischen Eigenschaften werden in kleinsten Mengen innerhalb der Kunststoffmatrix eingesetzt. Die Zugabe der Marker kann als Kombibatch, also als Masterbatch in Kombination mit einer Farbe, oder als spezielles Markierungsbatch ohne Farbe zudosiert werden.

Der Nachteil: Der Produktschutz in Form von Markierungsstoffen ist nicht so leicht erkennbar. Und auch wenn der Aufwand für die Implementierung größer ist, überwiegen die Vorteile, denn die Sicherheit ist deutlich höher. Mit einem entsprechend kalibrierten Detektor können die mit den Markern ausgerüsteten Produkte später in Sekunden ausgelesen und authentifiziert werden. In der Regel sind keine Eigenschaftsänderungen zu beobachten.

Nicht jede Bauteilgeometrie lässt sich gleich gut detektieren

Generell gibt es zwei Möglichkeiten für die Detektion: X Ray und Light Fluorescence, also fluoreszierende Röntgenstrahlen oder Licht. Bei der ersten Variante hat die Grundfarbe keinen Einfluss – auch schwarz nicht – und der Anwender profitiert von einer niedrigen Zugabedosierung und einem niedrigen Batchpreis, jedoch verlangt diese Methode höhere Investitionen. Bei der zweiten Option hingegen erfolgt die Detektierung über ein Messgerät, welches direkt vorkonfiguriert wird.  Dabei sind unterschiedliche Arten verfügbar, von handlichen Handmessgeräten über stationäre Bürolösungen bis hin zu Inline-Spektrometern, um direkt während der Produktion eine Kontrolle stattfinden zu lassen. Bei dieser Methode richtet sich die Masterbatch-Dosierung unter anderem nach der Grundfarbe. Die Funktionsweise ist schnell und einfach, zudem sind die notwendigen Investitionen überschaubar. 

Von Spritzguss-, über Extrusions- bis hin zu transparenten- und Faseranwendungen kommen nahezu alle Bereiche der Kunststoffverarbeitung für das Verfahren in Frage, jedoch ist nicht jede Bauteilgeometrie über jedes Messgerät gleich gut zu detektieren. Daher erfolgt die Auswahl des Markersystems und des passenden Messgerätes in enger Kooperation mit Anwendern und Lieferanten.

Ein Aufwand, der sich am Ende auszahlt

Nahezu alle Bereiche sind von Plagiaten und Produktfälschungen betroffen, wodurch hohe Umsatzverluste bei den Herstellern entstehen. Die Marker sind auf chemischem Weg nur durch sehr aufwändige, analytische Verfahren nachweisbar. Das für die Detektion notwendige Eigenschaftsprofil kann in Aufbau und Zusammensetzung nur durch den jeweiligen Produzenten hergestellt werden. Da keinerlei zusätzliche Verarbeitungsschritte notwendig sind, können die Marker entweder Teil einer üblichen Masterbatch-Ausrüstung sein oder auch als spezielle Marker-Masterbatches einfach hinzugesetzt werden. Ein Aufwand, der sich zugunsten eines fälschungssicheren Produkts am Ende sicher lohnen wird.

Fakuma 2021: Halle B5, Stand 5306

Quelle: Grafe

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