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Schematische Darstellung der materialviskositätsbezogenen Einspritzregelung (Bild: Wittmann Battenfeld)

Präsentiert wird dies anhand einer vollelektrischen Ecopower 55/350, die mit den Software-Paketen HiQ-Flow, HiQ-Melt und HiQ-Metering ausgestattet ist. In die Unilog B8-Steuerung der Maschine sind der Wittmann Roboter W918 und sämtliche angeschlossene Peripheriegeräte als auch das MES-System TEMI+ via Wittmann 4.0 integriert. Auf der Unilog B8 kommt auch das elektronische Werkzeugdatenblatt zum Einsatz. Die mittels 4.0 Router vernetzte Produktionszelle kann somit prüfen, ob die angeschlossenen Peripheriegeräte für den vorgewählten Produktdatensatz ausreichend sind oder ob weiteres Equipment benötigt wird.

Fachvorträge und Vorführungen

Auf dem Messestand des Unternehmens werden anhand dieser Produktionszelle die HiQ-Funktionen in Form von Fachvorträgen und Vorführungen präsentiert. Mit der Ecopower 55/350 werden Wäscheklammern aus Polycarbonat mit einem 4-fach-Werkzeug von Lechner, Österreich, hergestellt. Anhand dieser vollintegrierten Produktionszelle können die Vorteile der Vernetzung via Wittmann 4.0 sowie des MES-Systems TEMI+ vermittelt werden. Das Produkt HiQ-Flow wird in einer Live-Demonstration den Einfluss von Materialviskositätsschwankungen ausregeln und somit stabile Spritzteilqualität gewährleisten und Ausschussteile vermeiden. Angussstangen und zur Vorführung bewusst hergestellte Schlechtteile werden zur Vermeidung von Kunststoffabfällen mit der neuen Mühle G-Max 9 regranuliert und in das angeschlossene 2-fach Saugfördergerät direkt in den Maschinentrichter rückgefördert.

Auf der K 2019 zeigt das Unternehmen seine Weiterentwicklung der Vertikalmaschine im Powerserien-Design in Mehrkomponentenausführung. Mit einer VPower 120/130H/210V wird mit einem 2+2-fach-Werkzeug ein Stecker für die Automobilindustrie aus PA und TPE hergestellt. Die komplette Automatisierung der Anlage wurde von Wittmann Battenfeld Deutschland in Nürnberg durch-geführt. Bei dieser Anwendung kommen ein Scara-Roboters und ein Wittmann Linear-Roboter WX142 zum Einsatz, die die Steckkontakte einlegen, die Vorspritzlinge umsetzen und die fertigen Teile entnehmen und ablegen.

Modifizierte Hochleistungsschnecke

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Werkzeug für Blutröhrchen: gezeigt auf einer Ecopower Xpress 160 in Medical-Ausführung (Bildquelle: Wittmann Battenfeld)

Eine weitere Neuvorstellung auf der diesjährigen K-Messe ist eine schnelllaufende Ecopower Xpress 160/1100+ in Medical-Ausführung. Auf dieser Maschine mit einer Schließkraft von 1600 kN werden mit einem 48-fach-Werkzeug der Firma Pass Card, Taiwan, Blutröhrchen aus PET hergestellt. Um den hohen Anforderungen an die Plastifizierung von PET gerecht zu werden, wurde die Maschine mit einer modifizierten Hochleistungsschnecke ausgestattet. Zusätzlich wurde zu diesem Zweck ein spezieller Trocknungstrichter über dem Spritzaggregat angebracht, in dem das Granulat mittels eines frequenzgeregelten Wittmann Trockners der Type Drymax 300 getrocknet wird. Die Röhrchen werden mit dem neuen Wittmann High-Speed-Roboter aus dem Werkzeug entnommen und in Transportbehältern abgelegt. Der Roboter steuert einen Kistenwechsler, der die vollen Behälter ausschleust und eine der gepufferten Leerbehälter für die unterbrechungsfreie Produktion der Röhrchen bereitstellt.

Eine weitere Anwendung im Bereich der Medizintechnik wird anhand einer für die Herstellung von Kleinst- und Mikroteilen konzipierten Maschine der Micropower-Serie in Reinraumausführung gezeigt. Mit einer Micropower 15/10 mit einer Schließkraft von 150 kN wird ein Mikro-Haltering für medizinische Miniaturschläuche mit einem 8-fach-Werkzeug von Wittner, Österreich, aus PC hergestellt. Das Bauteil weist ein Teilegewicht von nur 2 mg auf.

Lückenlose Teileprüfung

Die Maschine ist mit einem Drehteller, einem integrierten Wittmann Roboter W8VS2 sowie einer Kamera zur lückenlosen Teileprüfung ausgestattet. Die Teile werden nach der Entnahme und der Kameraprüfung kavitätengetrennt in Transportbehälter ausgeschleust. Eine Neuheit bei der Micropower ist die Weiterentwicklung des 2-stufigen Schneckenkolben Aggregats, mit dem nun auch Schussvolumen bis 6 cm3 verarbeitet werden können.

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Cellmould-Modul auf einer Macropower 1100 (Bildquelle: Wittmann Battenfeld)

Anhand eines Beispiels aus der Automobilindustrie demonstriert das Unternehmen auf der K 2019 seine Kompetenz im Bereich der Strukturschaumtechnologie Cellmould, das der Herstellung besonders leichter Teile, wie sie vor allem in der Automobilindustrie zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs beziehungsweise zur Erhöhung der Batteriereichweite benötigt werden, ermöglicht. Mit einer Macropower 1100/12800 mit energiesparendem Servoantrieb wird ein Sitzbankträger für einen deutschen Sportwagen aus PP mit einem 1-fach-Werkzeug von Frimo, Deutschland, hergestellt. Die Maschine ist mit der vom Unternehmen entwickelten und gebauten Stickstoff- und Druckerzeugungseinheit Sede ausgestattet. Der für die Technologie erforderliche Stickstoff wird dabei aus der Umgebungsluft gewonnen und auf den Arbeitsdruck von bis zu 330 bar verdichtet. Als Material wird ein für den Einsatz in Automobilanwendungen geeignetes PP von Borealis verwendet. Es handelt sich dabei um die Type ME225SY, die 25 Prozent Post-Consumer-Recycling-Material und 25 Prozent Talkum enthält. Mit dem Einsatz von Recyclingmaterial im PKW-Innenraum leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in der Automobilindustrie. Die Teile werden mit einem Wittmann Roboter WX152 entnommen und abgelegt.

Kontinuierliche Zustandsüberwachung

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Die Macropower 1100/12800 ist mit der vom Unternehmen entwickelten und gebauten Stickstoff- und Druckerzeugungseinheit Sede ausgestattet. (Bildquelle: Wittmann Battenfeld)

Auf dieser Maschine ist auch das CMS Condition Monitoring System des Unternehmens installiert, das eine kontinuierliche Zustandsüberwachung der wichtigsten Maschinenparameter gewährleistet. Der aktuelle Zustand der Macropower 1100 kann an einem direkt neben der Maschine angebrachten CMS-Info- und Leitstand abgelesen werden. Neben der Maschine befindet sich auch ein Airmould/Cellmould-Infostand, an dem die Besucher die Möglichkeit haben, sich im Detail über die angebotenen Verfahren zu informieren.

Eine zweite Anwendung für die Automobilindustrie wird anhand einer Maschine der servohydraulischen Smartpower-Reihe in XL-Ausführung vorgestellt. Mit einer Smartpower 240 XL wird ein Modul für den Dachhimmel eines PKWs mit funktioneller Oberfläche mit einem 1-fach-Werkzeug von Georg Kaufmann, Schweiz, hergestellt. Das Modul setzt sich aus einem mittig angebrachten Bedienbereich und seitlichen Leuchtbereichen zusammen. Bei der Herstellung des Moduls kommt das von Leonhard Kurz entwickelte IMD Varioform-Verfahren zum Einsatz. Bei diesem Verfahren wird eine partiell durchleuchtbare Dekorfolie mit einer Funktionsfolie mit aufgedruckter Sensorstruktur auf der Formteil-Innenseite kombiniert. Der Poly-TC-Sensor demonstriert die Touchbedienung von Licht-Schalt- und Dimmfunktionen sowie Einstellung des Farbtons der dahinterliegenden LED-Lichtquelle.

 

Halle/Stand    15/C06

 

 

ist Marketing-Managerin bei Wittmann Battenfeld, Kottingbrunn, Österreich.

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