Mögliches Funktionsprinzip eines Perfusionsadapters

Mögliches Funktionsprinzip eines Perfusionsadapters (Bild: KUZ Leipzig)

Das Verfahren des „Tissue Engineerings“ (Gewebekonstruktion), als Teilgebiet der regenerativen Medizin, bietet die Möglichkeit durch künstliche Herstellung biologischer Gewebestrukturen krankes Gewebe von Patienten zu regenerieren oder zu ersetzen. Mit Hilfe einer Verfahrenskombination mit additiven Fertigungstechnologien können mit der sogenannten Biofabrikation sogar dreidimensionale Gewebestrukturen hergestellt werden. Dies soll zukünftig die Herstellung von Organbestandteilen bis hin zum Drucken kompletter Organe ermöglichen. Für das 3D-Tissue-Engineering müssen, zur ausreichenden Zellkultivierung innerhalb der 3D-Stützstruktur, Perfusionshilfen in Form von permeablen Hohlfasern integriert werden. Diese sorgen dafür, dass die zur Zellkultivierung notwendige, sauerstoffreiche Nährlösung in das Innere der 3D-Stützstruktur dringt und ausreichend zirkulieren kann.

Die Hohlfasern sind aufgrund ihrer kleinen Dimensionen und ihrer individuellen mechanischen Eigenschaften nicht mit gängigen Verbindungselementen kompatibel. Zur gesicherten Ankopplung der Hohlfasern an externe Perfusionssysteme wird daher eine mehrteilige Mikroadaptertechnologie entwickelt, welche das sichere Handling des Gesamtsystems ermöglichen soll. Diese Mikro-Adapter werden aufgrund ihres geringen Bauteilgewichtes und Dimensionen für die Herstellung im Mikrospritzgussverfahren,
insbesondere auf der im KUZ entwickelten Zweistufen-Kolbenspritzgießmaschine „formica-PLAST“, realisiert. Hierfür müssen die Adapterlösungen sowohl hinsichtlich funktionaler als auch prozessbedingter und medizintechnischer Merkmale konzipiert werden. Aufgrund der minimalen Bauteildimensionen wird weiterhin eine Ankopplungshilfe, also Füge- bzw. Trennvorrichtung, entwickelt und bereitgestellt. Nachdem die Ankopplung für künstliche Perfusionsstrukturen für das 3D-Tissue-Engineering qualifiziert ist, wird weiterhin die Anwendung der Adaptertechnologie für das schonende und lösbare Ankoppeln von natürlichen Blutgefäßen in der Transplantationsmedizin (normothermische und hypothermische Maschinenperfusionssysteme) für Empfänger von Spendeorganen transferiert und qualifiziert. Das Projekt wird im engen Wissensaustausch mit dem FILK – Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen in Freiberg durchgeführt, welches intensiv an der Herstellung von 3D-Stützstrukturen und Perfusionshilfen aus Kollagen im 3D-Tissue-Engineering forscht.

 

Quelle: KUZ

Simulationsbild einer mechanischen Anbindungslösung
Simulationsbild einer mechanischen Anbindungslösung (Bild: KUZ)

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