Eine Hauptanwendung für Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI) sind Dämmplatten für die effiziente Wärmedämmung von Gebäuden. Die Herstellung solcher Platten für die Innenraumdämmung könnte künftig mit erneuerbarem Benzol als erstem Rohstoff beginnen. (Bild: Covestro)

Eine Hauptanwendung für Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI) sind Dämmplatten für die effiziente Wärmedämmung von Gebäuden. Die Herstellung solcher Platten für die Innenraumdämmung könnte künftig mit erneuerbarem Benzol als erstem Rohstoff beginnen. (Bild: Covestro)

Das ISCC Plus-zertifizierte Benzol wurde von der Total Refining and Petrochemicals Normandy Plattform im Nordwesten Frankreichs geliefert und zum Covestro-Standort in Antwerpen transportiert. Dort dient er als Vorstufe für Anilin, einem wichtigen chemischen Produkt, aus dem Covestro im Chempark Krefeld-Uerdingen Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI) herstellt. MDI ist Ausgangsbasis für Polyurethan-Hartschaum, der seit Jahrzehnten eine hocheffiziente Wärmedämmung von Gebäuden und Kühlgeräten ermöglicht, aber auch für Anwendungen im Automobil und vielen anderen Branchen.

„Durch die Partnerschaft mit Total unterstützen wir unsere Kunden im Hartschaumbereich dabei, ihre Produktion noch nachhaltiger zu gestalten und sich entsprechend zu positionieren“, sagt Daniel Meyer, globaler Leiter des Segments Polyurethanes bei Covestro. „Sie können diese Drop-in-Lösung ohne technische Umstellung sofort in ihren bestehenden Herstellprozessen einsetzen. Die Produktqualität steht derjenigen auf petrochemischer Basis in nichts nach.“

„Diese Geschäftspartnerschaft mit Covestro unterstreicht das Ziel von Total, neue nachhaltige Produkte zu produzieren und zu vermarkten, die unseren Kunden helfen, ihren Kohlenstoff-Fußabdruck zu reduzieren“, sagt Jean-François Renglet, Vice President Marketing Base Chemicals Division bei Total Refining and Chemicals. „Sie steht im Einklang mit dem Ziel von Total, bis 2050 Kohlenstoffneutralität für all seine globalen Aktivitäten zu erreichen, von der Produktion bis zu den Energieprodukten, die von seinen Kunden verwendet werden.“

Stufenweise Umstellung auf alternative Rohstoffe

Mit der schrittweisen Umstellung seiner Produktion auf alternative Rohstoffe will Covestro fossile Materialien ersetzen und die Wertschöpfungsketten nachhaltiger gestalten. Erst kürzlich hat das Unternehmen selbst die ISCC Plus-Zertifizierung für die Produktion von erneuerbarem Anilin in Antwerpen sowie von MDI in Uerdingen erhalten, außerdem für die Herstellung von Polycarbonat an beiden Standorten. Für Covestro ist
das Projekt Teil eines umfassenden Programms, mit dem das Unternehmen gemeinsam mit seinen Partnern die Umstellung zur Kreislaufwirtschaft vorantreiben und selbst am Ende vollständig zirkulär werden will.

Durch die Massenbilanz-Zertifizierung über die ganze Wertschöpfungskette wird die Produktion nachhaltiger – der CO₂-Fußabdruck des Produkts sowie der Einsatz fossiler Rohstoffe werden reduziert – und überdies transparenter. Die Abkürzung ISCC steht für „International Sustainability and Carbon Certification“ (Internationales Nachhaltigkeits- und Kohlenstoff-Zertifikat), ein global anerkanntes System für die Nachhaltigkeitszertifizierung von Biomasse und Bioenergie.