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JungEun Lee (l.) und SeungA Lee von Wacker Chemicals Korea erhielten den Alexander-Wacker-Innovationspreis für die Entwicklung neuartiger Siliconharze für Optical-Bonding-Anwendungen. (Bild: Wacker)

SeungA Lee und JungEun Lee sind am Center of Excellence Electronics tätig, einer konzerneigenen Forschungseinrichtung in Seoul. Sie entwickelten auf Basis UV-vernetzbarer Silicongele neuartige, maßgeschneiderte Lösungen für den stark wachsenden Markt von hochwertigen, entspiegelten Displayanwendungen. Beim sogenannten Optical-Bonding verbinden Silicongele das dünne Deckglas mit den Schichten darunterliegender Elektronik. Indem dieser Spalt mit einem Gel ausgefüllt und dabei Luft verdrängt wird, lässt sich eine Entspiegelung des Displays erreichen.

Silicongele heben sich von anderen, auf organischen Materialien basierenden Systemen durch Ihre Beständigkeit und Stabilität gegenüber Umwelteinflüssen auch über viele Einsatzjahre ab. Typische Anwendungsgebiete finden sich daher in anspruchsvollen Anwendungen wie den großflächigen Displays von Instrumententafeln, Touch-Screens zur Menüauswahl in Restaurants, Funktionsuhren für Sportler und vor allem in der Automobilindustrie. Über alle Segmentklassen hinweg setzen die Autohersteller inzwischen Displays in zunehmender Anzahl und Größe ein, die mit Silicongelen verbunden sind. Solche Displays sind zur Handhabung moderner Connectivity-Systeme unabdingbar. Zudem eröffnen sich so zusätzliche Möglichkeiten zum Design des Innenraums, etwa in Form der gebogenen (curved) Displays von Armaturenbrettern.

Zahlreiche Bewerbungen

Insgesamt 30 Teams bewarben sich in diesem Jahr für den Alexander-Wacker-Innovationspreis 2020. Zu den Bewerbern, die es unter die Finalisten schafften, gehört auch Amit Paul von Wacker Metroark Chemicals im Großraum Kalkutta. Seinem Team gelang die Entwicklung wasserfreier SilanOligomer/Tensid-Mischungen zum Behandeln von Zementmassen. Durch deren Zusatz wird der Zement während der Vermahlung wasserabweisend, wodurch bis zu 50 Prozent der Mahlenergie eingespart werden kann. Dazu verleiht hydrophober Zement Beton- und Mörtelmassen wasserabweisende Eigenschaften.

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Amit Paul, Forschungschef von Wacker Metroark Chemicals in Indien, mit seinem Lifetime Achievement Award, den der Chemiekonzern in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobt hat. (Bildquelle: Wacker)

Für diese und andere Entwicklungen, die Amit Paul in seinen 35 Berufsjahren bei Metroark und seit 1999 beim Joint Venture Wacker Metroark Chemicals gelangen, erhält der indische Chemiker den Alexander Wacker Innovationspreis in der Kategorie Lifetime Achievement.

Zu seinen Leistungen zählt die Entwicklung einer Siliconölemulsion mit besonders niedriger Partikelgröße, die von einem internationalen Konsumgüterhersteller in seiner Haarpflegemarke weltweit eingesetzt wird, um Geschmeidigkeit, Glanz und Kämmbarkeit des Haares optimal zu verbinden. Maßgeblich beteiligt war Amit Paul auch an der Einführung der Hydrosilylierungstechologie am Standort Kalkutta, wo 2018 eine entsprechende Anlage zum Herstellen funktioneller Siliconöle in Betrieb ging. Diese Spezialitäten werden als Hochleistungsadditive in unterschiedlichsten Anwendungen wie in Kosmetik- und Lackformulierungen oder im Pflanzenschutz eingesetzt. (sf)

 

Auf einen Blick

Über den „Alexander-Wacker-Innovationspreis“

Seit 2006 würdigt der Münchner Chemiekonzern im Rahmen seines alljährlich stattfindenden Forschungssymposiums herausragende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten von Mitarbeitern. Der nach dem Unternehmensgründer benannte und mit jeweils 10.000 EUR dotierte „Alexander-Wacker-Innovationspreis“ wird für Leistungen auf den Gebieten der Produktinnovation, Prozessinnovation und Grundlagenforschung sowie in der Kategorie Lifetime Achievement verliehen.

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