Mit Kunststoff wird ein Schuh draus

Der Laufschuh aus dem 3D-Drucker wurde in bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 getragen. (Bildquelle: Nike)

Umweltschutz und Schuhindustrie

Neben wichtigen Aspekten wie Komfort und Sicherheit beim Schuh, geht es mit dem zunehmenden Bewusstsein für Umweltschutz auch darum, was mit dem Schuh passiert, wenn er ausgedient hat. Auch hier engagiert sich das Unternehmen Adidas. Dafür berichtete der Sporthersteller im November 2016 auf der Biofabricate-Konferenz in New York vom ersten Schuh aus Biosteel-Fasern, der zu 100 Prozent biologisch abbaubar sei. Das Obermaterial des Futurecraft Biofabric Prototyp-Schuhs besteht aus einer naturbasierten und vollständig biologisch abbaubaren Hochleistungsfaser, entwickelt vom deutschen Biotechnologieunternehmen Amsilk. Die Bio-steel-Faser ist 15 Prozent leichter als herkömmliche Synthetikfasern und nach Angaben des Anbieters potenziell das stärkste, bislang verfüg-bare Naturmaterial.

Bereits im Jahr zuvor präsentierte der Sportartikel-Hersteller einen anderen Ansatz für mehr Nachhaltigkeit im Schuhgeschäft. Im Rahmen einer Veranstaltung von UN und Parley präsentierte Eric Liedtke, Vorstandsmitglied der Adidas Gruppe, verantwortlich für Global Brands, und Cyrill Gutsch, Parley for the Oceans Gründer, einen einzigartigen Prototypen-Schuh, dessen Obermaterial zu 100 Prozent aus Garnen und Fasern besteht, die aus recycelten und aufbereiteten Abfällen und illegalen Hochsee-Netzen aus den Ozeanen gefertigt wurden. Parley for the Oceans ist eine Organisation, die sich für den Schutz und Erhalt der Weltmeere einsetzt.

Jeder Fuß ist einzigartig

Mit Kunststoff wird ein Schuh draus

Die individuell gedruckte Sohle sorgt für einen bequemen und gesunden Tritt. (Bildquelle: Adidas)

Kunststoff-Entwicklung bringen die Schuhtechnik voran, ob mit neuen Werkstoffen, neuer Sohlentechnik oder Ideen zum Recycling. Aktuell im Gespräch sind Sohlen und sogar ganze Schuhe aus dem 3D-Drucker. Die additive Fertigung birgt Chancen für individuell angepasste Sohlen und Schuhe aus neuen Werkstoffen. So wie der additiv gefertigte Laufschuh Nike Zoom Superfly Flyknit, der bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio zum Einsatz kam oder die Laufschuhe der Triple Black-Edition der Futurecraft-Reihe von Adidas, die vollständig mit einem 3D-Drucker hergestellt und passgenau für jeden Athleten individuell gefertigt werden können. Auch das Unternehmen Runners Service Lab, ein Schuhhändler aus Belgien, hat für die Produktion der Phits Einlegesohlen einen 3D-Drucker verwendet. Das sind nur einige Beispiele, die zeigen welchen Chancen additive Verfahren bieten.
In Zukunft bestellt vielleicht jeder seinen persönlich angepassten Schuh, für ein Laufgefühl fast wie barfuß. Doch Kunststoff bleibt dabei auf jedem Fall – im Schuh und am Fuß.

 

 

ist Redakteurin Plastverarbeiter. etwina.gandert@huethig.de

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