Kunststoffgranulat auf einer Maschinensteuerung

Auf der Fakuma 2021 waren wieder zahlreiche Hersteller mit ihren Lösungen im Bereich der Peripherietechnik vertreten. Die Vernetzbarkeit und energieeffiziente Handhabung von Materialien lagen hier klar im Fokus. (Bild: Gerhard Seybert - stock.adobe.com)

Dosiergeräte steuern und dabei Geräte anderer Hersteller miteinbeziehen

Maguire, Hersteller von Peripherietechnik aus Aston, USA, hatte beispielsweise den Weigh Scale Blender im Gepäck. Die Ausprägungen sind hier vielfältig: vom kleinsten Mikro-Dosiergerät mit einem Durchsatz von 45 kg/h bis zum größten Maxi-Chargen-Dosiergerät mit einem Durchsatz von gut 5.000 kg/h. Bis zu 12 verschiedene Komponenten lassen sich auf den Geräten verarbeiten. Insgesamt 120 verschiedene Modelle sind konfigurierbar. Mit der Bediensoftware lassen sich auch Peripheriegeräte anderer Hersteller steuern.

So entzieht Vakuum dem Granulat die Restfeuchte

Bevor das Material auf die Maschinen beschickt werden kann, muss die Restfeuchte entzogen werden. Die Ultra-Trockner des US-Unternehmens setzen hierzu auf das eigene, patentierte Vakuumdesign. Statt durch trockene Luft wird das Material mittels Vakuum getrocknet. Eingesetzt wird hier eine Niedrigenergie-Venturidüse, die ein hohes Vakuum auf dem erhitzten Material erzeugt. Der dadurch entstehende Druck- und Temperaturunterschied setzt die Feuchtigkeit aus dem Material frei. So dauert der Trocknungsprozess laut Hersteller im besten Fall weniger als eine Stunde. Die Temperatur wird durch die Energiesparkontrolle im Heiztrichter (ESL) automatisch reguliert. Durch aktive Überwachung des Vakuumprozesses und des Materialgewichts in der Vakuumkammer trocknet das System nur, was erforderlich ist. Zudem wird das Gewicht im Materialvorratstrichter überwacht, sodass neues Material nur dann freigegeben wird, wenn es durch den Prozess angefordert wird.

Die Bedienoberfläche eines Maguire-Dosierers visualisiert auch kleinste Materialmengen.
Ein Beispiel vernetzter Peripherie: Dem Hersteller Maguire ist es mit seiner Benutzeroberfläche auf seinen Dosiergeräten möglich, selbst kleinste Materialmengen zu visualisieren. (Bild: Maguire)

Hier steht die Vernetzbarkeit samt Energieeffizienz im Mittelpunkt

Gravicolor 110 von Motan: mit Intelli-Blend-Analysefunktion, speziell für Spritzgieß-, Blasform- und Extrusionsanwendungen.
Gravicolor 110 von Motan: mit Intelli-Blend-Analysefunktion, speziell für Spritzgieß-, Blasform- und Extrusionsanwendungen. (Bild: Redaktion)

Ein weiterer Peripherielieferant, Motan Colortronic, Friedrichsdorf, zeigte unter anderem den neuen Luxor SG 50 Trockenlufttrockner. Es ist das erste mobile Gerät aus der neuen Produktreihe. Mit einer Trockenluftkapazität von 50 m³/h ist dieser an einen einzelnen Trocknungsbehälter mit 150 l Fassungsvermögen angeschlossen. Der Trockner arbeitet auch hier besonders energieeffizient. Eine Taupunktanzeige und die Ecoprotect-Materialschutzfunktion sind mit an Bord.

Mit dem Minicolor SG V haben die Friedrichsdorfer eine neue Reihe an volumetrischen Dosier- und Mischgeräten im hauseigenen Portfolio. Das Gerät selbst ist besonders platzsparend ausgelegt und eignet sich dabei sowohl für Spritzgießanwendungen als auch für den Extrusionsbetrieb. Die Dosiergeschwindigkeit wird automatisch geregelt. Der Moisture Minder hingegen ist ein System zur kontinuierlichen Bestimmung des Restfeuchtegehalts des Granulats. Es lässt sich direkt unter dem Trockentrichter montieren. So werden auftretende Störungen im Trocknungsprozess im Sinne des Prozessmonitorings detektiert.

Eine weitere Messeneuheit stellte auch das gravimetrische Chargendosier- und Mischgerät Gravicolor 110 dar. Speziell für das Spritzgießen, Blasformen und die Extrusion ausgelegt, können damit bis zu vier verschiedene Materialsorten gemischt werden. Dosiert wird mittels Vertikalschieber. Die variable Schieberöffnung sorgt dafür, dass bei Rezeptur- oder Materialänderung der Materialbehälter weiterverwendet werden kann. Die Intelli-Blend-Analysefunktion dokumentiert und erfasst Rezepturen, Materialien und Einsatzumgebungen.

Trockenlufttrockner Eko-N ist nun noch energieeffizienter

Mobil unterwegs: Der Granulattrockner KKT von Koch-Technik.
Mobil unterwegs: Der Granulattrockner KKT von Koch-Technik. (Bild: Koch-Technik)

Unter den bekannten Peripherieherstellern fand sich auch Koch-Technik, Ispringen, wie gewohnt am Bodensee ein.  Zu sehen gab es auch hier reichlich. Beim Trockenlufttrockner Eko-N, der bereits auf der K 2019 Prämiere feierte, wurde weiter an der Energieeffizienzschraube gedreht. In Verbindung mit der Koch-Öko-Anlagensteuerung lassen sich nun bis zu 50 % Energie einsparen. Um möglichst flexibel in der Fertigung zu sein, gibt es nun die mobilen Granulattrockner vom Typ KKT. Sie warten mit einer neuen Touch-Steuerung auf. Dazu gesellen sich größere Farbdisplays, eine Schnittstellenanbindung via OPC-UA sowie die Möglichkeit der Einbindung in die Koch-Visualisierungs-Software.

Für gravimetrische Dosier- und Mischeinheiten vom Typ Graviko präsentierte das Unternehmen aus dem Nordschwarzwald das MCGT Steuergerät. Der Vorteil: Die Geräte lassen sich nun ebenfalls via OPC-UA-Kommunikationsstandard in vernetzte Produktionsabläufe integrieren. Die Steuerung ermittelt sämtliche Prozessparameter vollautomatisch, wodurch ein kontinuierliches gleichmäßiges Dosierergebnis gewährleistet wird.

Mit "Qip" CO2-Emissionen und Energie einsparen

Und was gab’s Neues bei Wenz Kunststoff? Der Peripheriespezialist aus Lüdenscheid präsentierte im Bereich der zentralen Materialversorgung die Trocknungs-, Dosier- und Mischtechnik „Qip“. Die Beistell-, Aufsatz- und Zentraltrockner sind dabei besonders energieeffizient. Bis zu 90 % CO2-Emissionen und Energieeinsparungen sind laut Hersteller möglich. Von 1,5 l bis 3.700 l: im Lieferprogramm enthalten sind sowohl Kleinstmengen-, Beistell-, Aufsatz- und Zentraltrockner.

Dass es nicht immer RFID-Chips sein müssen, bewies das Unternehmen mit ihrem codierten Kupplungsbahnhof. Hier wird auf eine Eigenentwicklung gesetzt: elektrische Impulstechnik. Wird ein Kupplungsstück entfernt, schließen daraufhin die fest verbundenen Stopfen. Wird eine Materialleitung in Form eines Kupplungsstücks falsch aufgesetzt, wird kein Material gefördert. Die Codierung ist dabei an allen am Markt erhältlichen Systemen nachrüst- und erweiterbar.

Zahlreiche Lösungen für den kunststoffverarbeitenden Betrieb gab es auf dem Messestand von Wenz Kunststoff zu sehen.
Zahlreiche Lösungen für den kunststoffverarbeitenden Betrieb gab es auf dem Messestand von Wenz Kunststoff zu sehen. (Bild: Redaktion)

Wittmann erweitert seine Drucklufttrockner

Flexibler Allrounder von Wittmann: Hier ist ein Gerät vom Typ Card Primus 20 abgebildet.
Flexibler Allrounder von Wittmann: Hier ist ein Gerät vom Typ Card Primus 20 abgebildet. (Bild: Wittmann)

Neuzugänge hat auch die Card-Serie an Drucklufttrocknern der Wittmann Gruppe zu verzeichnen, die auf der Messe neben Spritzgießmaschine, Linearroboter und Co. zu sehen waren. Die Geräte vom Typ Card Primus mit den Endungen 10 und 20 bieten neben dem eigentlichen Drucklufttrockner auch jeweils ein Vacujet-Fördergerät mit Förderschlauch und Sauglanze. Für Temperaturen bis 200 °C verfügen sie über Trocknungssilos mit 10 oder 20 l Fassungsvermögen. Auch hier lassen sich Daten via USB oder OPC-UA-Schnittstelle exportieren. Zu den Features gehört eine integrierte Wochenzeitschaltuhr, die das Gerät nach Bedarf zuschaltet. Die Druckluftmenge wird automatisch reguliert. Gleiches gilt für die Trocknungstemperatur. Wird über längere Zeit kein Material gefördert, reduziert das System zum Schutz des Materials den Energieverbrauch. Direkt am Maschineneinzug montierbar lassen sich die Geräte mittels Klauenflansch in eine Park- oder Entleerposition schieben. Schnellwechsel­adapter ermöglichen das flexible Umsetzen.

So wird auch Flüssigfarbe sauber dosiert

Schnelle und saubere Farbwechsel: Damit wirbt HNP Mikrosysteme, Schwerin, mit seinem Dosiersystem Colordos. In Aktion wurde das kompakte Dosiergerät am HNPM-Messestand in Verbindung mit einer Spritzgießmaschine Typ Arburg Allrounder gezeigt. Hierbei wurden Spielzeugkreisel mit einem Schussgewicht von 12,5 g mit Flüssigfarbe von Rowasol (0,5 % Farbzusatz) eingefärbt. Oberhalb der Förderschnecke installiert, dosiert das System mithilfe einer integrierten Mikrozahnringpumpe die Flüssigfarbe direkt in den Granulatstrom.

HNP Mikrosysteme demonstrierte sein kompaktes Farbdosiergerät Colordos auf einer Arburg-Spritzgießmaschine.
HNP Mikrosysteme demonstrierte sein kompaktes Farbdosiergerät Colordos auf einer Arburg-Spritzgießmaschine. (Bild: HNP Mikrosysteme)

Wider Schadstoffen und Gerüchen

Das Desodorierungssystem Easypure von Piovan, gekoppelt an einen Granulattrockner.
Das Desodorierungssystem Easypure von Piovan, gekoppelt an einen Granulattrockner. (Bild: Piovan)

Die Piovan Group, Santa Maria di sala, Italien, arbeitet an Technologien, um den Einsatz von Recyclingmaterialien zu erhöhen. Auf der Fakuma zeigte das Unternehmen mit Condenso eine Anlage zum Abscheiden problematischer Kondensate während des Trocknens von Kunststoffgranulaten oder auch PET-Flakes. Eingesetzt wird dafür die sogenannte Puretech-Technologie, bei der die Luft nach dem Kondensationsprozess einen Aktivkohlefilter durchläuft. So werden kritische, flüchtige organische Substanzen (VOC) herausgefiltert. Diese Substanzen erzeugen aber auch unangenehme Gerüche. Um diese während des Recyclingprozesses aus PCR-Kunststoffen zu entfernen, wird ein sogenanntes Desodorierungssystem mit Namen Easypure verwendet. Verpackungen aus PP oder PET absorbieren Gerüche der darin verpackten Güter. Durch Waschgänge im Recyclingprozess werden diese, in der Polymermatrix migrierten Substanzen, jedoch nicht immer vollständig entfernt. Gerüche sind die Folge. Auch wird mit Easypure das „Fogging“, also das Freisetzen von flüchtigen Substanzen aus Neuware oder recycelten Kunststoffen stärker unterbunden.

Material auf noch kleinerem Raum fördern

Morettos Minitrockner Dry air mit OTX-Trichter und Touch-Display.
Morettos Minitrockner Dry air mit OTX-Trichter und Touch-Display. (Bild: Moretto)

Einen ganzen Blumenstrauß an Produkten hatte auch Moretto, Massanzago, Italien, zur Messe dabei. Etwa die neugestalteten Fördergeräte der Baureihe Compact, die nun gut 30 % kleiner sind als vergleichbare Geräte auf dem Markt. Neu ist hier eine Variante mit einem Fassungsvermögen von 500 cm³ und 30 kg/h Durchsatz. Bei den Trocknern ist der Minitrockner Dry Air noch fast taufrisch. Ein OTX-Trichter, eine einfache Touch-Bedieneinheit und adaptiver Luftfluss ergänzen die Geräte. Sie eignen sich für optische Anwendungen im technischen Spritzguß. Daneben war auch der Mini-Trockner X Comb zu sehen, ausgelegt für Kleinstmengen an technischen Polymeren. Neu ist auch das MPK-System, eingesetzt bei der Kristallisation von amorphem Material. Wie üblich, sind alle Geräte, über das hauseigene Mowis-System steuerbar.

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