Prof. Klaus Fischer 04.07.19 in Waldachtal. Foto: Jakob Studnar

Prof. Klaus Fischer feiert seinen 70. Geburtstag. (Bildquelle: Jakob Studnar)

Wer glaubte, man könne den Fischer Dübel nicht mehr verbessern, dem bewies er, dass es doch geht. Zum Beispiel mit der Einführung des neuen Zwei-Komponenten-Dübels Duopower oder mit dem weltweit einzigartigen Befestigungssortiment Greenline aus nachwachsenden Rohstoffen. Ideen und Innovationen zu verwirklichen – das ist sein Verständnis von Unternehmertum!

Global agierendes Familienunternehmen aufgebaut

Prof. Klaus Fischer ist anspruchsvoll und immer seiner Zeit voraus. Und das seit über 40 Jahren: 25 Jahre alt, trat er in das Unternehmen ein, leitete als frisch graduierter Dipl.-Ing. (FH) das Prüffeld. Umsatz damals: 102 Mio. Mark (ca. 51 Mio. EUR), von etwa 1.000 Mitarbeitern erwirtschaftet. Heute arbeiten weltweit über 5.200 Menschen für das Familienunternehmen aus dem Nordschwarzwald und sorgen für einen Jahresumsatz von über 887 Mio. EUR (2019). Das Zentrum für Forschung und Entwicklung des global agierenden Unternehmens ist weiterhin in Deutschland. Dennoch werden an Standorten weltweit neue Produkte bis zur Serienreife entwickelt. „Es ist wichtig, unternehmerisch zu handeln, sich mit den Märkten zu beschäftigen und die Firma strategisch in die Zukunft zu führen. Das habe ich als Unternehmer getan“, sagt Prof. Fischer.

Im Bereich Befestigungssysteme ist von der Produktentwicklung, dem Herstellen einzelner Komponenten über die eigene Fertigung der Montageautomaten bis zur Herstellung der Injektionsmörtel und Kartuschen einschließlich der Etiketten alles „Made in Germany“. Zudem forcierte der Unternehmer erfolgreich die Diversifizierung des Unternehmens. 1982 legte er mit der fischer CBOX, einem Aufbewahrungssystem für Musikkassetten, den Grundstein für den Einstieg in das Automobilzuliefergeschäft. Heute ist Fischer Automotive als Spezialist für Kinematikkomponenten wie beispielsweise Lüftungsdüsen im Autoinnenraum das zweitwichtigste Standbein der Unternehmensgruppe. Ein weiterer Unternehmensbereich ist Fischertechnik mit seinen bekannten Baukästen.

Verschwendung vermeiden und kontinuierlich besser werden

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Die Unternehmensgruppe Fischer erhielt in diesem Jahr den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. (Bildquelle: Fischer)

Die Internationalisierung, das Fischer Prozess System rund um die Themen „kontinuierliche Verbesserung“ und „Verschwendung vermeiden“, das „lebenslange Lernen“ und zahlreiche Gesundheitsinitiativen sind nur einige Beispiele aus dem Firmenleitbild. Die Unternehmensgruppe wurde für ihre nachhaltigen Aktivitäten kürzlich mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 in der Kategorie Großunternehmen ausgezeichnet.

Der Name Fischer wird in der deutschen Wirtschaft schon lange mit dem Begriff Kaizen verbunden, dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. In den 1990er Jahren reiste der Unternehmer nach Japan, um sich dort ein genaues Bild zu machen von Lean Production und eben dieser kontinuierlichen Verbesserung. Seine Begeisterung für die Kaizen-Kultur hat der Schwabe weitervermittelt und auch eine enge Zusammenarbeit mit einem sehr erfolgreichen japanischen Unternehmen initiiert. Dabei kommt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine zentrale Rolle zu. Sie verfügen über viel Erfahrung und Fachkenntnisse. Sie kennen die Schwachstellen in den Prozessen genau und wissen, was verändert werden muss, um sie zu verbessern.

Das Know-how, das Fischer bei der Prozessoptimierung inzwischen gesammelt hat, führte 2004 zur Gründung eines eigenen Unternehmensbereichs: Fischer Consulting. Die Beratungsgesellschaft gibt dieses gebündelte Wissen aus Produktion, Verwaltung und Dienstleistungen inzwischen in allen Branchen an externe und interne Kunden sowie Geschäftspartner weiter.

Bildungsinitiativen

„Das größte Kapital und der wichtigste Erfolgsfaktor in unserem Unternehmen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – nicht Anlagen und Gebäude!“, sagt Prof. Klaus Fischer. Der Erfolg eines Unternehmens hänge immer von den Personen ab, die darin arbeiten. Entscheidend sei, wie gut sie motiviert und ausgebildet seien. „Deshalb investieren wir sehr viel in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter.“ Für lebenslanges Lernen in der Freizeit gibt es in der Unternehmensgruppe das Klaus Fischer Bildungszentrum, das seit 2010 die Weiterbildungsmaßnahmen zusammenfasst. Es zählt bis heute 12.000 Anmeldungen für rund 800 Veranstaltungen. Damit nicht genug: 2015 wurde am Hauptsitz in Waldachtal das Fischer Fitness-Studio eröffnet, das Mitarbeitern und Pensionären an sieben Tagen in der Woche fast durchgehend kostenfrei zur Verfügung steht.

Zukunft ist jetzt

Prof. Klaus Fischer agiert in bestem Sinne vorausschauend („Wir denken in Generationen, nicht in Quartalszahlen“). Er ist einer, der zuvorderst nach der Zukunft fragt und dafür Ideen und Innovationen entwickelt, was Kunden und Geschäftspartner ebenso wie die eigene Belegschaft schätzen. Selbstverständlich hat er sein Unternehmen frühzeitig für die Zukunft aufgestellt. Die wichtigen Themen – Digitalisierung und E-Commerce – sind bei Fischer längst präsent. Hinzu kam im Frühjahr die Eröffnung des Fischer Innovations Campus‘ am Hauptsitz in Tumlingen. Dort sind einige der Start-ups untergebracht. Weitere dieser jungen Unternehmen werden hinzukommen. (sf)

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