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Kunststoffe im Bauwesen Immer wieder finden sich neue Anwendungsgebiete für Kunststoffe im Hausbau. Seit einigen Jahren gehören beispielsweise Gas-Innenleitungen dazu; oder Klebstoffe, die in manchen Fällen den Mörtel ersetzen. Aber auch Hausfassaden lassen sich heute aus Kunststoff herstellen. Die Vorteile sind dabei so vielfältig wie ihre Anwendungen: Energieeinsparungen durch geringeres Gewicht und bessere Dämmeigenschaften.

Auch das leichtere Verarbeiten von biegsamen Kunststoffleitungen spart Zeit beim Hausbau und damit bares Geld. Dennoch fristen Kunststoffe als Baumaterial weiterhin ein Nischendasein. In der letzten PV-Index-Umfrage standen daher mögliche Gründe hierfür im Mittelpunkt. Ein Drittel der Umfrageteilnehmer ist der Meinung, dass es mit mangelnder Erfahrung der Bauherren mit Kunststoffen zu tun haben könnte. Ein weiterer Aspekt ist nach Ansicht von 33 % der Befragten ein Verharren in althergebrachten Bautechniken. Diese Einschätzung passt zu den Erfahrungen von knapp der Hälfte der Teilnehmer: Sie gaben an, dass sich die potenziellen Abnehmer nur schwer von den Vorteilen ihrer Kunststoff-Produkte für den Hausbau überzeugen lassen.

Vielleicht liegt das an Vorbehalten, die auch in dieser Umfrage zur Sprache kamen. So nannten jeweils 33 % der Teilnehmer die UV-Beständigkeit und die Farbechtheit zu den am schwierigsten zu erfüllenden Kriterien von Kunststoffen für das Bauwesen. Mit 17 % sind deutlich weniger Befragte der Meinung, die Recyclingfähigkeit sei eine der größten Herausforderungen. Damit sprechen die Teilnehmer die weiterhin großen Probleme an, verbrauchten Kunststoff erneut ihrem vorherigen Zweck zuzuführen. Denn aktuell wird zwar annähernd der gesamte Kunststoff-Abfall verwertet – im Unterschied zum Deponieren – allerdings zu mehr als Zweidritteln energetisch. Der Kunststoff ist damit für die Produktion verloren. Die werkstoffliche Wiederverwendung dagegen führt, wenn der Kunststoff nicht sortenrein vorliegt, zu erheblichen Qualitätseinbußen des Materials. Eine rohstoffliche Verwertung lohnt sich häufig aus Kostengründen nicht.

 

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