Prozess Emulsionspolymerisation (Bildquelle: Resinex)

Prozess Emulsionspolymerisation für ABS (Bildquelle: Resinex)

Aktuelle Entwicklungen in der Medizintechnik zielen vor allem auf den Patientennutzen. Tragbare medizintechnische Geräte sowie handliche und nutzerfreundliche Dosiersysteme stehen hier im Fokus. Designer und Verarbeiter verlangen daher nach Gehäusewerkstoffen, die nicht nur ein ansprechendes Design und hochwertige Oberflächen ermöglichen, sondern auch den spezifischen Anforderungen der medizintechnischen Industrie gerecht werden, wie zum Beispiel Biokompatiblität, regulatorische Konformität und Sterilisationsmöglichkeiten. Magnum 8391MED erfüllt diese hohen Ansprüche aufgrund seines speziellen Herstellungsverfahrens und ist daher gut geeignet für eine Vielzahl von Gehäusen unterschiedlichster Größe und Komplexität, wie für Insulinpens, Inhalatoren oder Verneblern.

ABS im Massepolymerisationsverfahrens

Masse- und Emulsions-ABS im Vergleich: Restmengen Monomere und Oligomere. (Bildquelle: Resinex)

Masse- und Emulsions-ABS im Vergleich: Restmengen Monomere und Oligomere. (Bildquelle: Resinex)

Das ABS wird im Massepolymerisationsverfahren hergestellt, bei dem nur wenige Verarbeitungshilfsmittel und Additive zum Einsatz kommen. Dieses verringert die Wahrscheinlichkeit, dass unerwünschte Substanzen aus dem Kunststoff migrieren. Der kontinuierliche Prozess ermöglicht, ein sehr homogenes Produkt mit hoher Konsistenz herzustellen. Der traditionelle Emulsionsprozess erfolgt chargenweise, was zu größeren Produktionsschwankungen führt. Außerdem erfordert der Prozess Hilfsmittel wie Emulgatoren und Coagulatien, die als nachweisbare Verunreinigungen im Produkt verbleiben. Die Vielzahl an Prozessschritten resultiert zudem in einer stärkeren Verfärbung. Aufgrund seiner hohen Reinheit ist das ABS gut geeignet für sensible Anwendungen wie medizintechnische Geräte.

Hohe Stabilität, gute Einfärbbarkeit

Hohe Farbkonsistenz bei thermischer Belastung. (Bildquelle: Resinex)

Hohe Farbkonsistenz bei thermischer Belastung. (Bildquelle: Resinex)

Der Werkstoff zeigt auch über längere Zeit nur geringe Eigenschaftsänderungen. Dies ist insbesondere bei Anwendungen von Bedeutung, die unterschiedlichen Einsatzbedingungen, Reinigern und Lichtquellen ausgesetzt sind und eine lange Lebensdauer aufweisen sollen. Das ABS ist für seine natürlich helle Eigenfarbe bekannt. Diese erlaubt brillante Einfärbungen mit geringerem Pigmentgehalt.

Medizintechnische Geräte aus dem Werkstoff können ohne wesentliche Eigenschaftsänderungen mit Gammastrahlung, Ethylenoxid oder Elektronenstrahlung sterilisiert werden. Aufgrund steigender Hygieneanforderungen im Gesundheitswesen kommen eine große Vielfalt von Oberflächendesinfektionsmitteln und Reinigern in Kontakt mit Gehäusen und Bedienoberflächen. Magnum ABS zeigt hier eine gute Beständigkeit. Die gute biologische Verträglichkeit des Magnum 8391MED ist von unabhängigen Prüfinstituten nach ISO 10993-5, -6-, -10 und -11 geprüft und bestätigt worden.

Einfache Verarbeitung

Auch der Verarbeiter profitiert von den Stärken des ABS. Das reine Produkt hat eine hohe Verarbeitungsstabilität und erlaubt ein weites Verarbeitungsfenster ohne Materialschädigung. Seine konstanten Eigenschaften erlauben engere Prozessfenster, weniger Ausschuss und höhere Bauteilqualität. Der Werkstoff erzeugt einen geringen Werkzeugbelag, damit weniger Reinigungsaufwand und höhere Oberflächenqualität. Die hohe Fließfähigkeit ermöglicht die Fertigung dünnwandiger und komplexer Formteile. Außerdem erlaubt das ABS eine einfache Montage durch Ultraschallschweißen oder Lösungsmittelkleben.