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Eis und Schnee hatten Ende letzten Jahres die Fußballsaison voll im Griff. Aber auch wenn das strenge Winterwetter in der Rückrunde anhalten sollte, dürfen die Platzwarte der Stadien darauf vertrauen, dass die obligatorische Rasenheizung für ungehinderten Spielbetrieb sorgen wird. Denn genau 25 Zentimeter unter dem Spielfeld halten Hightech-Heizrohre höchsten Belastungen stand. Der Einbau einer Rasenheizung empfiehlt sich in allen Sportanlagen, in denen auch im Winter der Trainings- und Spielbetrieb aufrechterhalten werden muss.

Technisch ähnelt eine Rasenheizung der Fußbodenheizung. Heißes Wasser wird durch ein Rohrleitungssystem in Schlangen unter dem Spielfeld geführt und so der Boden erwärmt. Alles ist freilich eine Nummer größer als im trauten Heim: Unter dem Rasen des Bremer Weserstadions ist das Geflecht aus Kunststoffrohren beispielsweise rund 27 Kilometer lang. Und darin zirkulieren rund 15000 Liter Wasser. Doch der Komfort hat seinen Preis: Die Investitionskosten betragen häufig eine halbe Million Euro oder mehr. „Um hier zu attraktiven Angeboten für die investierenden Vereine zu kommen, setzen wir bei unseren Rasenheizungssystemen ganz bewusst auf handelsübliche Mehrschicht-Verbundrohre mit 26mm Durchmesser, wie sie auch in normalen Heizungs- oder Wasserversorgungsanlagen verwendet werden“, berichtet Gert Schuermans, Operations Director beim Rohrhersteller Henco im belgischen Herentals. Der Hersteller hat auch eine Technik entwickelt, mit der die Rohre exakt 25 cm in die Tiefe verlegt werden: Sie werden eingepflügt. Das effektive und kostensparende Verfahren hat zudem den Vorteil, dass im Untergrund keine weiteren Befestigungen für die Rohre angelegt werden müssten. Freilich ist die Zugbelastung der Rohre beim Einpflügen enorm. „Das ist jedoch kein Problem für die Mehrschicht-Verbundrohre“, sagt Schuermans. Im Kern bestehen sie aus einem in der Längsrichtung stumpf geschweißten Aluminiumrohr, an das sowohl an der Innen- als auch an der Außenseite jeweils eine Schicht aus PE anschließt. Das verwendete PE lässt der Rohrhersteller beim Bestrahlungsspezialisten BGS Beta-Gamma-Service, Wiehl, veredeln. Denn der Kunststoffmantel der Heizrohre muss das strapaziöse Einpflügen heil überstehen. An drei Standorten in Deutschland verfügt BGS Beta-Gamm-Service über Produktionseinrichtungen, in denen die Heizrohre auf ihrem Weg zum Stadion einen Zwischenstopp einlegen. „Wenn wir das PE der Verbundrohre gezielt einer Bestrahlung mit Elektronen aussetzen, vernetzen sich die Makromoleküle des Materials untereinander. Die Werkstoffeigenschaften erreichen auf diese Weise ein Niveau, das dem teurer Hochleistungskunststoffe ähnelt“, berichtet Joachim Rausch, Vertrieb BGS Beta-Gamma-Service. Mit den hohen Elektronenenergien lassen sich selbst die 26er Verbundrohre mit mehrschichtigem Aufbauin einem einzigen Arbeitsgang durchstrahlen. „So ist der Aufenthalt der Rohre bei uns nur kurz“, sagt Rausch, „und wenn sie wieder auf den Lkw verladen werden, verfügen sie über präzise reproduzierbare Eigenschaften in PEXc-Qualität.“

Kosteneffizienz
Bestrahlung sorgt für verbesserte Werkstoffeigenschaften

Für Rasenheizungen inFußballstadien werden aus Kostengründen handelsübliche Mehrschicht-Verbundrohre eingesetzt. Zuvor müssen die Rohre allerdings bestrahlt und das außenliegende Polyethylen damit vernetzt werden, damit die Ummantelung den mechanischen Beanspruchungen bei der besonderen Verlegetechnik standhält.

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Christine Koblmiller