Düsseldorf wird aufgrund des Coronavirus erst 2021 wieder zur Drupacity. (Bildquelle: Messe Düsseldorf)

Düsseldorf wird aufgrund des Coronavirus erst 2021 wieder zur Drupacity. (Bildquelle: Messe Düsseldorf)

„Die Entscheidung wurde in enger Abstimmung mit unseren Beiräten und Trägerverbänden getroffen“, betont Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf. Sie spiegele auch den Wunsch einzelner Branchen wider: „Als ihr Partner setzen wir im Moment alles daran, die wirtschaftlichen Einbußen unserer Aussteller zu reduzieren.“

„Die Stadt Düsseldorf hält sich an die Weisung der Landesregierung. Unser Ziel ist es, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, damit die Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens erhalten bleibt“, hebt Thomas Geisel, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf und Aufsichtsratsvorsitzender der Düsseldorfer Messegesellschaft, hervor.

Maßnahmen des RKI praktisch nicht umsetzbar

Die Ausbreitung des Virus so weit wie möglich zu verzögern, ist auch laut Robert Koch Institut (RKI) ein erklärtes Ziel. Um der Verantwortung der Messe Düsseldorf zur Gefahrenabwehr gerecht zu werden, musste das Unternehmen in erster Linie das bei Großveranstaltungen erhöhte Infektionsrisiko minimieren. Maßnahmen zur Minderung des Übertragungsrisikos bei großen Veranstaltungen, die das Robert Koch Institut eindeutig festgelegt hat – wie zum Beispiel eine Belüftung des Veranstaltungsortes, die dem Infektionsrisiko angemessen ist, der Ausschluss von Personen aus Risikogruppen sowie das flächendeckende Einrichten von Eingangsscreenings, waren praktisch nicht umsetzbar. Auch vergleichbare Maßnahmen waren und sind in Anbetracht der unvorhersehbaren, rasanten Entwicklung und der Größenordnungen der verschiedenen Veranstaltungen von bis zu 60.000 Teilnehmern unzumutbar.

Auch Drupa Präsident Claus Bolza-Schünemann pflichtet dem bei: „Eine Verschiebung der Drupa war nach den jüngsten Entwicklungen unaufhaltsam. Die Entscheidung ist daher richtig und verantwortungsvoll. Ab Mitte März hätten für zahlreiche Aussteller logistische Aktivitäten angestanden — die heutige Bekanntmachung der Verschiebung ermöglicht es allen Betroffenen, frühzeitig zu reagieren, neu zu disponieren und sich auf den Veranstaltungstermin im April 2021 einzustellen. Die Freude auf ‚embrace the future‘ bleibt – auch 2021 ungebrochen.“

Verschiebung der Drupa wird begrüßt

In Anbetracht des erhöhten Risikos begrüßen auch die Branchenverbände die Ankündigung: „Die Drupa ist der wichtigste Treffpunkt der internationalen Druckbranche“, betont Dr. Markus Heering, Geschäftsführer im Fachverband Druck- und Papiertechnik im VDMA. „Getreu dem Motto ‚embrace the future‘ zeichnet sie sich durch persönlichen, internationalen Kontakt und der Live-Präsentation von Produkten aus. Das Infektionsrisiko wäre dabei derzeit einfach zu hoch. Daher unterstützen wir die Entscheidung für eine Verschiebung und freuen uns auf den Termin im kommenden Jahr.“

Ein wichtiges Signal für Aussteller und Besucher, die sich bereits auf den Termin im Juni vorbereitet haben, geht von der Düsseldorfer Hotellerie, konkret von der Dehoga (Wirtschaftsverband für das Gastgewerbe) aus: „Wir appellieren an unsere Mitglieder und die gesamte Branche, bei Umbuchungen durch Aussteller und Besucher flexibel zu sein. Die Düsseldorfer Messen wie die Drupa spielen eine enorm wichtige Rolle für die Stadt, die Hotellerie und die Gastronomie. Es wäre kontraproduktiv, hier nicht entgegenkommend zu agieren“, so die Dehoga-Repräsentanten Giuseppe Saitta (Vorsitzender Kreisgruppe Düsseldorf/Rhein-Kreis Neuss) und Rolf D. Steinert (Fachgruppe Hotels und Tourismus Düsseldorf/Rhein-Kreis Neuss) unisono.

Werner M. Dornscheidt freut sich über den allgemeinen Konsens und Zuspruch in dieser besonderen Situation: „Wir danken allen Partnern für die sehr gute Zusammenarbeit bei dieser schwerwiegenden und zeitkritischen Entscheidung. Wir sind froh, dass gemeinsam so schnell ein Termin gefunden wurde, um allen Beteiligten größtmögliche Planungssicherheit geben zu können.“ (sf)