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Der traditionelle Weihnachtsmarkt vor der Gedächtniskirche in der Bundeshauptstadt wird dieses Jahr von einem besonderen Weihnachtsbaum begleitet. Ein aufblasbarer Tannenbaum aus weißer Ballonseide mit einem Durchmesser von 15 Metern und einer Höhe von 27 Metern muss dieses Jahr für einen „echten“ Baum in die Bresche springen. Grund sind Bauarbeiten, an einemTurm des Wahrzeichens vor dem der Weihnachtsmarkt stattfindet. Einziger Platz für den Weihnachtsbaum war daher der Wasserklops, der Brunnen auf dem Breitscheidplatz. Versteht sich, dass an dieser Stelle ein echter Baum nicht aufzustellen gewesen wäre.

Konzipiert wurde diese Installation von Lichtdesigner Andreas Boehlke, der in Berlin bereits viele Projekte erfolgreich abgeschlossen hat. „Dieser Baum soll keine Alternative zu einem echten Weihnachtsbaum sein“, erklärt er. Der Lichtkegel sei vielmehr einKunstobjekt.
Der aufrechte Stand des zeltförmigen Gebildes mit einem gelben Stern auf der Spitze wird von vier Gebläsen gewährleistet. Die Lebensader ist eine innere Verkabelung, die alleine in den Luftkammern 216 Leuchten mit Strom versorgt. Der Stromverbrauch ist damit einer der größten Kritikpunkte an der Zwischenlösung, die trotz Leichtbaus immerhin eine Tonne auf die Waage bringt und mit Hilfe eines speziellen Gerüstes aufgestellt werden musste.

Pommestüte statt Tannenzweig

Viele Berliner hätten lieber etwas Grünes, mehr Weihnachtliches vorgezogen – aber auch da wäre bei künstlichemTannengrün der Kunststoff aus der Dekoration nicht wegzudenken gewesen. Die Diskussion lässt sich auf facebook und Co verfolgen. Doch so steht nun die „Pommestüte“ wie sie von Bauarbeitern mit Spitznamen getauft wurde, an ihremPlatz über demWasserklops und wartet auf ihren Einsatz. Tagsüber bietet der Baum momentan ein eher trostloses Bild, die Sternspitze wird zuweilen sogar vomWind abgeknickt. Doch seine wahre Strahlkraft erlangt das Objekt natürlich bei Dunkelheit. Die Leuchten besitzen unterschiedliche und variable Farben, so dass mittels derLichteffekte die Täuschung möglichst echt sein soll. Und die Veranstalter hoffen auf die Anziehungskraft des Absonderlichen, des Neuen, Trendigen.

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Christine Koblmiller