Am 3. Januar hatte der Spritzgießmaschinenbauer mit Firmensitz in Köttingbrunn/Österreich beim Landgericht Wiener Neustadt einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingereicht. Vorausgegangen war der Verkauf des Unternehmens an OOD Private Equity Ende Dezember. Diese Transaktion hatte der bisherige und aktuelle Eigentümer Battenfelds, Adcuram, jedoch nur einen Tag später wieder rückabgewickelt. Angeblich auf Grund der durch den Verkauf entstandenen Irritationen in der Öffentlichkeit. „Es hat den Anschein, als ob der neue Eigentümer eine Briefkastenfirma in London ist“, wurde Klaus Schneeberger, Klubobmann der Volkspartei im Niederösterreichischen Landtag in der lokalen Wirtschaftspresse zitiert.

Adcuram war im Herbst 2006 bei Battenfeld eingestiegen und hatte Maßnahmen zur Restrukturierung des bereits zu dieser Zeit in die Krise geratenen Maschinenbauers eingeleitet. Die erneuten Probleme begründet Adcuram damit, dass sich die Situation 2007 „unerwartet und dramatisch zugespitzt“ habe. Verantwortlich dafür seien die hohen Preissteigerungen und Versorgungsengpässe auf der Beschaffungsseite, woraus Kosten resultierten, die nicht an die Kunden weitergegeben werden konnten. Gleichzeitig habe der Umzug der Produktion von Meinerzhagen nach Kottingbrunn das Unternehmen stark belastet. Im Ergebnis habe die Battenfeld-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als 15 Millionen Euro an liquiden Mitteln verbraucht, so Adcuram.

Für Battenfeld selbst kam der Verkauf an OOD überraschend. Noch im Oktober hieß es „Battenfeld sei wieder auf Erfolgskurs“ und im Dezember erst wurde Georg Tinschert zum neuen Geschäftsführer bestellt. Dieser sieht gute Chancen, das Unternehmen mit Unterstützung durch Investoren und überbrückender Hilfe durch das Land Niederösterreich wieder „flott“ zu bekommen. Er verweist auf das „sehr gute Produktprogramm, einen großen treuen Kundenkreis und Mitarbeiter, die ihr Bestes geben, um die Kunden bestens zufrieden zu stellen.“ Die aktuelle Auftragslage bezeichnet Tinschert als gut. Für die nächsten drei Monate sei Battenfeld voll ausgelastet.

Inzwischen ist auch Adcuram bereit, die Fortführung des Traditionsunternehmens im Rahmen des Insolvenzvertrags zu unterstützen. So soll nach Informationen des ORF die österreichische Service-Gesellschaft wieder in das Unternehmen eingegliedert werden und die Patente wieder zu Battenfeld zurück wandern. „Adcuram verzichtet auf einen Teil der Forderungen“, wird Landeshauptmann Erwin Pröll im Österreichischen Rundfunk zitiert.

Mit 472 Mitarbeitern ist Battenfeld Kunststoffmaschinen der größte Arbeitgeber im Bezirk Baden bei Wien.

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Wittmann Battenfeld GmbH

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Austria