Dieter Jackel, Vertrieb Wittmann Battenfeld, mit Jonas Åkesson, Inhaber und Geschäftsführer von Metak, und Frank Hoffmann, Leiter Vertrieb bei Metak, vor der servohydraulischen Spritzgießmaschine (600 kN) mit Insiderzelle. (Bildquelle: Wittmann Battenfeld)

Dieter Jackel, Vertrieb Wittmann Battenfeld, mit Jonas Åkesson, Inhaber und Geschäftsführer von Metak, und Frank Hoffmann, Leiter Vertrieb bei Metak, vor der servohydraulischen Spritzgießmaschine (600 kN) mit Insiderzelle. (Bildquelle: Wittmann Battenfeld)

Die Firma Metak wurde 1933 von August Metzing, dem Urgroßvater des heutigen Inhabers und Geschäftsführers Jonas Åkesson, in Thüringen gegründet. Seit 1948 befindet sich das Unternehmen am heutigen Standort im hessischen Burgwald. Die ersten Kunden der Firma waren Möbelhersteller wie die Firmen Thonet, Mauser oder Voko. In den siebziger Jahren stieg die Metak mit der Belieferung der Firma Viessmann in die Heizungsindustrie ein. Diese beiden Branchen sind auch heute noch die wichtigsten Abnehmerbranchen des Unternehmens.

Ein- und Mehrkomponenten-Spritzgussteile und Baugruppen

Die Anforderungen an Metak sind vor allem seitens der Heizungsindustrie hoch. So müssen beispielsweise die verarbeiteten Materialien strenge Kriterien hinsichtlich Entflammbarkeit oder Säureresistenz erfüllen, oder die Teile müssen luftdicht abschließen, das heißt, absolut verzugsfrei sein. Um hier die geforderte Qualität liefern zu können, überwacht das hessische Unternehmen die Produktion der Teile mit Temperatursensoren im Werkzeug und nutzt Kameratechnik bei der Teileentnahme, um beim Kunden 100 Prozent fehlerfreie Produkte liefern zu können. Neben der Herstellung technisch einwandfreier Teile in Ein- und Mehrkomponententechnologie spielt vor allem in der Möbelindustrie, aber auch bei Sichtteilen für die Automobilindustrie die Oberflächenqualität der Produkte eine große Rolle. Um all diesen Ansprüchen gerecht zu werden, werden bei Metak unterschiedlichste Verfahren eingesetzt und immer wieder neue Ansätze getestet.

In dem Burgwalder Unternehmen werden auch ganze Baugruppen montiert. (Bildquelle: Metak)

In dem Burgwalder Unternehmen werden auch ganze Baugruppen montiert. (Bildquelle: Metak)

Neben einzelnen Teilen fertigt das Unternehmen, das heute 116 Mitarbeiter beschäftigt, auch ganze Baugruppen. Zur Veredelung der Teile oder Baugruppen kommen verschiedene Verfahren wie Heißprägen, Lackieren oder Laserbeschriften zum Einsatz. Metak verfügt auch über einen eigenen Werkzeugbau, wo vor allem Reparaturen, Wartungs- und Anpassungsarbeiten am Werkzeug vorgenommen werden. Ebenso finden die Werkzeugauslegung und das Engineering im Haus statt.

Das Unternehmen beliefert primär den europäischen Markt, Schwerpunkt ist Deutschland. Jährlich werden etwa 1.500 verschiedene Artikel mit einem Gewicht von 0,05 g bis 6 kg aus allen gängigen Materialien, wie etwa PVC, PA, ABS, PC, PP, PE, POM, HDPE oder PPS, hergestellt. Die Hauptmaterialien werden in Silos gelagert und zentral den Maschinen zugeführt. Seit 2014 stellt der Kunststoffverarbeiter auch Produkte für Privatverbraucher her, die über das Internet vertrieben werden. Diese Produkte sind zum Großteil, vor allem auch aus Umweltgründen, Recyclingware.

Zur Erhöhung sowohl der Produktivität als auch der Qualität der Produkte führt Metak derzeit eine Fließfertigung zur Herstellung von Armlehnen ein, zudem soll der Automatisierungsgrad weiter erhöht werden.

Servohydraulische Spritzgießmaschinen erfüllen alle Ansprüche

Abgasadapter in 3K-Technik und Gehäuseteil für Heizungen in 2K-Technik (Bildquelle: Metak)

Abgasadapter in 3K-Technik und Gehäuseteil für Heizungen in 2K-Technik (Bildquelle: Metak)

Das Burgwalder Unternehmen setzt zur Herstellung seiner Teile insgesamt 50 Spritzgießmaschinen im Schließkraftbereich von 250 kN bis 13.000 kN ein. Neben einigen älteren Modellen der hydraulischen HM-Baureihe beziehungsweise Kniehebelmaschinen der TM-Serie von Wittmann Battenfeld zählen dazu auch drei Maschinen der servohydraulischen Smart Power Reihe.

Dabei handelt es sich um eine Smart Power 25/130 mit 250 kN Schließkraft, ausgestattet mit einem WP80 Angusspicker von Wittmann, sowie eine Smart Power 60/350 mit 600 kN Schließkraft und eine Smart Power 210/1330 mit 2.100 kN Schließkraft. Die beiden letztgenannten sind mit einer Insiderzelle ausgerüstet, das heißt, die Entnahmeroboter W808 beziehungsweise W821, ein Förderband sowie weitere Vor- und Nachbearbeitungsperipherie sind in die Spritzgießmaschine integriert. Diese Lösung bietet mehrere Vorteile, angefangen von einer enormen Platzersparnis über eine deutliche Verbesserung des Materialflusses, bis hin zu reduzierten Gesamtzykluszeiten des Roboters aufgrund kürzerer Fahrwege und der unmittelbaren Ablage der Teile auf dem Förderband.

Stuhlrücken in 2K-Technik (Bildquelle: Metak

Stuhlrücken in 2K-Technik (Bildquelle: Metak)

Jonas Åkesson, Inhaber und Geschäftsführer von Metak, schätzt an den neuen servohydraulichen Spritzgießmaschinen neben der Wirtschaftlichkeit auch den geringen Energieverbrauch. „Als umweltzertifiziertes Unternehmen ist das Thema Energie für uns von großer Bedeutung. Die drei neuen Smart Power Maschinen erfüllen in dieser Hinsicht voll und ganz unsere Erwartungen“, betont er. Durch die Kombination aus reaktionsschnellen Servomotoren und leistungsstarken Konstantpumpen weist die Baureihe einen sehr geringen Energieverbrauch bei gleichzeitig hoher Dynamik, Schnelligkeit und Präzision der Maschinenbewegungen auf. Da Teile der Fertigung bei Metak unterkellert sind, ist das Gewicht der Anlagen für das Unternehmen ein wichtiges Kriterium. Auch diesbezüglich erfüllen die neuen Maschinen, die sich − vor allem in Kombination mit der Insiderzelle ­− durch ihre Kompaktheit auszeichnen, die Anforderungen der Firma. Besonders positiv sieht Jonas Åkesson zudem die gute Zugänglichkeit der Smart Power Maschinen, deren Spritzeinheit frei zugänglich und schwenkbar ausgeführt ist.

 

 

Über den Autor

Gabriele Hopf

ist Marketing-Managerin bei Wittmann Battenfeld, Kottingbrunn, Österreich.