September 2012

Im Werkzeugbau-Servicecenter der ZKW Group inspizieren die Mitarbeiter Werkzeuge mit einem Gewicht bis 25 Tonnen. Mit diesen Werkzeugen werden Beleuchtungssysteme für Fahrzeuge im Premium-Segment produziert. „Die Wartung ist ohne Wartungsstation nach unseren Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen nicht durchführbar. Dank der Ausführung und Funktionsweise der Inspektionsvorrichtung können die Arbeiten sicher erledigt werden. Gleichzeitig können wir alle Aufgaben unter perfekten Voraussetzungen sowie die 100-Prozent-Prüfungen der Werkzeuge unter realen Einsatzbedingungen durchführen“, betont Martin Resl, Leiter Werkzeugbau-Servicecenter am österreichischem Standort in Wieslburg. Für die Wartungsstation von Stäubli sprach neben dem guten Ergebnis in einem technischen Auswahlverfahren auch die Erfahrung des Unternehmens für Schnellspann- und Werkzeugwechsel-Systeme. Das Einrichten der schweren Werkzeuge auf der Wartungsstation erledigen die qualifizierten Mitarbeiter in kurzer Zeit. Ein Gabelstapler bringt die Werkzeuge auf einem Transportwagen zur Inspektionsvorrichtung. Die Mitarbeiter fixieren das geschlossene Werkzeug über Ketten am Kran. Anschließend verfährt der Anlagenbediener das Werkzeug mit dem Deckenkran zwischen die beiden Aufnahmen der Wartungsstation.

Millimetergenaues Spannen in wenigen Minuten

Das exakte Andocken und Spannen des Werkzeuges ist Millimeterarbeit. Über die drahtlose Fernbedienung steuert ein Mitarbeiter die Aufnahmen in Richtung Werkzeug und schließt die Station, die dabei einen Druck von bis zu 40 Tonnen aufbringen kann. Anschließend übernehmen Hydraulikzylinder das Spannen des Werkzeugs. Das Werkzeug sitzt jetzt sicher in Position. Der komplette Vorgang nimmt nur wenige Minuten in Anspruch.

Die Inspektionsvorrichtung ist flexibel, so dass sich unterschiedliche Werkzeuge schnell spannen lassen. Besonders einfach ist es bei den sogenannten WPX-Werkzeugen, die alle über die gleiche Grundplatte verfügen. Alle anderen Werkzeuge werden mit Zentrierring und Schnell-Spannbolzen gespannt. Einige Werkzeuge können automatisch über standardisierte Multikupplungssysteme angeschlossen werden. Bei Werkzeugen ohne Multikupplungen werden Adapterplatten verwendet, die manuell gekuppelt werden und viele Freiheiten bezüglich der Anschlussmöglichkeiten bieten.

Deutlich zeitintensiver gestalten sich die Wartungsarbeiten an den Werkzeugen: Die geschlossenen Werkzeuge werden auseinandergezogen, die beiden Hälften auf der Station gekippt, komplett zerlegt, instandgesetzt, gereinigt und abschließend wieder zusammengebaut. „Mit der Inspektionsvorrichtung können wir das Werkzeug komplett prüfen. Kühlung, Elektrik, Heizkanäle, Kernzüge, Hydraulik – alle Komponenten und Funktionen lassen sich auf der Wartungsstation perfekt kontrollieren. Bevor das Werkzeug danach wieder auf der Spritzgießmaschine zum Einsatz kommt, durchläuft es ein komplettes Prüfprogramm auf der Wartungsstation unter Einsatzbedingungen“, erklärt Resl.

Unfallgefahren ausgeschlossen

Turnusmäßige Wartungen der Werkzeuge stehen im Durchschnitt alle zwei Monate nach jeweils 30.000 bis 50.000 Schuss auf dem Programm. Eine Komplettwartung nimmt viel Zeit in Anspruch. Um das Werkzeug so schnell wie möglich wieder in Betrieb nehmen zu können, wird in der Inspektion rund um die Uhr im 3-Schicht-Betrieb gearbeitet.
Die Mitarbeiter kamen mit der Bedienung von Anfang an gut zurecht. Besonders das kabellose Bedien-Handgerät macht sich in der Praxis bezahlt. Der Bediener ist in seiner Bewegung völlig frei und kann alle Funktionen von jeder Position aus steuern. Außerdem sind Stolperfallen durch Kabel ausgeschlossen, was die Unfallgefahr signifikant reduziert.
Die Wartungsstation wird nicht nur bei regulären Wartungsarbeiten verwendet. Vielmehr nutzen die Werkzeugbauer sie auch für konstruktive Änderungen an den Werkzeugen sowie für Reparaturen. Rund die Hälfte der Belegung sind heute Versuche und Anpassungen, die andere Hälfte klassische Inspektionsaufgaben.

„Dank der Wartungsstation haben wir viele Kontrollmöglichkeiten erhalten. Diese Technologie kombiniert mit der Qualifikation unserer Mitarbeiter ergibt eine hohe Qualität bei den Wartungsmaßnahmen, so dass die Fehlerquote innerhalb der vorgegebenen Parameter gehalten werden kann“, zeigt sich Resl zufrieden. Die Anlage ist nun seit ihrer Inbetriebnahme vor rund einem Jahr permanent im Einsatz: „Über die Serviceleistungen im Reparaturfall können wir allerdings keine Auskunft geben“, meint er lächelnd, „da die Station seit ihrer Installation vor rund einem Jahr störungsfrei arbeitet.“


„Im Regelfall haben wir das Werkzeug innerhalb weniger Schichten wieder im Einsatz.“

Martin Resl, Leiter Werkzeugbau-Servicecenter der ZKW Group, Wieselburg, Österreich

 

Technik im Detail

WPX – Was steckt dahinter?

Die Abkürzung steht für eine Wideplate-Ausführung und bezieht sich auf die Spritzgieß-Maschine. Diese entspricht dann in den technischen Daten der Serienausführung einer 11.000-kN-Maschine, der Einbauraum etwa dem einer 17.000-kN-Variante. Die Werkzeuge für solche Maschinen tragen dieselbe Abkürzung im Namen. Die ZKW Group produziert mit mehreren WPX-Maschinen, weshalb bei der vorgestellten Wartungsstation entsprechende  Anschlussmöglichkeiten besonders wichtig sind.

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