Sparprogramm und massiver Stellenabbau bei Lanxess im Gespräch

Erst im letzten Jahr zog die Firmenzentrale von Leverkusen nach Köln in den repräsenattiven Lanxess-Tower um. (Bildquelle: Lanxess)

Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender von Lanxess, kommentiert: "Wir haben noch im Herbst den Trend beobachtet, dass sich Kunden im Kautschukbereich mit Aufträgen zurückhielten, weil sie in Anbetracht sinkender Ölpreise zunächst ihre Lager räumten." (Bildquelle: Lanxess)

Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender von Lanxess, kommentiert: "Wir haben den Schwung aus dem ersten Halbjahr in das dritte Quartal mitgenommen und belegen erneut die operative Stärke des neuen Lanxess. Daher heben wir die Prognose für das Gesamtjahr nochmals an." (Bildquelle: Lanxess)

Die gute Geschäftsentwicklung des dritten Quartals spiegelt sich auch im Konzernergebnis wider, das um 51,2 Prozent auf 62 Millionen Euro stieg nach 41 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie betrug 0,68 Euro gegenüber 0,45 Euro im Vorjahr.

Der Konzernumsatz sank von Juli bis September 2016 leicht um 1,6 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro nach 1,95 Milliarden Euro im Vergleichszeitraum 2015. Höhere Absatzmengen in allen Segmenten konnten dabei die rohstoffpreisbedingt niedrigeren Verkaufspreise nahezu ausgleichen.

Bereiche des neuen Lanxess sowie Kostensenkungen verantwortlich für gutes Ergebnis

Wie schon im Vorquartal führten vor allem die starke operative Entwicklung der Segmente von Lanxess, Köln, Advanced Intermediates, Performance Chemicals und High Performance Materials, sowie Kostensenkungen zum guten Gesamtergebnis.

Im dritten Quartal 2016 stieg das EBITDA vor Sondereinflüssen um 9,4 Prozent auf 257 Mio. EUR. nach 235 Mio. EUR. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen legte gegenüber dem Vergleichszeitraum von 12,0 Prozent auf 13,4 Prozent zu.

„Wir haben den Schwung aus dem ersten Halbjahr in das dritte Quartal mitgenommen und belegen erneut die operative Stärke des neuen Lanxess. Daher heben wir die Prognose für das Gesamtjahr nochmals an“, sagte Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender von Lanxess. Für das Schlussquartal 2016 erwartet der Konzern einen üblichen saisonalen Geschäftsverlauf – das heißt eine im Vergleich mit den Vorquartalen etwas gedämpftere Entwicklung.

Wachstumskurs durch Firmenübernahmen bestimmt

Das Unternehmen setzte seinen Wachstumskurs auch im dritten Quartal fort. So schloss es die Übernahme des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen des US-Konzerns Chemours am 31. August 2016 ab. Zudem hat Lanxess Ende September den nächsten Meilenstein angekündigt: Der Konzern plant, das US-Chemieunternehmen Chemtura zu übernehmen und sich als einer der führenden Anbieter für Additive zu etablieren. Inzwischen wurde die Planung der Integration in mehreren Arbeitsgruppen begonnen. Die Transaktion unterliegt noch der Zustimmung sowohl der Chemtura-Aktionäre als auch der zuständigen Kartellbehörden sowie weiteren für eine derartige Transaktion üblichen Bedingungen. Der Abschluss wird Mitte 2017 erwartet.


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Die Rangfolge basiert auf dem Jahresumsatz der Unternehmen für das Jahr 2015 (Quelle: VCI).


Margen und Absatzmengen in allen Segmenten gesteigert – Umsätze gesunken

Im Segment Advanced Intermediates sank der Umsatz um 1,1 Prozent auf 435 Mio. EUR. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag bei 83 Mio. EUR und damit um 9,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Absatzmengen stiegen vor allem im Geschäftsbereich Advanced Industrial Intermediates aufgrund einer guten Nachfrage in fast allen Endmärkten. Im Geschäftsbereich Saltigo glich unter anderem die Nachfrage nach Saltidin, dem Wirkstoff für Insektenschutzmittel, die schwächere Nachfrage nach Agrochemikalien aus. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen lag mit 19,1 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert von 17,3 Prozent.

Das Segment Performance Chemicals verzeichnete einen Umsatzanstieg um 3,2 Prozent auf 541 Mio. EUR. Neben höheren Absatzmengen trug dazu auch das Ende August von Chemours erworbene Geschäft mit Desinfektions- und Hygienelösungen bei. Das EBITDA vor Sondereinflüssen wuchs um 5,8 Prozent auf 91 Mio. EUR. Ergebnisverbessernd wirkten vor allem höhere Absatzmengen in nahezu allen Geschäftsbereichen. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stieg von 16,4 auf 16,8 Prozent.

Die Umsätze im Segment High Performance Materials gingen leicht um 2,3 Prozent auf 257 Mio. EUR zurück. Gestiegene Absatzmengen konnten dabei rohstoffkostenbedingt niedrigere Verkaufspreise nahezu ausgleichen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg deutlich um 31,3 Prozent auf 42 Mio. EUR. Höhere Absatzmengen in profitableren Produktgruppen und eine gestiegene Auslastung führten zu dieser positiven Ergebnisentwicklung. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen lag mit 16,3 Prozent deutlich über dem Wert des Vergleichsquartals von 12,2 Prozent.

Im Segment Arlanxeo gingen die Umsätze um 5,3 Prozent auf 675 Mio. EUR zurück. Insbesondere die hohe Nachfrage aus dem Automobilbereich in Asien führte zu höheren Absatzmengen, die aber den rohstoffkostenbedingten Preisrückgang nicht ausgleichen konnten. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag mit 91 Mio. EUR 3,2 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Höhere Absatzmengen und eine bessere Auslastung wirkten dabei der Belastung aus dem anhaltenden Preisdruck entgegen. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen verbesserte sich leicht auf einen Wert von 13,5 Prozent – nach 13,2 Prozent im Vorjahreszeitraum.

(dl)

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