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Hundert Experten für Biowerkstoffe wählten am 20. April beim Biowerkstoff-Kongress auf der Hannover Messe die Sieger des Wettbewerbs „Biowerkstoff des Jahres“. Der Innovationspreis wurde bereits das dritte Mal vom Nova-Institut, Hürth, ausgelobt und vom Maschinenbauer Coperion, Stuttgart, gesponsert.

Den ersten Platz erreichte Propper aus Bayern für den Werkstoff Proganic, der in Konsumgütern wie Gießkannen, Blumentöpfen, Eierbechern und -löffeln eingesetzt wird. Das Besondere: Der Werkstoff besteht primär aus Polyhydroxyalkanoat (PHA), Carnauba Wachs und natürlichen mineralischen Füllstoffen. PHA wird von Bakterien aus Stärke oder Zucker gewonnen. Propper nutzt diesen bio-basierten Kunststoff weltweit erstmalig in einer Konsumgüterserie. Auch in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen ist eine Vielzahl weiterer Produkte geplant.

Auf den zweiten Platz kam das niederländische Unternehmen GreenGran für sein gleichnamiges Material, das in einem Joint Venture in China produziert wird. Es handelt sich dabei um einen naturfaserverstärkten Kunststoff für Spritzgussanwendungen. Zum Einsatz kommen verschiedene Bastfasern wie Jute, Flachs oder Hanf und als Matrix Polypropylen (PP) oder auch bio-basierte Kunststoffe wie Polymilchsäure (PLA). Ein Produktbeispiel ist das in Frankreich am Markt eingeführte Universal-Ladegerät BioCharger, das aus juteverstärktem Polypropylen hergestellt wird. Das Besondere an GreenGran sind seine mechanischen Eigenschaften, die in Festigkeit und Steifigkeit Werte von glasfaserverstärktem PP erreichen, dabei aber eine geringere Dichte aufweisen.

Auf den dritten Platz kam Henkel, Düsseldorf, mit dem neuen PLA-basierten Biowerkstoff Artic, aus dem in Kürze die neue Serie von Büroartikeln hergestellt werden soll. In Hannover wurde Artic in der Anwendung Pritt Ecomfort Korrekturroller präsentiert. Es ist ein bedeutsamer Schritt, dass ein weltweit agierender Konzern in einem seiner Markenprodukte bio-basierte Kunststoffe einsetzt.

Alle drei Preisträger legen Zeugnis für Wandel bei den Biowerkstoffen ab. Wurde der Bereich bislang von kurzlebigen Anwendungen im Verpackungsbereich dominiert, bei denen die biologische Abbaubarkeit im Vordergrund stand, finden die Produkte der drei Preisträger nun ihren Einsatz in dauerhaften Anwendungen. Im Mittelpunkt steht dabei bio-basiert, und die biologische Abbaubarkeit ist nur noch eine mögliche Option am Lebensende der Produkte.

Die etwa 20 Vorträge des 3. Biowerkstoff-Kongresses können ab Mitte Mai für 100,00 Euro plus MwSt. im Nova-Shop herunterladen werden.

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