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Musterverbund von JET-Therm-Profilen (Fa. Joma-Polytec; System Fa. Raico)

4_Isarbelle_SP_06-16_10_10x7_300dpi class="caption-text">Gebäude „Isarbelle“ in München-Obersendling (Fa. Raico) ist mit Isolier-Profilen aus Kunststoff ausgestattet.

Die Anforderungen an Wärmedämmprofile für moderne Aluminiumfenster wachsen stetig, denn viele Bauherren und Architekten streben danach, immer mehr Energie und Ressourcen einzusparen. Aluminium ist als Baumaterial für Fenster, Türen oder Fassaden gerade bei Industrie- oder Verwaltungsgebäuden sehr gefragt. Doch aufgrund seiner hohen Wärmeleitfähigkeit müssen hier spezielle Isolierstege eingesetzt werden, die den Wärmeverlust verhindern und somit die Energieeffizienz steigern können. Üblicherweise werden zur thermischen Trennung der Aluminiumhalbschalen Profile aus Kunststoff, konkret aus Polyamid 6.6 GF25 eingesetzt.

Profile aus glasfaserverstärktem Blend

Das Unternehmen Joma-Polytec bietet hier mit seinen JET-Therm-Profilen allerdings eine sehr effiziente Alternative: Die glasfaserverstärkten Dämmstege erreichen ein mit PA66 GF25 vergleichbares Eigenschaftsprofil – und das mit der niedrigsten Wärmeleitfähigkeit, die derzeit am Markt in Serie erhältlich ist. Dem Hersteller ist es gelungen, ein glasfaserverstärktes Kunststoffblend aus Polyphenylenether (PPE) und Polyamid 6.6 herzustellen, in dem fein verteilte Luftbläschen eingeschlossen werden. Dieses Blendmaterial bietet somit viele Vorteile gegenüber dem seit langer Zeit am Markt etablierten Polyamid GF25 (PA66 GF25).

Kunststoffprofil: leicht und belastbar

Die mit diesem Material hergestellten Isolierstege sind weit mehr als einfache Kunststoffprofile. Der Mehrwert der Profile zeigt sich bei genauerer Betrachtung durch den strukturellen Aufbau des Werkstoffes. Grundsätzlich sind diese Profile aufgrund ihrer hoch isolierenden und gleichzeitig mechanisch belastbaren Eigenschaften am Markt sehr gefragt. PPE/PA-Profile weisen jedoch, im Vergleich zum gängigen PA66 GF25, erheblich höhere Wärmedämmeigenschaften auf, die durch das gezielte Einbringen von winzigen Luftbläschen erreicht werden. Die glasfaserverstärkten Profile weisen  daher einen hervorragenden Lambda-Wert von nur 0,175 W/m•K (GF10) beziehungsweise 0,180 W/m•K (GF20) auf. Somit bietet das Produkt gegenüber dem derzeit am Markt üblichen PA66 GF25 (λ circa 0,3 W/m•K) eine um circa 40 % geringere Wärmeleitfähigkeit.

Definierte Mikro-Lufteinschlüsse sorgen für thermische Isolierung

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Musterverbund von JET-Therm-Profilen (Fa. Joma-Polytec; System Fa. Raico)

Das Geheimnis befindet sich in den Stegen selbst. Die feine Verteilung von Lufteinschlüssen im Profil ist sowohl für die mechanische Stabilität als auch für die thermischen Eigenschaften von entscheidender Bedeutung. Das gleichmäßige Materialgefüge erstreckt sich über den kompletten Profilquerschnitt des Kunststoffblends. Eine Clusterbildung von Einschlüssen findet nicht statt. Die Isolierprofile besitzen also trotz der Lufteinschlüsse genügend Festigkeit, um den Querzugkräften Stand zu halten. Das Verfahren legt hierbei ein großes Augenmerk darauf, die Mikro-Einschlüsse bei der Profilherstellung in einem definierten Umfang einzusetzen, sodass sie homogen in der gesamten Schmelze und später im fertigen Kunststoffprofil verteilt sind. Dem Rohmaterial werden darüber hinaus keine chemischen oder physikalischen Treibmittel zugesetzt.

Durch die Kombination des amorphen PPEs mit teilkristallinem Polyamid hat es der Kunststoffverarbeiter geschafft, den gesamt kristallinen Anteil im Kunststoff zu senken. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Die durch die hohen Beschichtungstemperaturen ausgelöste Nachschwindung der Profile fällt geringer aus als bei reinem Polyamid. Dadurch kann bei den Profilen auf einen höheren Glasfaseranteil verzichtet werden. Joma-Polytec verarbeitet, je nach Kundenwunsch, zwei verschiedene Typen des Blends: eines mit 10 % und ein weiteres mit 20 % Glasfaseranteil. Somit bleibt JET-Therm unter den 25 Prozent des derzeit in der Fensterbaubranche viel verwendeten Polyamids PA66 GF25. Beide Typen, sowohl GF10 als auch GF20, sind am ift Rosenheim geprüft und nach DIN EN 14024 als Material für die thermische Trennung für Metallprofile geeignet. Der geringere Glasfaseranteil wirkt sich zusätzlich sehr positiv auf die Wärmeleitfähigkeit und die hohe Dämmwirkung des Profils aus.

Ebenso wie Polyamidprofile sind auch die Stege der Profile pulverlackierbar. Durch den Einsatz des PPEs im Blend wird die Feuchtigkeitsaufnahme des Materials im Vergleich zu Polyamid erheblich reduziert. Dadurch neigen die Profile generell nicht zur Blasenbildung des Lacks, wie man es bereits von reinem Polyamid kennt. Die Wärmeformbeständigkeit dieses Kunststoffes ist für die typischen Parameter der Pulverlack-Einbrennung gegeben.

 

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