Die Wirkungsweise von Heat-Inject gezeigt an einem Beispiel: Ein Wärmeimpuls am Zusammenfluss zweier Schmelzeströme hinter einem Durchbruch macht die Bindenaht unsichtbar.

Die Wirkungsweise von Heat-Inject gezeigt an einem Beispiel: Ein Wärmeimpuls am Zusammenfluss zweier Schmelzeströme hinter einem Durchbruch macht die Bindenaht unsichtbar. (Bild: Incoe)

Die Frage „Wozu zusätzliche Wärme direkt ins Formnest?“ beantwortet Christian Striegel, Entwicklungsleiter und Technischer Geschäftsleiter bei Incoe International Europe: „Es handelt sich hier nicht um eine zusätzliche Heizung, sondern um einen beweglichen Temperierstempel, dessen beheizte Spitze über ein kurzes Anpressen an die rückwärtige Wand des Formnests dort einen Wärmeimpuls einbringt.“ Dieser kurze lokale Impuls könne dabei in vielerlei Hinsicht zur Optimierung von Formteil- und Prozessqualität beitragen: Binde- und Fließnähte sind zwar da, treten aber nicht mehr sichtbar an die Oberfläche, ein matter Hof im Bereich des Anschnitts erscheint nicht mehr, Engstellen im Formnest wie bei Filmscharnieren oder beim Dünnwandspritzguss können leichter durchströmt werden und filigrane Geometrien und Mikrostrukturen sind einfacher zu fertigen. „Diese innovative Temperiertechnik, basierend auf dem zum Patent angemeldeten Z-System unseres Partners Hotset, arbeitet extrem schnell bei sehr niedrigem Energieverbrauch. Sie bietet dabei eine technisch relativ einfache und robuste Lösung für Formteile mit optisch anspruchsvollen Oberflächen wie z. B. Blenden für Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik oder Armaturen in Fahrzeugen.“, ergänzt Frank Daniel, Kaufmännischer Geschäftsleiter bei Incoe International Europe.

Schaubild: Wo sonst durch Formteilgeometrie und Anbindung eine Bindenaht sichtbar werden kann, sorgt der Wärmeimpuls von Heat-Inject für gute Oberflächenqualität.
Wo sonst durch Formteilgeometrie und Anbindung eine Bindenaht sichtbar werden kann, sorgt der Wärmeimpuls von Heat-Inject für gute Oberflächenqualität. (Bild: Incoe)

Die Idee „Heat-Inject“ an Heißkanalsystemen zu montieren hat ihren Ursprung im Konzept der vorgefertigten Module. Dabei geht es darum, den Kunden Komponenten für deren Spritzgießwerkzeuge anzubieten, die bereits zu betriebsbereiten und steckerfertigen Modulen zusammengefügt sind und somit Aufwand und Zeit bei Abstimmung und Einbau sparen. „Natürlich muss der Temperierstempel noch im Werkzeug tuschiert und angepasst werden, damit die optimale Wärmeübertragung gewährleistet ist.“, erklärt Geschäftsleiter Frank Daniel. „Aber dadurch, dass zum Beispiel alle Anschlüsse von Heat-Inject auf der zentrale Anschlussplatte des Heißkanalsystems zusammengefasst werden, entfällt das aufwändige Verlegen und Anschließen einzelner Kabel oder Schläuche im Werkzeug – alles ist bereits in einem Modul montiert und kann nach erfolgter Abstimmung im Sinne von „Plug and Produce“ eingefügt werden.“ Ein wesentlicher Teil beim Einsatz von Heat-Inject, so Frank Daniel weiter, sei die Abklärung im Vorfeld, ob und wie Heat-Inject eingesetzt werden kann. INCOE bietet hierzu einen mehrstufigen Prozess an, bestehend aus Machbarkeitsstudie, Angebot sowie Unterstützung bei Abstimmung, Einbau und Musterung. „Ein großer Vorteil für uns bei diesem neuen Produkt ist, dass wir auf der langjährigen Erfahrung der Firma Hotset aufbauen können und somit unseren Kunden Zusatznutzen anbieten können, der sich in der Praxis bereits bewährt hat.“ fügt Christian Striegel hinzu.

Quelle: Incoe

Schaubild: „Plug and Produce“ oder „Unplug and Service“: Das Heißkanalsystem als Trägerplattform für innovative Temperiertechnik zur Optimierung von Formteil- und Prozessqualität bei Produkten mit anspruchsvollen Oberflächen.
„Plug and Produce“ oder „Unplug and Service“: Das Heißkanalsystem als Trägerplattform für innovative Temperiertechnik zur Optimierung von Formteil- und Prozessqualität bei Produkten mit anspruchsvollen Oberflächen. (Bild: Incoe)

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