Aufbau einer Spritzgießmaschine in einer Werkshalle

Die Materialzufuhr der neuen Spritzgießmaschine ist außerhalb des Werkzeugbereichs platziert. Die vertikale Spritzeinheit lässt sich über steckbare Medienkupplungen schnell wechseln. (Bild: Arburg)

Elektrisches Schließen kombiniert mit flexiblem Einspritzen

Alle Allrounder More sind standardmäßig mit einer hochdynamischen elektrischen Kniehebel-Schließeinheit mit energieeffizienten flüssigkeitsgekühlten Servomotoren ausgestattet. Die Maschinen zum Serienstart verfügen über zwei elektrische Spritzeinheiten und wahlweise 1.600 oder 2.000 kN Schließkraft.

Die Einspritzpositionen sind künftig modular wählbar. Der Serienstart beginnt mit einer horizontalen und einer vertikalen Spritzeinheit als Standard. Darüber hinaus werden optional horizontal L-förmig, parallel vertikal oder parallel horizontal sowie winkelförmig angeordnete Spritzeinheiten erhältlich sein. Damit lassen sich alle gängigen Zwei-Komponenten-Anwendungen realisieren.

Viel freier Raum für Werkzeug und Auswerfer

Die Spritzgießmaschinen verfügen über deutlich mehr Platz für Werkzeuge, Dreheinheiten, Medienanschlüsse und nutzbaren Auswerfer-Hub. Die Säulen sind standardmäßig um 200 mm verlängert und die bewegliche Werkzeugplatte ebenfalls um 200 mm vergrößert. Der lichte Säulenabstand beträgt 570 x 570 mm, der maximale Plattenabstand 1.200 mm. Zudem wurde der Schutzschieber um 400 mm verbreitert. Gemeinsam erleichtern all diese Features die Zugänglichkeit zum Werkzeugbereich.

Die Details machen den Unterschied

Besonderen Wert wurde auf Wartungsfreundlichkeit und Bedienkomfort gelegt. Dazu zählen steckbare Medienkupplungen für Elektrik, Wasser, und Hydraulik für die vertikale Spritzeinheit. Das Zylindermodul lässt sich mit wenigen Handgriffen wechseln. Die vertikale Spritzeinheit kann bequem auf einen Bügel positioniert, am Boden abgestellt und bei Bedarf separat von der Maschine transportiert werden.

Die Materialzufuhr erfolgt außerhalb des Werkzeugbereichs, sodass dieser nicht durch Granulat verunreinigt werden kann. Gleichzeitig bleibt der Raum über dem Werkzeug frei für vertikal eingreifende Robot-Systeme. Schlauchführungen optimieren den Schlauchverlauf und verhindern mögliche Scheuerstellen.

Die Maschinenbaureihe ermöglicht Anwendern aus den verschiedenen Branchen mehr Flexibilität für eine punktgenaue Auslegung und mehr Effizienz bei der Fertigung von Kunststoffteilen aus verschiedenen Materialien oder Farben.

Intuitive Gestensteuerung

Bildschirm der Steuerung
Die Steuerung wird kontinuierlich um neue Assistenzfunktionen ergänzt. (Bild: Arburg)

Alle Maschinen der Serie sind mit einer Gestica-Steuerung ausgestattet. Zentrale Aspekte bei deren Entwicklung waren Betriebssicherheit und Bedienergonomie im industriellen Umfeld. Technische Hardware-Merkmale sind beispielsweise zwei getrennte Controller für Bedienung und Prozesssteuerung, die Multicore-Technologie für das gleichzeitige Ausführen mehrerer Aufgaben, ein geschlossenes Betriebssystem, für das keine Sicherheits-Updates erforderlich sind, ein großer, kontrastreicher Full-HD-Monitor und der Easy Slider zum „blinden“ Bedienen von Bewegungen beim Einrichten.

Ziel bei der Entwicklung war auch, dass die Software und Bedienoberfläche für bestmögliche Unterstützung sorgen. So sind die Datensätze der Selogica und Gestica voll kompatibel zueinander und Robot-Systeme lassen sich komplett integrieren. Besonders die Navigation und der Ablaufeditor wurden detailliert optimiert, damit der Maschinenbediener Zeit spart und mit nur wenigen Clicks zum Ziel kommt. Der Fokus von Weiterentwicklungen liegt auf zusätzlichen smarten Assistenten und adaptiven Regelungskonzepten.

Ausgelegt für anspruchsvolle Spritzgießanwendungen

Lab-on-a-Chip aus zwei transparenten PC-Materialien
Die Spritzgießmaschine eignet sich auch für anspruchsvolles Montage-Spritzgießen von Mehrkomponenten-Teilen wie dem Lab-on-a-Chip aus zwei transparenten PC-Materialien. (Bild: Arburg)

Auf der Fakuma 2021 wird ein Allrounder More 2000 mit 2.000 kN Schließkraft und zwei horizontal und vertikal angeordneten elektrischen Spritzeinheiten der Größe 400 und 170 zu sehen sein. Das mit einem 2+2-fach-Werkzeug ausgestattete Exponat demonstriert eine Medizintechnik-Anwendung: Die erste Komponente, ein flächiges Bauteil mit Fluidkanälen, wird im zweiten Schritt mittels Montagespritzgießen direkt im Werkzeug mit einem Fluidgehäuse dichtend zu einem sogenannten Lab-on-a-Chip umspritzt. Ein vertikales Robot-System Multilift V 30 entnimmt die funktionsfähigen Zwei-Komponenten-Spritzteile aus transparentem PC aus dem Werkzeug und legt sie auf ein Förderband ab.

Fakuma: Halle A3, Stand 3101

Quelle: Arburg

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