In Pune entsteht eine Produktionsstätte für Kunstleder. Die Investitionssumme beträgt rund 22 Mio. EUR. (Bildquelle: Continental)

In Pune entsteht eine Produktionsstätte für Kunstleder und weiterer Materialien für den Auto-Innenraum. Die Investitionssumme beträgt rund 22 Mio. EUR. (Bildquelle: Continental)

Von Pune aus wird das Unternehmen Oberflächenmaterialen für den lokalen indischen Markt liefern, wie Conti Tech, Hannover, weiter mitteilte. „Indien gilt mittlerweile als fünftgrößter Automobilmarkt der Welt mit enormen Wachstumschancen“, sagt Dr. Dirk Leiß, der bei Continental den Geschäftsbereich für Oberflächenmaterialien verantwortet. „Und jedes Auto braucht Innenraummaterialien für Sitze, Türverkleidungen oder Instrumententafeln. Mit dieser Investition können wir künftig unseren indischen Kunden lokale Lösungen bieten, die im Markt für den Markt hergestellt werden.“ Schätzungen zu Folge könnte sich die Zahl der Fahrzeuge in Indien bis 2025 von derzeit 4,8 Millionen auf rund zehn Millionen mehr als verdoppeln.

Wichtiges Auswahlkriterium für Endverbraucher

Das ab 2020 in Pune produzierte Kunstleder der Marke Acella Eco kommt in Indien als Ersatz für Echtleder offenbar bereits gut an. „Hochwertige Innenräume sind ein wichtiges Auswahlkriterium für den Endverbraucher“, betont Leiß. Das lösemittelfreie und dadurch geruchsarme Dekormaterial hat gute Abriebeigenschaften und ist zudem zweifarbig darstellbar. Bereits seit sechs Jahren ist Continental mit einem Vertriebsteam in Indien vertreten. Aus anderen Werken werden inzwischen die fünf größten Automobilhersteller im Land sowie einer der größten Motorradbauer beliefert. „Mit dem neuen Werk in Pune verbessern wir noch einmal unsere Reaktionszeiten und steigern unser Wachstum in Indien nachhaltig“, ist Leiß überzeugt. Neben Acella Eco sollen hier später auch die umweltverträglichen Schaumfolien Yorn und Yorn Light produziert werden. Die Flächenmaterialien für die Innenausstattung bieten gemäß Hersteller eine weiche Haptik und ermöglichen sie ein breites Spektrum an Farben und Narbdesigns.

Eine Biogasanlage versorgt das Werk mit Energie. Die Luftaufbereitung erfolgt bei der Oberflächenherstellung nach einem globalen Standard von Continental. Das erweiterungsfähige Werk umfasst neben Produktion, Lagerhaltung, Forschungslaboren, Vertrieb und Logistik auch die Produktentwicklung und den lokalen Einkauf. In der Produktion werden ausschließlich umweltfreundliche Lacksysteme eingesetzt.Continental produziert Oberflächenmaterialien weltweit in 15 Werken. „Den Standort Pune haben wir wegen seiner Kundennähe gewählt“, erläutert Werkleiter Landry Tchapda. Zahlreiche Automobilhersteller sowie deren Systemzulieferer sind direkt vor Ort. In Indien verfügt Continental derzeit über acht Werke und 8.000 Mitarbeiter an 15 Standorten und plant, die Mitarbeiterzahl im Land in den kommenden zwei Jahren auf 10.000 zu erhöhen. Das Continental Technical Centre India (TCI) ist mit derzeit über 3.000 Ingenieuren eines der drei System- und Technologiezentren von Continental weltweit.