Die Masken sind leicht zu reinigen und könnnen viele Male wiederverwertet werden. (Bildquelle: FDU Hotrunner)

Die Masken sind leicht zu reinigen und könnnen viele Male wiederverwertet werden. (Bildquelle: FDU Hotrunner)

Trotz der erfolgten Lockerungen hat die Corona Krise Europa und den Großteil der restlichen Welt weiter fest im Griff. Und die Stimmen werden immer lauter, die vor einer zweiten Welle spätestens im Herbst dieses Jahres warnen. Daher wird der Bedarf an Schutzausrüstungen auch in den nächsten Monaten weiter hoch bleiben, auch wenn die ersten Länder ihre Maskenpflicht bereits wieder gelockert haben. Um diesen Bedarf zu decken und auch sicherzustellen, bedarf es gerade in Europa Anstrengungen, um nicht von Lieferungen aus Übersee oder China abhängig zu sein.

Eines dieser Projekte sind Mund-Nasen Atemmasken, die das bayrische Unternehmen Providee entwickelt hat und nun in größerer Stückzahl produziert. Die Masken zeichnen sich durch eine besondere Nachhaltigkeit aus, da sie einfach zu reinigen sind und dadurch unzählige Male wiederverwendet werden können. Providee benötigt für die Produktion der Masken Spritzgießwerkzeuge, die man beim österreichischen Werkzeugbauunternehmen Haidlmair geordert hat. Haidlmair hat die ersten Werkzeuge in einer Rekordzeit von zwei Wochen hergestellt,  seitdem sind sie im produktiven Einsatz.

Heißkanaltechnolgie mit FDU Slot Lock System

Das Werkzeug ist mit FDU SLS Heißkanaltechnolgie ausgestattet. (Bildquelle: FDU Hotrunner)

Das Werkzeug ist mit FDU SLS Heißkanaltechnolgie ausgestattet. (Bildquelle: FDU Hotrunner)

Ein weiteres Werkzeug wurde nun auch mit der neuartigen Heißkanaltechnologie der FDU Hotrunner, Frankenthal, ausgestattet. Das junge Unternehmen aus Rheinland-Pfalz lieferte für das 4 Kavitäten-Werkzeug die neueste Ausbaustufe seiner Breitschlitzdüse, die FDU SLS. SLS steht für „Slot Lock System“ und bietet eine Alternative zur herkömmlichen FDU (Flat Die Unit), indem sie auf dem Prinzip eines Schwertverschlusses basiert. Bei diesem Projekt ist der Heißkanalverteiler ein mechanisch balancierter X-Verteiler mit polierten Schmelzkanälen, um eine besonders schonende und reibungslose Verarbeitung der Schmelze zu garantieren.

Die Vorteile der FDU SLS sind seine spezielle Führung und Verdrehsicherung des Schwertes, ohne den Schmelzestrom zu teilen. Dadurch sind außergewöhnlich große Querschnittsflächen bis zu 175 mm² möglich, und es können sehr große Schussvolumina stressfrei und außerordentlich schnell in die Kavität gebracht werden, ohne, dass eine hohe Friktionsenergie entsteht.

Im konkreten Projekt misst der Schwertverschluss in die Kavität 14 x 2,8 mm. Somit stehen der Schmelze fast 40 mm² Querschnittsfläche zum Eintritt in die Kavität zur Verfügung. Vergleicht man das mit herkömmlichen Heißkanalsystemen mit runder Nadelverschlusstechnik und einem maximalen Nadeldurchmesser von 3,5 mm, so erreicht man mit der FDU SLS eine um ca. 4-mal größere Fläche. Durch diese vergrößerte Querschnittsfläche ergeben sich einige Vorteile, wie beispielsweise die besonders schonende Verarbeitung des Materials durch eine geringere Friktionsenergie.

Großaufnahme des Schwertverschlusses der FDU SLS (Bildquelle: FDU Hotrunner)

Großaufnahme des Schwertverschlusses der FDU SLS (Bildquelle: FDU Hotrunner)

Das führt wiederum dazu, dass sich der Wärmehaushalt im Werkzeug wesentlich besser regeln lässt und sich dadurch das Prozessfenster vergrößert. Darüber hinaus konnte auch der spezifische Einspritzdruck gegenüber den Werkzeugen mit herkömmlichen Heißkanalsystemen um ein Vielfaches verringert werden, die Nachdruckwirkung wurde erheblich verbessert und zusätzlich entsteht auch keinerlei Freistrahlwirkung. Neben all diesen prozesstechnischen Vorteilen konnte eine optimale Zykluszeit mit der FDU SLS erreicht werden.

Geschäftsführer Andreas Kißler (Bildquelle: FDU Hotrunner)

Geschäftsführer Andreas Kißler (Bildquelle: FDU Hotrunner)

Andreas Kißler, Geschäftsführer von FDU Hotrunner, zeigte sich naturgemäß erfreut über die gute Performance der FDU SLS und über das Vertrauen des Kunden in die neue Technologie: „Mich freut es sehr, dass wir einen kleinen Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Krise leisten konnten und auch dass uns Providee mit seinem Geschäftsführer Andree Barth das Vertrauen geschenkt hat. Ich denke, dass wir dazu beitragen konnten, dass eine höhere Produktivität erzielt wird. Wir haben viel gelernt in diesem Projekt, weil wir bisher hauptsächlich größere Werkzeuge mit der FDU ausstatten durften und auch bis jetzt mit dem verwendeten Material TPE/TPU noch nicht viele Erkenntnisse gewonnen haben. Das wird bei den zukünftigen Projekten sehr hilfreich sein.“