Die Zielregion besteht im Kern aus den Landkreisen Schmalkalden-Meiningen, Suhl, Ilmenau und Saalfeld-Rudolstadt. Das Netzwerk zählt bereits jetzt mehr als 20 Partner aus Forschung, Bildung, Industrie, Kultur und Zivilgesellschaft. Zur Auftaktveranstaltung am 1. Oktober 2020 in Schmalkalden kamen 14 Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie das Thüringer Zentrum für Maschinenbau, der Verein Automotive Thüringen, die TU Ilmenau, die Duale Hochschule Gera-Eisenach, die LEG Thüringen, die IHK Südthüringen, das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen und die Wirtschaftsförderagentur Saalfeld-Rudolstadt.

Leitindustrie Automotive im Wandel

Das ProHyMaTh-Projektteam (von links): Dr. Renate Lützkendorf, Dr. Tobias Biletzki, Bettina Wenzel (alle
TITK), Dr. Klaus Wagner, Benjamin Hofmann, Stephan Krahner (alle GFE). 
(Bildquelle: Steffen Beikirch/TITK)

Das ProHyMaTh-Projektteam (von links): Dr. Renate Lützkendorf, Dr. Tobias Biletzki, Bettina Wenzel (alle TITK), Dr. Klaus Wagner, Benjamin Hofmann, Stephan Krahner (alle GFE).
(Bildquelle: Steffen Beikirch/TITK)

Ausgangspunkt sind die tiefgreifenden Veränderungen in der Automobilbranche als Leitindustrie, welche das Lieferantennetzwerk nahezu vollständig verändern. Nur durch Innovationen – davon sind die Projektpartner von ProHyMaTh überzeugt – kann der Wandel hin zu perspektivisch wettbewerbsfähigen Produkten und auch neuen Kundenkreisen gelingen. Eng verbunden damit ist die Zielstellung, die Attraktivität der Region zu erhöhen und damit im Vergleich zu infrastrukturell gut entwickelten Großstädten und Ballungsräumen gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen.
Das konkrete Innovationsfeld, das innerhalb eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes angegangen werden soll, umfasst die Prozesstechnologien für Hybride Materialien. Auf der Basis bestehender Kompetenzen in der Region sind hier branchenübergreifend die Wissensgebiete Materialforschung, hybride Fertigungstechnologien sowie Leichtbau- und Oberflächentechnologien einbezogen.

Kai Rompczyk  vom Institut für kommunale Planung und Entwicklung (IKPE) aus Erfurt diskutiert mit
Teilnehmern ozioökonomische Aspekte des Strukturwandels.
(Bildquelle: Steffen Beikirch/TITK)

Kai Rompczyk vom Institut für kommunale Planung und Entwicklung (IKPE) aus Erfurt diskutiert mit Teilnehmern ozioökonomische Aspekte des Strukturwandels.
(Bildquelle: Steffen Beikirch/TITK)

Während des Kickoff-Meetings in Schmalkalden wurden erste konkrete Ideen für ein intensiviertes Zusammenwirken der Metall- und der Kunststoffbranche gesammelt. „Jedoch reicht es nicht, sich auf technische Innovationen und Maßnahmen zu
konzentrieren“, betonte Dr. Klaus Wagner von der GFE als Moderator. Auch die sozioökonomischen Aspekte des Strukturwandels und möglicher Strategien müssten beachtet werden. Hierzu hat sich das ProHyMaTh-Bündnis das Institut für kommunale Planung und Entwicklung (IKPE) aus Erfurt ins Boot geholt.

ProHyMaTh ist eines von 44 Projekten bundesweit, die es beim Bundesforschungsministerium in die zweite Auswahlrunde des Programmes „WIR!“ geschafft haben. Ursprünglich waren 130 Bewerbungen aus allen Teilen Deutschlands eingegangen.
Bis zum Frühjahr muss das Projektteam aus Schmalkalden und Rudolstadt nun ein überzeugendes Konzept präsentieren, um unter den 25 Finalisten zu landen. Damit wäre eine sechsjährige Umsetzungsphase möglich, die am 1. September 2021 beginnt und bis zu 15 Millionen Euro Förderung erhält.

Weitere Mitwirkende sind willkommen

Nach dem Auftakt vom 1. Oktober werden nun in den nächsten Wochen auf Basis bereits vorliegender Studien die Entwicklungsbedarfe konkret erfasst, die Bündnisstrategie zur Umsetzung entwickelt und ein Konzept erstellt. Hierzu sind bis zum März 2021 mehrere Workshops, individuelle Gespräche mit Partnern und ein zweitägiges Strategieseminar
vorgesehen. Neben einer Stärken-Schwächen-Analyse sollen dabei auch erste Leuchtturmprojekte identifiziert werden.
Unternehmen oder Institutionen, die an einer Mitwirkung interessiert sind, können sich über die Website von ProHyMaTh über das Projekt und seine Fortschritte informieren oder direkt Kontakt zum Team bei der GFE und dem TITK aufnehmen.