Oechsler feiert 150jähriges Firmenjubiläum

Der Umsatz von Oechsler stieg im Jahr 2019 um 10,7 Prozent. (Bildquelle: Oechsler)

Das Geschäftsfeld Innovative Solutions entwickelte sich im Berichtszeitraum erneut positiv. Mit einem Anstieg um mehr als 73 Prozent wies es dabei ein besonders dynamisches Wachstum auf und trug rund ein Drittel zum Konzernumsatz bei. An weltweit drei Produktionsstätten in Ansbach-Brodswinden sowie Acworth, USA, und Taicang, China umfasst dieser Bereich auch das Additive Manufacturing. In dessen Rahmen werden Spezialmaterialien im 3D-Druckverfahren verarbeitet. Zum Einsatz kommen die Komponenten zum Beispiel als Sportschuhsohlen und in Form kompressiver Gitterstrukturen, sogenannte Lattice Structures, in Schutzausrüstung für den Sportbereich.

Umsatzrückgang in Bereichen Automotive und Medical

Aufgrund des schwächeren Branchenumfelds im Automobilbereich sank der Umsatz im Geschäftsbereich Automotive 2019 um knapp sieben Prozent auf rund 300 Millionen Euro. Bedingt durch die gleichzeitig starke Entwicklung des Bereichs Innovative Solutions fiel der Anteil des Bereichs Automotive am Konzernumsatz. Das dritte Geschäftsfeld Medical entwickelte sich mit einem Umsatzanteil von knapp drei Prozent wie erwartet leicht rückläufig. Im Vorjahr lag dieser bei vier Prozent. Die Umsätze von Oechsler sanken aufgrund der Nachfrageschwäche in der Automobilbranche im Vorjahresvergleich um 12,8 Prozent auf 255,8 Mio. EUR.

Forschung und Entwicklung gewinnt an Bedeutung

Technologische Innovationen und die gezielte Vermarktung der vorhandenen technischen Kompetenz in Form neuer Anwendungen, Verfahren wie 3D-Druck und Produkte sind nach Unternehmensangaben der Motor des Wachstums des Konzerns. Dieser Maxime folgend floss ein überproportionaler Anteil des Investitionsbudgets im Berichtsjahr in Forschung und Entwicklung: Mit 18,6 Mio. EUR lagen die F&E-Investitionen im Jahr 2019 gut 27 Prozent über denen vom Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte summierten sich die Gesamtinvestitionen im Konzern auf rund 74 Mio. EUR. Davon entfielen 22 Mio. EUR auf Investitionen an den inländischen Standorten in Ansbach, Weißenburg und Ansbach Brodswinden.

Auch künftig werden Forschung und Entwicklung weiter an Bedeutung gewinnen: Zum einen verändern sich durch den technologischen Wandel in der Industrie die Bedürfnisse und Anforderungen der Hersteller an die Zulieferer. Zum anderen ergeben sich neue Wachstumschancen aus immer kürzeren Produktzyklen und gestiegenen Ansprüchen an eine schnelle lokale Verfügbarkeit für die global aufgestellte Unternehmensgruppe. Auch durch einen konsequenten Ausbau seines Stammwerkes in Ansbach zum technologischen Leitwerk für die gesamte Gruppe will der Konzern diese Chancen gezielt erschließen.

Allianz mit HP und BASF

Eine besondere Rolle nimmt dabei der Bereich der additiven Fertigung ein: Hier betreibt Oechsler nach eigenen Angaben bereits an Standorten in Europa, Asien und Nordamerika die weltweit größte Flotte von Anlagen des Silicon-Valley-3D-Druck-Pioniers Carbon. Darüber hinaus ist der Konzern kürzlich eine strategische Allianz mit HP und BASF eingegangen.

„2019 haben wir wichtige strategische Weichenstellungen vorgenommen: Im Bereich Automotive haben wir unsere Innovationsgeschwindigkeit weiter gesteigert und arbeiten mit unseren Kunden an zukunftsträchtigen Projekten“, sagte Dr. Claudius M. Kozlik, Vorstandsvorsitzender. „Im Geschäftsfeld Innovative Solutions, vor allem im Additive Manufacturing, haben wir das technische Know-how aufgebaut, um neue Kundensegmente etwa in der Sportartikelindustrie zu erschließen. Der Bereich Medical hat sich 2019 zwar verhalten entwickelt, könnte mittelfristig aber durch die aktuellen Bestrebungen, die nationalen Produktionsfähigkeiten im Bereich der Infektionsmedizin zu stärken, neue Impulse erhalten. Nicht zuletzt sehen wir uns mit sechs Auslandsstandorten auch auf mögliche Veränderungen in den globalen Lieferketten gut vorbereitet.“

Anzahl der Mitarbeiter steigt

Der positive Geschäftsverlauf wirkte sich auch auf die Beschäftigtenzahlen aus: Zum Jahresende waren rund 3.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Das sind gut 200 mehr als im Vorjahr. Hiervon waren rund 1.400, darunter 88 Auszubildende tätig.

Corona-Pandemie prägt Geschäftsverlauf 2020

In der Planung für 2020 ging Oechsler ursprünglich von einem geringfügigen Umsatzrückgang aus: bedingt auch durch die Beendigung der Sportschuhproduktion für Adidas an den Standorten in Deutschland und den USA. Für 2021 wurde wieder ein leichtes Wachstum erwartet.

Inzwischen ist offensichtlich, dass die Coronapandemie den Geschäftsverlauf des Konzerns prägen wird. Eine konkrete Prognose des Geschäftsverlaufs in 2020 ist aus heutiger Sicht nicht möglich. Denn derzeit ist nicht absehbar, wie lange Beschränkungen das Wirtschaftsleben und das Konsumentenverhalten negativ beeinflussen. Ziel des Vorstands ist es, Ergebniseinbußen im Konzern durch eine konsequente Kostendisziplin möglichst gering zu halten. Der Konzern ist mit einer im Branchenvergleich hohen Eigenkapitalquote von knapp 48 Prozent und Zugang zu ausreichender Liquidität auch in finanzieller Hinsicht grundsolide aufgestellt. Die Aufnahme von zusätzlichem Fremd- oder Eigenkapital ist daher nicht geplant. (jhn)

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