Blick in Spritzgießfertigung des österreichischen Kunststoffverarbeiters Maco. (Bildquelle: Wittmann Battenfeld)

Blick in Spritzgießfertigung des österreichischen Kunststoffverarbeiters Maco. (Bildquelle: Wittmann Battenfeld)

Die Firma Mayer Beschläge (Maco), ein internationaler Hersteller von hochpräzisen Komponenten für Fenster und Türen mit Hauptsitz in Salzburg, setzt für das Herstellen seiner Kunststoffteile vollintegrierte Produktionszellen von Wittmann Battenfeld, Kottingbrunn, Österreich, ein. Das Produktspektrum von Mayer Beschläge besteht aus Komponenten für Fenster, Türen und hochwertige Dreh- und Schiebetüren. Typische Produkte sind Schiebe- und Kippbeschläge, Dichtungen, Bodenschwellen, Fenstergriffe, Kantenverschlüsse, Fensterfalzlüfter, Türschlösser, Zutrittskontrollsysteme und Sensoren. Das Unternehmen beliefert Kunden in der Bauindustrie in über 40 Ländern und bedient sich dazu 15 eigener Niederlassungen, sechs davon mit eigenem Warenlager. Maco setzt zum Herstellen seiner Teile eine Vielzahl von Fertigungsverfahren ein, darunter Stanzen, Druckgießen, Spritzgießen, Fließpressen, Aluminiumgießen, Drehen, Fräsen und andere. Um die Teile vor Korrosion zu schützen, werden verschiedene Oberflächentechnologien eingesetzt, unter anderem das eigenentwickelte Tricoat-Plus-Verfahren.

Hohe Artikelvielfalt

Typische Komponenten für Fenster und Türen bei Maco. (Bildquelle: Wittmann Battenfeld)

Typische Komponenten für Fenster und Türen bei Maco. (Bildquelle: Wittmann Battenfeld)

Die Spritzgießtechnik ist im Hauptproduktionswerk in Trieben in der Steiermark angesiedelt. Von dort aus werden alle Montagewerke mit Komponenten bedient. In Trieben werden sowohl Halb- als auch Fertigteile hergestellt. Ein Großteil der dafür erforderlichen Werkzeuge wird im eigenen Haus gebaut. Allein in Trieben sind 60 Werkzeugbauer beschäftigt, die neben Spritzgieß- auch Druckguss- und Stanzwerkzeuge anfertigen.

Die Produkte werden aus allen gängigen Kunststoffen produziert, wobei Polyamid, Polypropylen, POM und ABS den Hauptanteil ausmachen. Für tragende Teile werden Materialien mit bis zu 50 % Glasfaseranteil verarbeitet. In dem Werk werden mehr als 1.800 geometrisch unterschiedliche Spritzgussartikel hergestellt. Vorab-Simulationen in Form von Füllstudien helfen, die hohen Qualitätsstandards einzuhalten.

Mit 52 installierten Spritzgießmaschinen im Schließkraftbereich von 250 bis 1.800 kN ist Maco der größte Spritzgießbetrieb in der Region. Die Anforderungen des Unternehmens an die Maschinen ergeben sich aus dem hohen Anspruch an die produzierten Teile. So werden sehr viele Artikel in großen Mengen mit zum Teil sehr kleinen Geometrien hergestellt, die hochautomatisiert weiterbearbeitet werden. Typische Beispiele dafür sind Fixierteile, von denen mehr als 40 Mio. Stück im Jahr gefertigt werden. Der Fehleranteil muss demgemäß so niedrig wie möglich gehalten werden. Dies erfordert Maschinen mit hoher Prozessstabilität und Präzision. Aufgrund der großen Teilevielfalt des Unternehmens müssen die Maschinen darüber hinaus auf unterschiedlichste Werkzeuggrößen adaptierbar sein, ohne an Stabilität und Präzision zu verlieren. Daher legt Maco Wert auf die Möglichkeit, das Spritzaggregat der Maschinen mit geringem Aufwand austauschen zu können.

Insiderzelle spart Stellfläche

Wittmann Battenfeld ist bereits von Anfang an Partner von Maco. Die bereits in den Anfängen gekauften Maschinen laufen zu einem großen Teil noch heute. Im Vorjahr wurden drei neue Maschinen der servohydraulischen Smart-Power-Reihe geliefert. Eine davon mit 600 kN Schließkraft, die anderen beiden mit 350 kN Schließkraft. Die beiden Smart Power 35 sind zusätzlich mit einer Insiderzelle und Wittmann 4.0 Integration der Roboter und Temperiergeräte ausgestattet. Bei der Insiderzelle handelt es sich um eine Anlagenzelle mit integriertem Roboter, Förderband und einem fix mit der Maschine kombinierten Schutzgehäuse. Durch diese Lösung wird nicht nur wertvolle Produktionsfläche eingespart, sondern es ergeben sich noch weitere Vorteile, wie eine Systematisierung des Materialflusses durch eine einheitliche Logistikschnittstelle zur Fertigteilübergabe am Ende der Schließeinheit als auch Kostenvorteile, da alle Gefahrenbereiche bereits ab Werk abgesichert und zertifiziert sind. Über Wittmann 4.0 sind die Roboter W808 und die Temperiergeräte der Serie Tempro plus D in die auf Windows IoT basierende Maschinensteuerung Unilog B8 integriert und können über diese bedient werden.

Vernetzung aller Komponenten

Bernhard Schaufler, Gebietsvertriebsleiter Österreich bei Wittmann Battenfeld, Manuel Steiner, Leiter Kunststoffspritzguss bei Maco, Christoph Guster, Leiter Kunststofftechnik bei Maco, Alfred Schrammel, Kundendienst Wittmann Battenfeld (v.l.n.r.) vor einer Insiderzelle. (Bildquelle: Wittmann Battenfeld)

Bernhard Schaufler, Gebietsvertriebsleiter Österreich bei Wittmann Battenfeld, Manuel Steiner, Leiter Kunststoffspritzguss bei Maco, Christoph Guster, Leiter Kunststofftechnik bei Maco, Alfred Schrammel, Kundendienst Wittmann Battenfeld (v.l.n.r.) vor einer Insiderzelle. (Bildquelle: Wittmann Battenfeld)

Christoph Guster, der die gesamte Kunststofftechnik bei Maco leitet, und Manuel Steiner, zuständig für den Kunststoffspritzguss, sind mit den neuen Spritzgießmaschinen sehr zufrieden. Christoph Guster: „Bei den Maschinen handelt es sich um kompakte Produktionszellen, die unsere hohen Anforderungen an Prozessstabilität, Präzision und Flexibilität in jeder Hinsicht erfüllen.“ Auch die Möglichkeit, Maschinen, Roboter und Peripherie aus einer Hand zu beziehen, werten Christoph Guster und Manuel Steiner als Vorteil, nicht zuletzt auch in Hinblick auf die Anlagenvernetzung über Wittmann 4.0, aus ihrer Sicht eindeutig ein Schritt in die richtige Richtung.

Manuel Steiner ist besonders von der hohen Prozessstabilität der Spritzgießmaschinen angetan, die, wie er sagt, aufgrund des stabilen Produktionsprozesses auch in „Geisterschicht“, also ohne Anwesenheit eines Maschineneinstellers, produzieren können. Das gilt laut Steiner nicht nur für die neuen, sondern auch für die älteren Battenfeld-Anlagen. Weiterhin sei der gute Kundendienst des Maschinenherstellers ein wesentliches Entscheidungskriterium für den Kauf der Maschinen der Smart-Power-Reihe gewesen. Dessen Reaktionszeiten seien kurz und die Hilfestellung funktioniert sowohl telefonisch als auch vor Ort sehr gut.

 

 Halle/Stand 15/C06

Über den Autor

Gabriele Hopf

ist Marketing-Managerin bei Wittmann Battenfeld, Kottingbrunn, Österreich.