Die Bio-based Material of the Year 2020 Awards wurden in diesem Jahr online vergeben. (Bildquelle: Yncoris)

Die Bio-based Material of the Year 2020 Awards wurden in diesem Jahr online vergeben. (Bildquelle: Yncoris)

Gerade in unsicheren Zeiten ist der Wunsch nach Austausch, Kooperation und Innovation in der Bioökonomie noch größer als sonst. Die Forderung von Politikern und Unternehmen, nach der Krise eine grünere Wirtschaft zu fördern, ist lauter denn je. Doch was sind die besten Wege, um die Chemie- und Kunststoffindustrie nachhaltiger zu machen? Welche Rolle kann und wird die bio-basierte Ökonomie in der Zukunft spielen?

Internationales Publikum

Auf der Online-Konferenz des Nova-Instituts wurden wichtige Themen zu Innovationen in den Bereichen bio-basierte Building-Blocks & Polymere, biobasierte Feinchemikalien sowie Durchbrüche in der Ligninverwertung, der industriellen Biotechnologie und für biologisch abbaubare Lösungen vorgestellt. Darüber hinaus wurden zukünftige Strategien und die neuesten politischen Regulierungen diskutiert. Die Konferenz war in diesem Jahr die (bisher) größte Veranstaltung der Bioökonomie. 44 Redner, hauptsächlich aus der Industrie, sowie 240 Teilnehmer aus 26 Ländern nahmen an der Online-Konferenz teil und diskutierten mehr als 250 Fragen mit den Rednern.

Wie in jedem Jahr wurde der Innovationspreis „Bio-based Material of the Year“ an die innovativsten Materialien und Produkte auf dem Markt vergeben. Sechs Unternehmen aus 17 Bewerbungen wurden zuvor von einer Fachjury nominiert, und die Nominierten brachten ihre innovativen Ideen über den Bildschirm zu den Teilnehmern nach Hause. Nach den Präsentationen der sechs Nominierten wurden die Gewinner in einer Online-Umfrage vom Publikum gewählt und mit ihrem Preis ausgezeichnet, der von Yncoris Industrial Services, Hürth gesponsert wurde.

Die Preisträger

Die durch das Publikum der Online-Konferenz preisgekrönten Produkte. (Bildquelle: Nova-Institut)

Die durch das Publikum der Online-Konferenz preisgekrönten Produkte. (Bildquelle: Nova-Institut)

Platz 1: Fresh – Biologisch abbaubare Fertiggerichtverpackungen, Huhtamaki Lurgan, UK/Finnland

Fresh ist eine vollständig bio-basierte und biologisch abbaubare Fertiggerichtverpackung. Es handelt sich um eine Fertiggerichtschale auf Holzfaserbasis, die als Alternative für schwarzen Kunststoff eingesetzt werden kann. Das Material ist leichter zu recyceln und für die Heimkompostierung zertifiziert. Die Verpackung wird aus natürlichen Holzfasern hergestellt, die aus FSC-zertifizierten und erneuerbaren nordischen Wäldern stammen. Fresh wurde in Zusammenarbeit von Huhtamaki (FI), Saladworks (UK) und Södra (SE) im Rahmen eines vom BBI JU finanzierten Horizon 2020-Projekts (Förderzeitraum: Feb 2017 bis Juli 2020) entwickelt. Die Schale ist lebensmitteltauglich, hitzebeständig und mikrowellengeeignet, angenehm zu handhaben, bleibt beim Erwärmen formstabil und ist natürlich ästhetisch ansprechend. Die Schalen werden in Nordirland von Huhtamaki Lurgan mit Hilfe eigens entwickelter Maschinen hergestellt.

Platz 2: Monta Biopack – Klebeband, Monta Klebebandwerk, Immenstadt

Monta Biopack ist das erste zertifizierte nachhaltige Klebeband; es wird in Deutschland hergestellt und besteht zu rund 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Sein Träger ist eine biobasierte PLA-Folie, die mit einem Naturkautschukkleber beschichtet ist. Unter industriellen Kompostierungsbedingungen baut sich dieses Verpackungsband innerhalb weniger Monate biologisch ab. Monta Biopack erfüllt damit die Anforderungen an die Zersetzung, den biologischen Abbau, die Ökotoxizität und die Materialeigenschaften nach EN 13432, ASTM D 6400-04, AS 4736 (2006) und ISO 17088 (2012): Zertifiziert vom TÜV Austria und gekennzeichnet mit dem Konformitätszeichen „OK Compost Industrial“. Das Klebeband ist die umweltfreundliche Alternative für den Verschluss von Kartonagen, biologisch abbaubaren Beuteln und für das Binden von Blumen und Gartenabfällen. Zudem vermeidet die nachhaltige Rollenlänge von 80 m und 1.200 m unnötigen Verpackungsmüll.

Platz 3: Bio Ormocer – Eine funktionelle Barrierebeschichtung, Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC, Würzburg

Das Fraunhofer ISC hat eine funktionelle Barrierebeschichtung (Bio Ormocer) entwickelt, aus der Monomaterial-, Papier- und kompostierbare Verpackungen hergestellt werden können. Mithilfe dieser neuen Beschichtung, können die erforderlichen Eigenschaften für Verpackungen von Lebensmitteln, Kosmetika und Pharmazeutika erreicht werden. Zudem können diese Verpackungen leicht recycelt oder kompostiert werden. Bio Ormocer ist biobasiert, kompostierbar und hat bio-organische Strukturen, die aus Grünabfällen oder Chitosan hergestellt werden. (sf)