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Elring Klinger ist ein weltweit tätiger Systempartner der Automobilindustrie für Leichtbaulösungen, Elektromobilität, Dichtungs- und Abschirmtechnik, Werkzeugtechnologie sowie Engineering-Dienstleistungen. (Bildquelle: Elring Klinger)

Nach einem bereits sehr starken Wachstum im Geschäftsjahr 2019 steigerte der Konzern in Nordamerika die Erlöse zwischen Januar und März 2020 erneut um 4,1 Prozent, während in Europa aufgrund der sich abschwächenden Konjunktur im Vergleich zum Vorjahr insgesamt 30 Mio. EUR oder 12,4 Prozent weniger Umsatz generiert wurde. In Asien-Pazifik, wo sich bereits im Berichtsquartal die ökonomischen Effekte aus der Coronavirus-Pandemie niederschlugen, gingen die Umsätze um 21,7 Prozent zurück.

Positives operatives Ergebnis

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag im ersten Quartal 2020 mit 45,8 Mio. EUR erkennbar über dem Vorjahresniveau von 34,8 Mio. EUR. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) konnte um 9,6 Mio. EUR auf 16,0 Mio. EUR verbessert werden. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten die Optimierungsmaßnahmen an den Standorten in Nordamerika. Darüber hinaus wirkte sich das vom Vorstand konzernweit implementierte Programm zur Effizienzsteigerung positiv auf die Umsatz-, Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten aus. Negative Ergebniseffekte, die aus den Produktionseinschränkungen in Asien aufgrund der Coronapandemie resultierten, konnten so überkompensiert werden. Zudem verzeichnete das Ersatzteilgeschäft deutliche Abrufsteigerungen.

Das Finanzergebnis, das auf minus 9,8 Mio. EUR sank, war im ersten Quartal 2020 insbesondere durch die Entwicklung des mexikanischen Pesos belastet. Dagegen reduzierten sich die Ertragsteueraufwendungen um 2,0 Mio. EUR auf 4,5 Mio. EUR. Nach deren Abzug lag das Periodenergebnis zwischen Januar und März 2020 bei 1,6 Mio. EUR. Dieses war im ersten Quartal 2019 bei -1,1 Mio. EUR. Das entspricht einem Ergebnis je Aktie von 0,03 EUR.

Cashflow-Optimierung im Fokus

Zwischen Januar und März 2020 führte Elring Klinger seinen disziplinierten Investitionsansatz fort. Das Nettoumlaufvermögen (Net Working Capital) konnte durch gezielte Optimierungsmaßnahmen deutlich gegenüber dem Vorjahr um 154,3 Mio. EUR reduziert werden. Auch dadurch verbesserte sich der operative Free Cashflow von minus 19,3 Mio. EUR im ersten Quartal 2019 auf minus 2,2 Mio. EUR im Berichtsquartal. Die Cashflow-Entwicklung der letzten Quartale wirkte sich positiv aus. So konnte die Nettoverschuldung innerhalb von zwölf Monaten um knapp 200 Mio. EUR auf 603,1 Mio. EUR zurückgeführt werden.

Auftragseingang und Auftragsbestand rückläufig

Die Produktionsunterbrechungen zunächst in Asien und später auch in Europa, Nord- und Südamerika sowie Südafrika schlugen sich im ersten Quartal in der Auftragslage nieder. Der Auftragseingang ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um 28,8 Prozent zurück und der Auftragsbestand verminderte sich um 8,2 Prozent.

Ausblick 2020: Wirtschaftslage unklar

Nachdem das Unternehmen die Produktion in seinen Werken Ende März bedarfsgerecht angepasst hatte, begann der Konzern Ende April, den Betrieb in Deutschland und an den übrigen europäischen Standorten schrittweise wieder hochzufahren. Nordamerika und Brasilien werden mit einem zeitlichen Abstand folgen. Bis auf Indien konnten sich die asiatischen Werke weiter stabilisieren und zeigten eine positive Entwicklung.

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Dr. Stefan Wolf ist Vorstandsvorsitzender bei Elring Klinger. (Bildquelle: Elring Klinger)

„Nach wie vor sind die ökonomischen Auswirkungen der Coronaviruspandemie in ihrem Ausmaß nicht konkret abzusehen. Man wird sie vor allem im zweiten und wahrscheinlich auch im dritten Quartal 2020 sehen. Entscheidend ist, wie schnell das wirtschaftliche Leben in den wichtigen Industrienationen wieder anläuft und wie nachhaltig sich die Nachfrage in den kommenden Quartalen entwickelt“, ergänzt Dr. Stefan Wolf, CEO bei Elring Klinger.

Vor diesem Hintergrund und unter Hinweis auf die zahlreichen Unwägbarkeiten erwartet der Konzern für 2020, dass sich die organische Umsatzveränderung leicht über dem Niveau der globalen Automobilproduktion bewegen wird. Die Automobilbranche erwartet derzeit ein Minus von 22 Prozent. Trotz der eingesetzten Maßnahmen zur Kostenreduzierung ist aus derzeitiger Sicht anzunehmen, dass die erwarteten Umsatzeinbußen nicht vollständig kompensiert werden können. Daher rechnet der Konzern mit einer Ebit-Marge, die erkennbar unter dem Vorjahr liegen wird. Infolgedessen ist für die Kennzahl Nettoverschuldung/Ebitda zum Jahresende 2020 von einem Niveau über dem des Vorjahres auszugehen. Unverändert wird Elring Klinger seinen disziplinierten Ansatz bei den Investitionen beibehalten und auch seine Optimierungen beim Net Working Capital fortsetzen, sodass der Konzern für 2020 einen insgesamt positiven operativen Free Cashflow erwartet. (jhn)

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