Die Top 10 der deutschen chemischen Industrie

Der Konzern muss seine Jahresprognose 2020 aufgrund der Coronakrise anpassen. Zudem werden die Sparmaßnahmen forciert und die Investitionen gesenkt. (Bildquelle: Covestro)

 

Covestro, Leverkusen, hat als Reaktion auf die weltweite Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie seine Krisenmanagementpläne aktiv umgesetzt und die Geschäftsabläufe entsprechend den lokalen Entwicklungen angepasst, wie der Konzern jetzt mitteilte. Demnach hat der Vorstand  frühzeitig entschiedene Maßnahmen ergriffen, um das Unternehmen an die aktuellen Bedingungen anzupassen, die Gesundheit aller Covestro-Mitarbeiter zu schützen, die Lieferfähigkeit für Kunden zu gewährleisten und die starke Liquiditäts-Position von Covestro zu sichern.

Als Folge der Coronavirus-Pandemie und des daraus resultierenden zunehmend ungünstigen Geschäftsumfelds können die veröffentlichten Prognosen nicht aufrechterhalten werden. Der Vorstand passt daher die Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2020 wie folgt an:

• Für das Mengenwachstum im Kerngeschäft wird im laufenden Jahr ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert erwartet (bisher: positiver niedriger einstelliger Prozentbereich). Das vorläufige Mengenwachstum im Kerngeschäft betrug -4,1 % im ersten Quartal (Q1) 2020.
• Das EBITDA im laufenden Jahr wird im Bereich zwischen 700 Mio. und 1.200 Mio. EUR erwartet (bisher: zwischen 1.000 Mio. und 1.500 Mio. EUR). Die Neueinschätzung erfolgt im Wesentlichen aufgrund der im Jahresvergleich rückläufigen Mengenentwicklung im Kerngeschäft.
• Der Free Operating Cash Flow (FOCF) wird im laufenden Jahr im Bereich zwischen -200 Mio. und 300 Mio. EUR erwartet (bisher: zwischen 0 Mio. und 400 Mio. EUR).
• Für das Geschäftsjahr 2020 wird ein Return on Capital Employed (ROCE) zwischen -1 % und 4 % erwartet (bisher: zwischen 2 % und 7 %).
• Das Unternehmen veröffentlicht ein Konzern-EBITDA von 254 Mio. EUR als vorläufiges Ergebnis der Q1 2020 Zwischenmitteilung. Dieser vorläufige Wert liegt im erwarteten Rahmen zwischen 200 Mio. und 280 Mio. EUR. Die vollständige Q1 2020 Zwischenmitteilung wird planmäßig am 29. April 2020 veröffentlicht.
Der Vorstand erhöht das Ziel, kurzfristige Kosteneinsparungen von über 300 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2020 umzusetzen (bisher: 200 Mio. EUR). Dies erfolgt zusätzlich zum laufenden ‘Perspective’ Restrukturierungsprogramm, das Kosteneinsparungen in Höhe von 100 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2020 liefern soll.
• Die laufenden Investitionen werden um rund 200 Mio. EUR gesenkt. Für das Geschäftsjahr 2020 werden nun Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 700 Mio. (bisher: 900 Mio.) EUR erwartet.
• Covestro verfügt nach eigener Auskunft unverändert über eine starke Bilanz und erhebliche liquide Mittel. Diese umfassen aktuell rund 1,2 Mrd. EUR in Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie eine bisher nicht in Anspruch genommene Revolvierende Kreditfazilität (RCF) in Höhe von 2,5 Mrd. EUR.

Verbesserung ab 3. Quartal wird erwartet

Die Aktualisierung berücksichtigt die negativen Einflüsse der Coronavirus-Pandemie, wie sie am 15. April 2020 absehbar sind und geht von einer spürbaren Verbesserung der Situation ab dem dritten Quartal 2020 aus. Da sich die Pandemie noch in der Entwicklung befindet, können weitere Aktualisierungen der finanziellen Erwartungen nicht ausgeschlossen werden.

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51373 Leverkusen
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