Trends der Fachpack 2015

Die Trends der Fachpack werden durch das überdurchschnittliche Wachstum des Online-Handels gesetzt, der ganz besondere Anforderungen stellt. (Bildquelle: Nürnberg Messe)

Mit dem Coffee-to-go in der Hand auf dem Smartphone schnell die Einkäufe erledigen und nach Feierabend auf dem Heimweg die Bestellungen abholen – das sind durchaus realistische Szenarien des Konsumenten der nahen Zukunft. Der Online-Handel wächst überdurchschnittlich. Das Auspacken der bestellten Waren ist der erste Berührungspunkt mit dem Produkt. Die Kennzeichnungstechnik übernimmt neben der Produktionslogistik noch weitere Aufgaben: Sie steuert die Bestellungen und bringt sie zum richtigen Empfänger. So stellt der Strukturwandel im Einzelhandel die Verpackungsindustrie in allen Bereichen vor neue Herausforderungen.

Convenience und Kennzeichnung

Lebensmittelverpackungen werden weiterhin vom Convenience-Trend getrieben, für den sich mit Kunststoff unendliche Möglichkeiten realisieren lassen. Standbodenbeutel haben neue Produktsegmente erobert, als Quetschbeutel mit Babynahrung sind sie für den To-go-Bereich weiterentwickelt worden. Der Schraubverschluss dient als Adapter für aufschraubbare Fütterlöffel oder Nuckel, die in Online-Shops erhältlich sind. Selbst ins Dosenregal im Supermarkt haben sich Beutel aus Kunststoff eingeschlichen: Soßen und Fertigsuppen, die nur noch erhitzt werden müssen, ersetzen die bekannten Trockenprodukte aus flachen Vierrandbeuteln.
FachPack 2013 FachPack 2013

Trends der Fachpack 2015

Vom Standard-Kanister über aufgedruckte QR-Codes bis hin zur besonders veredelten Lebensmittelverpackung: Der Kunststoff spielt bei modernen Verpackungen eine wichtige Rolle und erleichert Individualisierung und Kennzeichnung.

Ein weiteres wichtiges Feld für Kennzeichnungslösungen: Sie helfen mit, Produkte eindeutig zu identifizierten. Markenfälschungen sind vor allem für die Health-&-Beauty-Industrie ein Problem, das durch Online-Shopping verstärkt wird. Fälschungen treten immer professioneller auf und verursachen nicht nur erheblichen Schaden für die Markenartikler, sondern gefährden auch die Gesundheit der Konsumenten. Die standardisierte Serialisierung von Arzneimittel-Packungen stellt neue Anforderungen an den Umgang mit wachsenden Datenmengen. Alle Produkt- und Logistikinformationen müssen für jede einzelne Medikamentenverpackung erfasst und gespeichert werden. Individualisierungs- und Track-&-Trace-Systeme für effiziente, lückenlose Produktverfolgung sowie sichere Echtheitsprüfung und zuverlässigen Fälschungsschutz basieren auf intelligenter Software-Architektur, die sich mit moderner Maschinen- und Drucktechnologie verbinden lässt. Veredelungen wie haptische Effekte und Glanz machen aus dem Einkaufserlebnis beim Kauf im stationären Handel ein Auspackerlebnis beim Online-Shoppen.

Individualität wird wichtiger

Interaktiv werden Verpackungen durch QR-Codes oder Augmented Reality. Diese Features werden wie andere Produktinformationen über Kennzeichnungstechnik aufgebracht. Auch hier spielt das Stichwort Individualisierung eine Rolle: Barcodes, QR, Logos und Zeichensätzen werden durch einmalige Codes ergänzt, die zur Rückverfolgbarkeit oder zum Promotional Coding wie interaktiven Gewinnspielen verwendet werden. Sie lassen sich mit dem Smartphone oder am PC aktivieren. Vertiefende Informationen zu den neuen Herausforderungen und Lösungen aller vier FachPack-Segmente gibt es im Forum Packbox an allen drei Messetagen in Halle 4. Auch im dritten Jahr präsentiert die Packbox im Dreiklang „Inspiration – Innovation – Information“ die Themen und Trends, die die Branche beschäftigen. Vielfältige Sonderschauen laden zu einem Blick über den Tellerrand ein: So zum Beispiel „Smart Labelling – ein Blick in die Zukunft“ zum Querschnittsthema Kennzeichnungstechnik oder der neu entwickelte Marktplatz „Process & Materials“ zum nachhaltigen und effizienten Umgang mit Ressourcen und Materialien.

Christine Koblmiller

Über den Autor

Christine Koblmiller

ist Redakteurin des Plastverarbeiter.

christine.koblmiller@huethig.de