Auf einer Pilotanlage in Linz produziert Borealis PP-Meltblown-Vliess für Atemschutzmasken. (Bildquelle: Borealis)

Auf einer Pilotanlage in Linz produziert Borealis PP-Meltblown-Vlies für Atemschutzmasken. (Bildquelle: Borealis)

Innerhalb kurzer Zeit schaffte es Borealis, seine Arbeitsmethode von einem reinen Entwicklungsansatz auf eine Pilotproduktion in kleinerem Maßstab umzustellen, um die regelmäßige Herstellung sehr feiner Fasern, die zu Faserbahnen in Rollen aufgewickelt werden. Diese finden Anwendung in allen Arten von Gesichtsmasken. Ein vor kurzem entwickeltes, unternehmenseigenes Polypropylen- (PP) Meltblown-Material sorgt dabei für verbesserte Filtereigenschaften aufgrund feinerer Fasern. Unter Nutzung eines robusten Netzwerks an Kooperationspartnern im Inland hilft das Unternehmen dabei, die Versorgung mit Filtermedien zu erhöhen, um die lokale Gesichtsmaskenproduktion auszubauen.

Flexibilität, Kooperation und Innovation

Auch wenn eine Vielzahl PP-basierter Meltblown-Vliese für uns nicht sichtbar sind, so sind diese doch ein Bestandteil unseres täglichen Lebens. Solche fortschrittlichen PP-Lösungen für Meltblown-Stoffe finden nicht nur in Haushaltsgeräten wie Staubsaugern Verwendung, sondern werden auch für Luftkühl- und Heizgeräte eingesetzt. Ihre große Bedeutung für die Hygiene- und Healthcare-Branche, insbesondere im Zusammenhang mit Gesichtsmasken und Schutzbekleidung, machte sich im Zuge der globalen Coronavirus-Pandemie schmerzlich bemerkbar, die zu dramatischen Engpässen für persönliche Schutzausrüstung (PSA) für Beschäftigte im Gesundheitswesen, aber auch für andere Berufsgruppen auf der ganzen Welt führte.

Die vorrübergehend umgerüstete Pilottestanlage in kleinem Maßstab befindet sich im Verarbeitungs- und Anwendungstechnikum des Borealis Innovation Headquarters in Linz. Das neu entwickelte Borealis Material HL912FB wird dabei für die Produktion von Meltblown-Vliesbahnen verwendet, die wiederum für individualisierte Einlagen in baumwollbasierten Mund-Nasen-Masken, herkömmlichen Mund-Nasen-Masken oder auch für High-End-Gesichtsmasken für im medizinischen Bereich tätige Personen (FFP1 bis FFP3 Masken) eingesetzt werden.

Feine Fasern für gute Filtrationsleistung

Eine typische Maske besteht aus Spinnvlies-Außenschichten und einer Meltblown-Mittelschicht. Die Spinnvliesschichten liefern die erforderliche Struktur, während die Meltblown-Schicht für die entsprechenden Barriereeigenschaften sorgt. Für hochwertige medizinische FFP1 bis FFP3 Masken werden spezielle Meltblown-Strukturen mit extrem feinen Fasern benötigt.

Die bekannten Borealis-Meltblown-Materialien HL708FB und HL712FB sind Referenzmaterialien im Filterbereich. Unlängst wurde das neue Material HL912FB auf den Markt gebracht, das bei höheren Temperaturen verarbeitet werden kann und somit die Produktion noch feinerer Fasern ermöglicht. Die Ergebnisse interner Tests von HL912FB zeigen eine maßgebliche Verbesserung der Filtereffizienz. Alle drei Materialien werden in Anlagen in Europa produziert und weltweit vertrieben. (sf)