Fraunhofer ICT DEmiL~nittdarstellung

Der in einem Gemeinschaftsprojekt zusammen mit dem KIT und dem Fraunhofer ICT entstandene direktgekühlte Elektromotor mit integralem Leichtbaugehäuse, kurz Demil, überzeugte die Juroren des AVK Innovationspreises. Platz 1 in der Kategorie »Produkt und Anwendung«. (Bildquelle: Fraunhofer ICT)

„Wir sind sehr froh, dass auch 2020 wieder so viele sehr gute Einreichungen eingingen. Es lief vieles ein wenig anders als gewohnt. Das erste Mal wurde die Preisverleihung als Internet-Event durchgeführt,“ sagte der Jury-Vorsitzende Gerhard Lettl. „Die positiven Entwicklungen im Bereich der faserverstärkten Kunststoffe gehen weiter. Wir erwarten auch in Zukunft viel Innovatives mit und durch diesen wichtigen Werkstoff.“

Kategorie Produkte und Anwendungen

Fraunhofer ICT DEmiL~ Steffen Reuter

Robert Maertens (links) und Steffen Reuter vom Fraunhofer ICT nehmen stellvertretend für das Gemeinschaftsprojekt den ersten Preis entgegen. Reuter berichtet über den aktuellen Stand: „Die Validierung des Motorkonzepts ist inzwischen abgeschlossen. Aktuell forschen wir an der Umsetzung für die Automobilindustrie und bereiten parallel bereits die nächste Entwicklungsstufe vor.“ (Bildquelle: Fraunhofer ICT)

In der Kategorie „Innovative Produkte und Anwendungen“ gewann der „direktgekühlte Elektromotor mit integralem Leichtbaugehäuse aus faserverstärkten Kunststoff – Demil“ des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie ICT, Pfinztal mit dem Karlsruher Institut für Technologie und Sumitomo Bakelite den ersten Platz. Dieser Hochleistungs-Elektromotor zeigt, dass faserverstärkte Kunststoffe das Gewicht und die Baugröße im Vergleich zur üblichen Metallbauweise verringern können. Der Motor erreicht eine Dauerleistung von 58 kW bei einem Gewicht von 10,5 kg. Die Leistungsdichte von 5,5 kW/kg stellt einen neuen Maßstab für großserienfähig herstellbare Elektromotoren dar. Um Composites einsetzen zu können, wurde ein Kühlsystem im Gehäuse integriert, das die enstehende Verlustwärme des Motors direkt am Ort der Entstehung ableitet.

Fraunhofer ICT DEmiL~nittdarstellung

Der in einem Gemeinschaftsprojekt zusammen mit dem KIT und dem Fraunhofer ICT entstandene direktgekühlte Elektromotor mit integralem Leichtbaugehäuse, kurz Demil, überzeugte die Juroren des AVK Innovationspreises. Platz 1 in der Kategorie »Produkt und Anwendung«. (Bildquelle: Fraunhofer ICT)

2. Platz: „Wiederaufbereitbare, reparierbare und recyclingfähige (3R) duroplastische Verbundwerkstoffe für wettbewerbsfähigere und nachhaltigere Industrien“ – Cidetec, Donostia-San Sebastian, Spanien

3. Platz: „Brandsichere Composite Metall Hybridstruktur LEO Brandschutzsandwich mit integriertem Hyconnect Stahl-Glasshybridverbinder“ – Saerterx mit Hyconnect

Kategorie Prozesse und Verfahren

Platz 1 in der Kategorie „Prozesse und Verfahren“ erhielten Robin und das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden mit dem Verfahren „Robotised Injection Moulding (Robin)“. Durch den Einsatz von Kohlenstofffasern in einem Composite-C-Bügel einer Spritzgussmaschine ist es gelungen, die Maschine mit unter 140 kg zu bauen. Dadurch kann die Maschine zum Beispiel an einem Roboter befestigt und frei im Raum bewegt werden. Diese Mobilität in der Anlagentechnik führt zu einer größeren Flexibilität des Spritzgießprozesses bei der Fertigung von hybriden Bauteilen, gleichzeitig lassen sich die Leichtbauprodukte ressourcenschonend herstellen.

2. Platz: „Omega Stringer völlig von der Rolle“ – Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Braunschweig

3. Platz: „Hybridguss – Herstellung intrinsischer CFK-Aluminium Verbundstrukturen im Aluminiumdruckgießverfahren“ – Faserinstitut Bremen mit Fraunhofer IFAM, Bremen

Kategorie Forschung und Wissenschaft

Fraunhofer ICT Preis~T-RTM-Verfahren

Forscher im Bereich Kunststofftechnik des Fraunhofer ICT nehmen den AVK-Innovationspreis in der Kategorie „Forschung und Wissenschaft“ entgegen. Für die Mobilität von morgen entwickelten sie den thermoplastischen Resin-Transfer-Molding (T-RTM) Prozess weiter, um robust in der Großserie produzieren zu können. Am Beispiel einer PKW-Blattfeder wurden die Ergebnisse validiert. Von links nach rechts: Michael Wilhelm, Marco Becker, Cahit Arik und Rainer Wendel. Bildquelle: Fraunhofer ICT)

In der Kategorie „Forschung und Wissenschaft“ wurde mit dem 1. Platz die FH Münster mit „neuen hochtemperaturbeständigen UP-Harzen und Zähmodifizierer“ ausgezeichnet. Das UP-Harz erreicht eine Wärmeformbeständigkeit (HDT) von beinahe 250 °C. Die bisher höchste gemessene HDT liegt bei etwa 180°C. Die photochemische und thermische Reaktivität liegt signifikant höher als bei vergleichbaren hochtemperaturbeständigen Vinylestern und -urethanen. Der Zähmodifzierer wurde auf Basis von Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymerisaten entwickelt und erhöht die Zähigkeit bei Termperaturen zwischen 100 und 160 °C. Gleichzeitig wird die Reaktivität erhöht und die Oberflächenqualität des Laminats verbessert.

2. Platz: „Wissenschaftliche Grundlagen zur industriellen Anwendung des thermoplastischen Resin Transfer Molding-Verfahrens (T-RTM)“ – Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT, Pfinztal

thermoplastische Blattfeder

Trägt zur nachhaltigen Mobilität bei: die thermoplastische Blattfeder. Die Weiterentwicklung des T-RTM Verfahrens ermöglicht es, in einem nun robusten Prozess, serienfähig faserverstärkte Kunststoffbauteile herzustellen. (Bildquelle: Fraunhofer ICT)

3. Platz: „Die material- und energieeffiziente Herstellung von Turbinen Struts durch die integrative Kombination duroplastischer faserverstärkter Werkstoffe“ – Lehrstuhl für Kunststofftechnik, Uni Erlangen-Nürnberg mit Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Gubesch Group, Schmidt WFT, Siebenwurst, Raschig.

Viele Innovationen der Preisträger werden dieses Jahr erneut in der AVK-Innovationspreisbroschüre präsentiert. (jhn)

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