Die Radici Group 15 Mio. Euro in eine neue Anlage zur Herstellung von Meltblown-Vliesstoffen in Bergamo, Italien. (Bild: info@newsletter.radicigroup.com)

Die Radici Group investiert 15 Mio. Euro in eine neue Anlage zur Herstellung von Meltblown-Vliesstoffen in Bergamo, Italien. (Bild: info@newsletter.radicigroup.com)

Die Gruppe, seit Beginn der Pandemie engagiert im Kampf gegen die Ausbreitung von Covid-19, hat in sehr kurzer Zeit eine lokale Lieferkette für die Herstellung von Kitteln und anderen Produkten aus Spinnvlies aktiviert und beschlossen, sich auch auf die Produktion von Meltblown-Filtervliesen zu konzentrieren. Diese für die Herstellung von chirurgischen Masken erforderliche Art von TNT Vliesstoffen war auf dem italienischen Markt nicht vorhanden.

„Auf dem Höhepunkt der Pandemie“, so Maurizio Radici, Vicepresident und COO der Radici Group mit Hauptsitz in Bergamo, Italien, war die mangelnde Verfügbarkeit von Meltblown-Filtervliesstoffen offensichtlich. Wir erhielten Dutzende von Anfragen potenzieller Kunden. Meltblown-Filtervliese werden in Europa nur in geringen Mengen produziert, die für medizinische Notsituationen nicht ausreichen. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung im Bereich Vliesstoffe wussten wir, wie sich eine Lieferkette „Made in Italy“ für PSA aufbauen lässt. Als sich die Gelegenheit ergab, etwas Konkretes zu tun, haben wir nicht gezögert.“

Hightech-Anlage wird derzeit installiert

Radici Group hat 15 Mio. Euro in eine Meltblown-Produktionslinie investiert. Die groß dimensionierte Anlage, die derzeit installiert wird, ist technologisch auf dem neuesten Stand. Sie bietet eine hohe Produktivität und ermöglicht die Herstellung von Produkten mit besonderen technischen Eigenschaften, aus Polypropylen ebenso wie auf Basis anderer Polymere, wie etwa Polyester, Polyamid und TPU. Standort der Anlage ist Tessiture Pietro Radici SpA, ein in Gandino (Bergamo) ansässiges Unternehmen der Gruppe, wo auch die Räumlichkeiten erweitert wurden. Meltblown ist ein Endlosfaservlies mit einem Filamentdurchmesser zwischen 1 und 5 Mikrometer, das eine hohe Filterkapazität auch für mikroskopisch kleine Partikel wie Viren hat, atmungsaktiv ist und sicher schützt. Die Installation der Anlage wird im Januar abgeschlossen sein. Ab diesem Zeitpunkt wird sie im Dauerbetrieb an 7 Tagen in der Woche laufen.

„Dank dieser neuen Anlage in Val Seriana, einem der am stärksten von der Pandemie betroffenen Gebiete“, ergänzt Enrico Buriani, CEO von Tessiture Pietro Radici, „wird Radici Group einer der wenigen europäischen Hersteller sein, der beides anbieten kann: Spunbond-Vliesstoffe, die bereits seit Jahren bei Tessiture Pietro Radici etabliert sind und als äußere sowie als in Kontakt mit dem Gesicht stehende Komponente von Masken eingesetzt werden, und Meltblown-Vliesstoffe, das eigentliche Filter- und Schutzelement von Masken aller Art, von chirurgischen bis zu FFP2- und FFP3-Ausführungen. Die neue Anlage wird eine Kapazität von monatlich rund 120 Tonnen Meltblown-Vlies haben, womit sich etwa 170 Millionen OP-Masken herstellen lassen.“

Das Ziel ist, unabhängiger von außereuropäischen Importen zu werden, die während der Pandemie auch zu großen logistischen Verzögerungen führten, und eine Versorgungskette nach Italien zurückzubringen, die für den Gesundheitsschutz bei Notfällen unerlässlich ist. So hat Italien zum Beispiel von Februar bis August 2020 Masken im Wert von 2,66 Mrd. Euro importiert, 92 Prozent davon aus China (Quelle: Assosistema – Confindustria). „Wir glauben, dass es wichtig ist, dass Italien in Zukunft nicht unvorbereitet ist, wenn es zu gesundheitlichen Notfällen kommt“, so Maurizio Radici.