Die PPS ist die traditionsreichste und wichtigste internationale Fachorganisation auf dem Gebiet der Forschung zur Polymerverarbeitung. Sie führt jedes Jahr eine internationale Tagung und in wechselnden Rhythmen zusätzlich regionale Konferenzen durch. In acht parallelen Sektionen werden rund 350 Vorträge und ca. 120 Poster präsentiert.

Intensive und internationale Kooperation in Dresden

Auf lang etablierten traditionellen Feldern der Kunststoffverarbeitung wie Extrusion, Spritzguss und Schmelzspinnprozesse wird das Potenzial neuartiger meist mehrphasiger Polymerwerkstoffe gezeigt. Darüber hinaus rücken neueste Entwicklungen zur individualisierten Erzeugung von Kunststoffbauteilen durch Additive Fertigung (3D-Druck) sowie „intelligente“ Werkstoffe mit eingebautem „Reaktionsvermögen“ (z.B. Formgedächtnis, Selbstheilung) in den Fokus. Speziell gefördert, u.a. aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft, wird die Teilnahme von Forschern aus Afrika (Südafrika, Mosambik, Tschad, Algerien, Marokko). Mit Fachkollegen an der Universität Pretoria in Südafrika pflegt das IPF bereits seit langem eine intensive Kooperation.

Entwicklung von Anti-Malaria-Textilien

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurden unter anderem gemeinsam Anti-Malaria-Textilien entwickelt. Es gelang, das wirksame, aber teure Repellent N,NDiethyltoluamid (DEET) so in Fäden zu integrieren, dass es zuverlässig und dosiert über einen langen Zeitraum abgegeben wird. Dies funktioniert über eine Kern-Schale-Struktur der Fäden mit Repellent-Konzentrat im Inneren und einer diffusionshemmenden Außenschicht. Da die Dosierung genau angepasst erfolgt und insbesondere weil – anders als bei der Anwendung direkt auf der Haut – wiederholtes Auftragen entfällt, ist die Wirkung außerordentlich effektiv, und die Kosten des Repellent-Einsatzes  werden minimiert.

Bevorzugt saugen die Anopheles-Mücken, durch die Malaria übertragen wird, an den unteren Waden und Knöcheln Blut. Deshalb wurde aus den im Spinntechnikum des IPF erzeugten Kern-Schale-Fäden mit Repellent mit Unterstützung von Kollegen des Instituts für  extilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik der Technischen Universität Dresden eine Socke als Demonstrator hergestellt. In ersten Tests konnte sie Aktivität bereits über mehrere Wochen nachweisen.

 

[ega]