Im Vereinigten Königreich, welches ja bald seinen scheinbar innigsten Wunsch erfüllt bekommen könnte, endlich aus der EU herauszupurzeln und hart aufzuschlagen, wurden im letzten Jahr Kunststoffwaren im Wert von 19,2 Milliarden Euro produziert, -1,7 Prozent weniger als im Vorjahr, ein weiterer Rückgang, muß man hinzufügen. Das Minus hängt allerdings zu einem geringen Anteil auch mit dem fallenden Pfundkurs zusammen und wird daher ein wenig überzeichnet. Aber auch der kommende Brexit macht sich zunehmend bemerkbar und verhindert wirkliches Wachstum. Es gehört nicht viel Prophetie dazu, weitere Rückgänge für die kommenden Jahre vorherzusagen. Die Produktionsstruktur ist an sich ausgeglichener als in anderen Ländern, was aber nur scheinbar positiv ist. Im Grunde dominieren konsumnahe Bereiche die Produktion (Baubedarfsartikel, Verpackungsmittel, Konsumwaren), während Technische Teile vergleichsweise geringe Bedeutung haben, entsprechend der weitgehenden De-Industrialisierung des Landes in den vergangen Jahrzehnten, die sich nachdem Brexit vermutlich verschärft fortsetzen und die Hoffnungen der Brexit-Befürworter enttäuschen wird. Die Aussichten für die britischen Verarbeiter sind angesichts des bevorstehenden Brexits definitiv nicht allzu gut.