GPA_Zylinderkopfabdeckung_Polyamid 66

Die Polyamid 6.6-Knappheit kann Anfang 2019 zu ersten Lieferausfällen führen, meldet der Verband der französischen Automobil-Kunststoffteilehersteller. Im Bild: Zylinderkopfabdeckung aus Polyamid 6.6 (Bildquelle: GPA Groupement Plasturgie Automobile)

Es handelt sich um ein strukturelles Problem, schreibt die GPA. Nur fünf Standorte weltweit produzieren Adiponitril, eine der für Polyamid 6.6 erforderlichen Komponenten: einer in Frankreich, einer in Japan und drei in den USA. Zahlreiche Kunststoffhersteller, die höhere Gewalt (Force Majeure) erklärt haben, haben ihre Produktion von PA 6.6 unterbrochen und ihren Kunden Quoten auferlegt. Darüber hinaus sei der Preis für dieses Material seit 2017 um mehr als 40 % beziehungsweise 1.500 EUR je Tonne gestiegen, heißt es bei dem Verband.

Gleichzeitig wird PA 6.6 in immer mehr Anwendungen eingesetzt, insbesondere in der Elektronik. „Die Verfahren zur Genehmigung neuer Materialien machen es jedoch sehr schwierig, kurzfristig alternative Lösungen zu finden“, erklärte der Präsident der GPA, Luc Messien. Die Kunststoff-Automobilzulieferer fordern daher die Kunststoffhersteller auf, schnell neue Produktionslinien zu eröffnen und ihre Lieferkette zu sichern.

„Ausfälle in der Lieferung von PA 6.6 sind hauptsächlich auf die Fragilität der Lieferkette zurückzuführen“, ergänzte Armelle Dumont, Geschäftsführerin des GPA. „Heute sind nur noch 55 % der europäischen Produktionskapazität von PA 6.6 verfügbar. Gleichzeitig erfordert die aktuelle Nachfrage eine Erhöhung der Produktionskapazität.“

Suche nach alternativen Kunststoffen zu PA 6.6

Die Suche nach Alternativen ist eine komplexe Angelegenheit, weil die Ersatzmaterialien die gleichen funktionalen Spezifikationen wie PA 6.6 erfüllen müssen. Die Materialien, die diese Bedingung erfüllen, sind jedoch oft noch knapper und teurer. Darüber hinaus dauern die Prozesse zur Freigabe neuer Materialien sehr lange. „Wir bitten die Automobilhersteller, uns zu helfen, insbesondere durch die Verkürzung ihrer Genehmigungsverfahren. Diese Materialknappheit führt dazu, dass die Lieferungen an bestimmte Mitglieder der GPA Anfang 2019 versiegen werden, was die gesamte Produktionskette in Gefahr bringen könnte. Wir bedauern diese Situation, haben aber vorerst keine Lösung“, sagte Dumont. (dw)

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