Der Vorschlag der EU-Kommission stelle „einen wichtigen ersten Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Wirtschaft dar“, kommentiert de Bie. Mit Blick auf die Leitprinzipien einer Kreislaufwirtschaft sowie einer effizienten Ressourcennutzung, sollten Gesetzgeber die heutige Initiative auch als Chance verstehen, biobasierte Produkte, wie Biokunststoffe, zu fördern, meint der Verband der Biokunststoff-Hersteller. Er empfiehlt, dass den Mitgliedsstaaten bei ihren Maßnahmen zur Reduktion von Kunststofftragetaschen eine gewisse Flexibilität im Hinblick auf Biokunststoff-Taschen zugestanden werden. Biokunststoffe sollten aufgrund ihrer geringeren Umweltwirkung von Maßnahmen zur Reduzierung dünnwandiger Einwegtaschen ausgenommen werden können.

Der Verband unterstützt die Verringerung des Tragetaschenkonsums innerhalb der EU insgesamt und befürwortet den Ansatz der Kommission, die Richtlinie für Verpackungen und Verpackungsabfälle dahingehend anzupassen. Der Vorschlag erlaubt den Mitgliedsstaaten, von Artikel 18 der Richtlinie abzuweichen. Der Biokunststoffvernamd empfiehlt darüber hinaus, spezifische Maßnahmen zur Förderung von Biokunststoff-Alternativen zu bedenken.

„Gemäß dieses Richtlinienvorschlags, würde das italienische Tragetaschen-Gesetz abschließend für gültig erklärt. Das Gesetz beinhaltet ein Verbot fossil-basierter dünnwandiger Einwegtaschen, und führt die Verwendung von kompostierbaren, nach EN 13432 zertifizierten, Kunststofftragetaschen ein“, erklärt de Bie. European Bioplastics befürwortet darüber hinaus, biobasierte, nicht-biologisch abbaubare Tragetaschen, die einen Biomasseanteil von mindestens 50 Prozent aufweisen, ebenfalls von restriktiven Marktmaßnahmen zu befreien. Die Förderung von Biokunststoff-Alternativen im Tragetaschenmarkt trägt umwelttechnischen Fragestellungen Rechnung und treibt die Bildung einer biobasierten Wirtschaft voran.

Weblink zum Thema
Weitere Informationen zu Biokunststoff-Tragetaschen finden Sie auf der Internetseite von European Bioplastics (in englischer Sprache), unter anderem ein Positionspapier und ein Fact-Sheet.

Der Industrieverband Papier- und Folienverpackung (IPV) in Frankfurt hat auf seiner Internetseite ebenfalls eine umfangreiche Sammlung mit 17 Fakten zum Thema Kunststofftragetaschen veröffentlicht; der Tenor der Fakten ist jedoch gegenläufig zur Position der Biokunststoff-Hersteller. Unter den dort dargestellten Fakten findet sich beispielsweise, dass in der EU pro Jahr etwa 700.000 t Kunststoff-Tragetaschen hergestellt werden oder ein Bundesbürger pro Jahr 65 Kunststoff-Tragetaschen verbraucht. Oder dass der oft zitierte Strudel aus Kunststoff-Abfällen im Pazifik aus einer Vielzahl verschiedenster Kunststoff-Produkte besteht wie landwirtschaftlichen Folien, Food-Verpackungen und PET-Flaschen.

(dw)

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