Über den Vorfall bericht das Handelsblatt in seiner Online-Ausgabe. Demnach war der Austritt des Phosgen-Gases zwar ungeplant, es gelang aber nicht in die Umwelt, sondern nur in eine Sicherheitskammer. Außerdem kamen im Gegensatz zu dem Unglück Mitte Oktober bei BASF keine Menschen zu Schaden. Dennoch entwickelt sich die Anlage zur Herstellung des PUR-Vorproduktes TDI mit einem Investitionsvolumen von etwa 1 Mrd. EUR zu einer Pannenanlage. Ursprünglich war die Inbetriebnahme für das Jahr 2014 vorgesehen. Diesen Termin verhinderte ein Bombenfund auf dem Werksgelände. Im August 2016 ging sie schließlich in Betrieb. Allein diese Verzögerung dürfte das Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet haben, schätzt das Handelsblatt.

Phosgen: Hochgiftiges Zwischenprodukt

Bei der Herstellung von PUR aus TDI und MDI entsteht das hochgiftige Gas Phosgen. Dieses ist so giftig, dass es im Ersten Weltkrieg als Giftgas zum Einsatz kam. Entsprechend hoch sind die Sicherheitsvorkehrungen bei den Polyurethan-Produzenten: Das Gas wird nicht zwischengelagert, sondern sofort weiterverarbeitet. Zudem kapselt eine zusätzliche Sicherheitskammer das Gas von der Außenwelt ab. In diese gelang das Phosgen bei dem aktuellen Zwischenfall bei BASF. Dort wird es abgesaugt und anschließend wieder aus der Luft ausgewaschen. Laut BASF hat dieses Sicherheitssystem im besagten Fall funktioniert.

(dl)