Auf der Kunststoffmesse NPE 2018 in Orlando, Florida, gab es zwölf Technologiezonen, darunter fünf neue wie die Zonen für 3D-/4D-Druck, Medizintechnik oder Kunststoff-Flaschen. (Bildquelle: NPE)

Auf der Kunststoffmesse NPE 2018 in Orlando, Florida, gab es zwölf Technologiezonen, darunter fünf neue wie die Zonen für 3D-/4D-Druck, Medizintechnik oder Kunststoff-Flaschen. (Bildquelle: NPE)

Die NPE präsentierte sich auch von der Ausstellungsfläche größer als zuvor: 111.000 Quadratmeter gegenüber 104.800 Quadratmetern – eine Zunahme von sechs Prozent. Die US-Kunststoffindustrie steht offenbar ganz im Zeichen des Engagements für die Umwelt, sprich Nachhaltigkeit und Recycling: William R. Carteaux, Präsident und CEO des Messeveranstalters Plastics Industry Association sagte zur Eröffnung, das Ziel sei „eine 100-prozentige Abfalltrennung zur realisieren, um das Umweltengagement unserer Branche voranzutreiben“. Und er gab auf der Messe auch das Startzeichen für die Initiative ‚This is Plastics‘, die unter www.thisisplastics.com auch im Internet erreichbar ist. Damit sollen fast eine Million Mitarbeiter der US-Kunststoffindustrie zu „Botschaftern für Kunststoffe“ werden, sagte Carteaux. Die Internetseite bietet eine Mischung aus Artikeln, Bildern, Videos und interaktiven Quizfragen, die sich mit Fragen der Kunststoffindustrie auseinandersetzen, wie zum Beispiel Schiffsabfall, Verbot von Plastiktüten und Steuern auf Plastikprodukte. This is Plastics richtet sich also vorzugsweise an die Mitarbeiter der Kunststoffindustrie und soll ihnen dabei helfen, mit einigermaßen leichtverständlichen Faktenwissen über Themen wie Sicherheit, Nachhaltigkeit und Umwelt konstruktive Gespräche führen zu können.

"Wir wollen, dass die Menschen, die in der Kunststoffindustrie arbeiten, zu Botschaftern für Kunststoffe werden", sagt William Carteaux, Präsident und CEO der Plastics Industry Association, die auch Veranstalter der Messe NPE ist zur Eröffnung. (Bildquelle: NPE)

„Wir wollen, dass die Menschen, die in der Kunststoffindustrie arbeiten, zu Botschaftern für Kunststoffe werden“, sagt William Carteaux, Präsident und CEO der Plastics Industry Association, die auch Veranstalter der Messe NPE ist zur Eröffnung. (Bildquelle: NPE)

Auf der NPE 2018 gab es zwölf Technologiezonen – fünf davon waren neu geschaffen – und insgesamt neun Bildungsprogramme, darunter zwei, die dort erstmals stattfanden, nämlich die beiden Weiterbildungsveranstaltungen ‚Plastics Leadership Summit‘ und der ‚Re focus Sustainability & Recycling Summit‘. Auf der letztgenannten Veranstaltung referierten 20 Experten aus Industrie und Forschung über Fortschritte im Kunststoffrecycling und biobasierte Biopolymere, etwa für Getränkeflaschen. Aber auch ‚Industry 4.0‘ war durchaus ein Thema auf der NPE.

Zum Umweltschutz als zentrales Messethema der NPE 2018 passte es gut, dass die Plastics Industry Association während der Messe den Bioplastics Report vorstellte (‚Watching: Bioplastics‘, er kostet 295 US-Dollar). Nach dieser Studie befinden sich Biokunststoffe in einem Wachstumzyklus, der die übrige Wirtschaft übertrifft.

Der neue Technologiezone ‚Bottle Zone‘ zeigte auf 7.400 Quadratmeter Ausstellungsfläche alles rund um Kunststoff-Flaschen – neben Flaschen also auch Werkstoffe, Recycling und Maschinentechnik zur Flaschenherstellung bis hin zum Abfüllen. (Bildquelle: NPE)

Der neue Technologiezone ‚Bottle Zone‘ zeigte auf 7.400 Quadratmeter Ausstellungsfläche alles rund um Kunststoff-Flaschen – neben Flaschen also auch Werkstoffe, Recycling und Maschinentechnik zur Flaschenherstellung bis hin zum Abfüllen. (Bildquelle: NPE)

Der Chefökonom des Wirtschaftsverbandes, Dr. Perc Pineda, plädierte für „Änderungen in der US-Steuerpolitik“, vor allem durch eine vollständige Verbuchung von Investitionen solle die Forschung und Entwicklung im Bereich Biokunststoffe unterstützt werden. So arbeiten eine Reihe von Unternehmen und Kooperationen daran, eine PET-Kunststoffflasche aus 100 Prozent biobasiertem Material zu entwickeln und auf den Markt zu bringen (die meisten PET-Flaschen haben derzeit etwa 30 Prozent biobasiertes Material). Zwar stellte der Verband eine wachsende Akzeptanz von Biokunststoffen fest, aber ein hoher Prozentsatz der Verbraucher glaubt „ein Produkt aus Biokunststoff weder gesehen noch verwendet zu haben“, sagte Pineda, obwohl immer mehr Produkte aus Biokunststoffen auf dem Markt kommen. Deshalb, meint Pineda, sei es noch ein langer Weg, die Verbraucher aufzuklären. (dw)