Der Produktionsbetrieb am Essener Standort der Firma Multi-Contact umfasst im Wesentlichen den Automatenspritzguss inklusive Werkzeugbau, Montage und Konfektion von Steckverbindern und Leitungen sowie die Kabelfertigung. Es finden sich daher sowohl Spritzgießmaschinen, als auch Extrusionslinien in der Produktion. Im Essener Werk wurde unter anderem in eine neue Spritzgusshalle investiert, die mit mehreren hydraulischen Spritzgießmaschinen – horizontale Ausführung – des Typs Allrounder bestückt wurde. Im Spritzgussbereich sind nur wenige Mitarbeiter beschäftigt, da die Fertigung weitgehend automatisiert ist. Ein ALS – Arburg Leitrechnersystem – übernimmt die komplette Steuerung, Verwaltung und Dokumentation der Produktionsabläufe. In der oberen Etage der Halle ist die manuelle Endmontage untergebracht, in der weitere, in diesem Fall vertikale Spritzgießmaschinen platziert sind.

Auf der Suche nach einem leistungsfähigen Partner zur Abdeckung möglichst des gesamten Bedarfs an Schmierfetten und -ölen sowie Reinigern wurde Thomas Heidbüchel, Abteilungsleiter Spritzgussfertigung am Essener Standort, bei der auf vollsynthetische Schmierstoffe spezialisierten Firma Bremer & Leguil (B & L) fündig. Dabei spielte nicht nur die räumliche Nähe zu dem Duisburger Lieferanten, sondern vor allem dessen umfangreiches Rivolta-Produktprogramm eine entscheidende Rolle, mit dem die meisten  Anforderungen von Kunststoffverarbeitern erfüllt werden können. Zur Wartung und Instandhaltung kommen im Spritzguss und im angeschlossenen Werkzeugbau insbesondere sieben verschiedene Erzeugnisse zum Einsatz.

Das vollsynthetische Basisfett F.L.G. GT-2 wird aus 200-g-Spendern vorwiegend auf bewegliche Werkzeugteile wie Bolzen, Auswerfer oder Schieber aufgebracht. Es ist für Werkzeugtemperaturen bis 80 °C konzipiert und erweist sich als besonders wirtschaftlich, da es die Standzeiten erheblich verlängert und so den Verschleiß deutlich minimiert. Zudem führt es zu keinerlei Verharzung und bildet daher keine Rückstände. Die Spritzgieß-Werkzeuge sind das Herz der Produktion, rund 450 davon sind im Einsatz.

Sichere Reinigungsmittel

Zu deren Pflege dienen unterschiedliche Rivolta-Reinigungsmittel, die den hohen Sicherheitsaspekten des Unternehmens in besonderem Maß entsprechen und darüber hinaus gut zu handhaben sind. So zum Beispiel der Schnellreiniger A.C.S. 3, der als Spray im Formenbau die empfindlichen metallenen Oberflächen der Werkzeuge vor und nach ihrer Verwendung säubert und entfettet. Er wird – allerdings seltener – auch in der Produktion selbst genutzt. Das schnell verdunstende, rückstandsfreie Mittel ist in dickwandigen, aus Aluminium tiefgezogenen Monobloc-Dosen ohne Bördelnaht lieferbar und enthält ein Sicherheits-Treibmittel. Denn dass der Schnellreiniger auch über Kopf sprühbar ist, erweist sich in der Praxis häufig als vorteilhaft. Als Vorreiniger bei starken Verschmutzungen der Formen und Werkzeuge kommt das Spray S.F.R. zum Einsatz. Es verdunstet nicht, sondern bleibt auf der Oberfläche. Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Produkten dieser Art trägt es keine Gefahrenkennzeichnung „Gesundheitsschädlich (Xn)“. Auf diese Weise ist er der ideale Formenreiniger, wenn es darum geht, alle Aspekte des Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutzes zu berücksichtigen.

Effizienter Korrosionsschutz

Ein relativ neues Produkt des Programms ist der universell verwendbare, geruchsneutrale wässrige Sprühschaumreiniger B.F.C. Aufgrund seiner guten Materialverträglichkeit säubert er schonend auch empfindliche Materialien wie Makrolon und wird daher speziell für Sichtschutzscheiben beziehungsweise Bildschirme und Touchpanels, aber auch zur allgemeinen Oberflächenreinigung genutzt.

Ein besonderes Merkmal ist seine NSF A1-Klassifizierung, die ausdrücklich den generellen Einsatz in allen Betriebsbereichen erlaubt. Dem Umweltgedanken entspricht insbesondere die biologische Abbaubarkeit des Schaumreinigers. Zum effizienten Korrosionsschutz für alle Metalloberflächen an Kunststoffspritzwerkzeugen bedient sich der Verarbeiter des Typs K.S.P. 305. Das speziell für die Kunststoffindustrie entwickelte Mittel erzielt mit Hilfe eines hauchdünnen wachsartigen Schutzfilms eine zuverlässige Konservierung. Es bleibt auf der Oberfläche und muss nicht entfernt werden. Dies erledigt sich von allein in den Spritzvorgängen. Das Produkt kriecht nicht in Auswerfer- und Schieberspalten. Ist eine deutliche Visualisierung des Auftrags gewünscht, steht mit K.S.P. 305R eine rot eingefärbte Variante zur Verfügung.

Mit drei weiteren Produkten komplettiert der Duisburger Schmierstoffhersteller derzeit sein Angebot für den Essener Anwender. Zur universellen Schmierung im Werkzeugbau und in der Produktion werden das Kriech- und Feinöl T.R.S. Plus zum Lösen und Gängigmachen festsitzender mechanischer Teile sowie das Multifunktionsöl T.F.L. 10 mit PTFE (Teflon) verwendet. Nicht im Spritzgussbereich, sondern in der Kabelextrusion kommt zudem der Reiniger M.T.X. 60 Forte zum Einsatz, der für das schnelle Lösen von Fetten, Wachsen, vercrackten Ölen und anderen hartnäckigen Rückständen konzipiert ist.     

Reibungslose Zusammenarbeit

Spritzguss-Produktionsleiter Thomas Heidbüchel zeigt sich nicht nur von der Vielfalt der Produktpalette, sondern auch deren Leistungsfähigkeit überzeugt: „Es kommt uns sehr entgegen, dass wir eine Lieferantenreduzierung erreichen konnten und jetzt unseren gesamten Bedarf an Schmierstoffen und Reinigern ortsnah aus einer Hand decken können. Das Programm ist sehr übersichtlich und umfassend und die Zusammenarbeit verläuft absolut problemlos. Besonders wichtig war uns die Erfüllung des Umweltaspekts. So konnte die Zahl der Gefahrstoffe vermindert werden und die Betriebsmittel hinterlassen keine Rückstände. Ebenso großen Wert legen wir selbstverständlich auf die Gesundheit der Mitarbeiter und so ist es sehr positiv, dass entscheidende Gefahrenquellen wie etwa das Einatmen schadhafter Stoffe eliminiert werden konnten.“ 

 

Unternehmen im Detail

Multi-Contact Essen

Mit ihrer eigenentwickelten Kontaktlamellentechnik hat sich der schweizer Mutterkonzern Multi-Contact – kurz MC genannt – seit vielen Jahren als einer der international führenden Hersteller von Steckverbindern etabliert. Diese finden in vielen Industriebereichen Anwendung: in Industrieanlagen, in der Photovoltaik, in der Prüf- und Messtechnik sowie in der Medizintechnik. Neben der Erfüllung hoher Qualitätsanforderungen haben der Umwelt- sowie der Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Fertigungsstätten des Konzerns oberste Priorität. Außer nach ISO EN 9001 sind alle schweizerischen und deutschen Standorte der mit Hauptsitz in Allschwil ansässigen und seit 2002 zum Stäubli-Konzern gehörenden Unternehmensgruppe dem Nachhaltigkeitsgedanken entsprechend auch nach DIN ISO 14001 zertifiziert. Dies trifft somit auch auf den Standort Essen zu. Die ehemals unter HCK firmierende Traditionsfirma im Herzen des Ruhrgebiets gehört seit 1994 zum Unternehmensverbund und hat im Rahmen eines Umzugs auf eine neues Werksgelände vor einigen Jahren umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen vorgenommen.

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Bernd Neumann ist freier Journalist bene.journal@t-online.de