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Teileablage durch das integrierte Robotersystem (Bild: Wittmann Battenfeld)

Bilora_2020_03-18_22_13x18 class="caption-text">Michael Müller, Geschäftsführer Bilora, Jörg Schröer, Vertrieb Wittmann Battenfeld (l.). (Anmerkung: Das Foto ist vor Ausbruch der Corona-Pandemie entstanden) (Bild: Wittmann Battenfeld)

Die Ursprünge von Bilora reichen auf die Gründung der Metallwarenfabrik Kürbi & Niggeloh in Barmen-Rittershausen im Jahr 1909 zurück. Gefertigt wurden damals Rohrstative, Pendelleuchten, Notenständer und andere Metallprodukte. Der heutige Firmensitz in Radevormwald wurde 1911 errichtet und in Betrieb genommen. Der große Durchbruch gelang dem Unternehmen 1935 mit der Produktion von Fotokameras. 1956 wurde die Marke von 1 Mio. produzierter Kameras durchbrochen.

In die erste Kunststoffspritzgießmaschine wurde 1961 investiert, denn die Leistungsfähigkeit dieser neuen Technologie hatten die Firmeninhaber erkannt und Kunststoffe waren den Metallen gegenüber konkurrenzfähig geworden. Der Einstieg in den Spritzguss brachte zahlreiche Vorteile mit sich: Kostengünstiges Herstellen von Einzelteilen, den nahezu vollständigen Wegfall von Nachbearbeitungsschritten, perfekte Oberflächen, geringes Teilegewicht sowie das Entfallen zahlreicher Montagehandgriffe. 1994 wurde Kürbi & Niggeloh Bilora gegründet, die sich nun ausschließlich der Produktion von Kunststoffartikeln widmete. 2016 erfolgte die Namensänderung in Bilora Kunststofftechnik.

Vielfältiges Teilespektrum

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In den Insider-Zellen sind auch die Temperiergeräte untergebracht. (Bild: Wittmann Battenfeld)

Heute fertigt der Kunststoffverarbeiter auf 40 Spritzgießmaschinen mit Schließkräften zwischen 150 und 2.000 kN sowohl Klein- als auch Großserien verschiedenster technischer Kunststoffteile im 1K- und 2K-Spritzguss. Zum Produktspektrum zählen auch Metall/Kunststoffverbindungen, wie sie unter anderem in der Automobilindustrie verwendet werden.

Ein großer Teil der Spritzgießteile wird weiterverarbeitet: Es folgt das Bedrucken im Tampon- und Siebdruckverfahren, die Montage und Funktionsprüfung von Baugruppen oder das Verpacken in regalfähige Verkaufsverpackungen. Kunststoffteile für den Maschinenbau werden häufig auf mechanischem Weg nachgearbeitet, da geringe Stückzahlen die Investition in aufwendige Werkzeuge nicht rechtfertigen. Der Einsatz von ERP- und MES-Systemen garantiert eine lückenlose Nachverfolgung der einzelnen Chargen.

Mit dem Robot-System fing alles an

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Teileablage durch das integrierte Robotersystem (Bild: Wittmann Battenfeld)

Die Zusammenarbeit mit dem österreichischen Spritzgießmaschinenhersteller Wittmann Battenfeld, Kottingbrunn, liegt einige Jahre zurück und begann mit dem Nachrüsten bestehender Spritzgießmaschinen mit Wittmann Robot-Systemen der Baureihen W8 und W9. Der Kunststoffverarbeiter baut Entnahmegreifer mit Sicherheitsabfragen und zusätzlichen Funktionalitäten im eigenen Haus. Die Robot-Systeme erlauben das einfach durchzuführende Anbinden und Überwachen der Entnahmegreifer und die Robotersteuerung gewährleistet, die vorhandenen Möglichkeiten besser zu nutzen. Die Zuverlässigkeit des Equipments und der gute Support des Maschinenbauers waren ausschlaggebend dafür, dass sich Bilora auch für den Erwerb von Temperiergeräten in Ein- und Zweikreisausführung (Wasser bis 160 °C) entschied sowie für die Anschaffung von Drymax Trocknern und Dosimax Dosiergeräten.

CE konforme Spritzgießzelle

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SmartPower 60 und SmartPower 90, als Insider-Zellen ausgeführt. (Bild: Wittmann Battenfeld)

Schließlich wurden im März 2019 zwei servohydraulische Smart Power Spritzgießmaschinen von Wittmann Battenfeld mit 600 und 900 kN Schließkraft installiert – beide Modelle als Insider-Versionen. In einer Insider-Zelle ist das Handling der Formteile inklusive Transferband integriert, darüber hinaus verfügt eine solche Zelle über eine fix mit der Maschine verbundene Schutzeinhausung. Verglichen mit konventionellen Anlagen, reduzieren diese Maßnahmen die notwendige Stellfläche der Arbeitszelle um bis zu 50 %. Michael Müller, Geschäftsführer von Bilora: „Für die Insider-Maschinen von Wittmann Battenfeld spricht vor allem das platzsparende Design, ein gutes Verhältnis zwischen Werkzeugraum, Schließkraft und Einspritzaggregaten, die CE-Konformität ohne Erfordernis weiterer Schutzmaßnahmen außerhalb der Maschine, die Vollintegration der Roboter und nicht zuletzt die hohe Bedienerfreundlichkeit, die wir bereits von den zuvor installierten Robot-Systemen kannten und sehr schätzen. Wittmann Battenfeld hilft uns mit diesen Lösungen, auch weiterhin effizient auf hohem Qualitätsniveau zu fertigen.“ Bilora Kunststofftechnik fertigt auf den beiden Maschinen Serien mit Losgrößen >100.000 Stück. Verarbeitet werden hauptsächlich POM, ABS und PA6.6 GF30 mit 4-fach Werkzeugen. Ein großer Teil geht in den Anlagenbau, ein anderer Teil wird vollautomatisch zu Baugruppen montiert.

ist Marketing-Managerin bei Wittmann Battenfeld, Kottingbrunn, Österreich.

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