Kleine bunte Kunststoffrezyklate.

In einem gemeinsamen Projekt haben sich Plastship und das SKZ zum Ziel gesetzt, den flächendeckenden Einsatz von Kunststoffrezyklaten zu fördern und gleichzeitig die Sicherheit für Anwender zu erhöhen. (Bild: digitalstock – stock.adobe.com)

Große Herausforderungen liegen vor der Kunststoffbranche, wenn die angestrebten Ziele und Anforderungen beim Wiedereinsatz von Kunststoffrezyklaten auch tatsächlich umgesetzt werden sollen. So wollen die EU-Kommission und die eigens gegründete Circular Plastic Alliance, eine Allianz aus Industrie und Behörden, die Menge wieder eingesetzten Rezyklats bis 2025 auf 10 Mio. t erhöhen. Außerdem kann die Branche mit Rezyklateinsatzquoten rechnen, welche die Unternehmen verpflichten werden, Rezyklate zu verwenden.

Kunststoffrecycling: Der große Überblick

Mann mit Kreislaufsymbol auf dem T-Shirt
(Bild: Bits and Splits - stock.adobe.com)

Sie wollen alles zum Thema Kunststoffrecycling wissen? Klar ist, Nachhaltigkeit hört nicht beim eigentlichen Produkt auf: Es gilt Produkte entsprechend ihrer Materialausprägung wiederzuverwerten und Kreisläufe zu schließen. Doch welche Verfahren beim Recycling von Kunststoffen sind überhaupt im Einsatz? Gibt es Grenzen bei der Wiederverwertung? Und was ist eigentlich Down- und Upcycling? Alles was man dazu wissen sollte, erfahren Sie hier.

Wegbereiter für erfolgreiche Kreislaufwirtschaft

Grundlegend steht jedoch für jeden kunststoffverarbeitenden Betrieb die Frage im Raum, welches Material ist am Ende tatsächlich verwendbar und garantiert gleichzeitig reibungslose Produktionsabläufe und eine gesicherte Produktqualität. Hinzu kommt die Verfügbarkeit, die natürlich auch langfristig gegeben sein muss, wenn eine Umstellung auf Sekundärrohstoffe auch nachhaltig gelingen soll. Aus diesem Grund startet das Netzwerk für recycelte Kunststoffe und Kunststoffrecycling Plastship in Zusammenarbeit mit dem Kunststoff-Zentrum SKZ das Projekt „Smakurez“. Dieses soll den flächendeckenden Einsatz von Kunststoffrezyklaten fördern und so die Sicherheit für Anwender erhöhen. Das Vorhaben hat das Ziel, ein Produkt-Service-System zu entwickeln, das den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen berücksichtigt, die Anwendung von Kunststoffrezyklaten erheblich vereinfacht und anwendungsbezogene Rezyklat-Qualitäten beziehungsweise Anwendungsklassen definiert. „Wir sehen großen Bedarf für die Qualitätssicherung beim Einsatz von Sekundärkunststoffen. Das Projekt Smakurez trifft aus unserer Sicht das bestehende Kernproblem und ist für die Branche als Wegbereiter geeignet, um die Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft schneller zu schaffen“, sagt Prof. Dr. Martin Bastian, Institutsdirektor des SKZ. Andreas Bastian, Geschäftsführer von Plastship ergänzt: „Über Smakurez und die damit verbundene Verknüpfung von Anforderungsprofilen mit qualitätsgesicherten Rezyklaten greifen wir die zentralen Herausforderungen beim Rezyklateinsatz auf und erhöhen die Sicherheit bei der fortlaufenden Verwendung von recycelten Kunststoffen in der Produktion.“

Schaubild von der Analyse bis zum Best Practice.
Von der Analyse bis zum finalen Best Practice. (Bild: Plastship)

Rezyklate als sichere Alternative

Das Service-System Smakurez soll es Kunststoffverarbeitern ermöglichen, Primärkunststoffe durch Rezyklate zu ersetzen und mehr Rezyklate sicher einsetzen zu können. Unternehmen, die bisher Neuware für bestimmte Produkte und Herstellungsprozesse verwenden, sollen passende Rezyklatmischungen und Prozessparameter sowie hilfreiche Analysen erhalten. Hierdurch sollen kunststoffverarbeitende Unternehmen befähigt werden, ihre Fertigung von Primärkunststoffen auf Mischungen mit einem definierten Rezyklatgehalt beziehungsweise komplett auf Rezyklate umzustellen. Rezyklathersteller können ihre Materialien über Smakurez qualifizieren lassen und erhalten eine Auswertung zu möglichen Produkten, in denen die getestete Qualität einsetzbar ist, sowie Ansätze zur Weiterentwicklung der Rezyklatrezeptur. Als Schwerpunkt des Vorhabens werden sogenannte „Best Practices“ entwickelt. Diese dokumentieren pro Anwendungsprofil alle Voraussetzungen für den Rezyklateinsatz, beispielsweise zugelassene Abfallströme, Prozessschritte in der Umarbeitung, Technische Parameter zum Material, Anforderungen an die Qualitätssicherung und die fortlaufende Nachweisführung. Über das zu entwickelnde Rezyklat-Service-System können die einzelnen Best-Practice-Qualitäten dann gezielt gefunden und in entsprechenden Mengen angefragt werden. Der Nutzen von Smakurez liegt dann anwendungsseitig insbesondere darin, dass Kunststoffverarbeiter eine höhere Sicherheit beim Einsatz einzelner Rezyklate haben.

Weitere Information zu „Smakurez“

Das Projekt Smakurez – Entwicklung eines smarten Kunststoffrezyklat-Produkt-Service-Systems mit zertifizierten „Best Practices“ zur Erhöhung des Anteils der tatsächlich wiederverwerteten Post-Consumer-Kunststoffrezyklate (FKZ 033R370) – wird finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und lief zunächst vom 1. September 2021 bis 31. Mai 2022. Eine Weiterführung im Rahmen eines Förderprojekts ist in einer erheblich erweiterten Umsetzungsphase geplant.

Aktuell finden Pilotprojekte mit sechs Firmen aus verschiedenen Anwendungsbereichen – Verpackung, Bau, Automotive – statt, um erste Best Practices zu generieren. Die teilnehmenden Unternehmen profitieren unmittelbar durch die direkte Qualifizierung von Sekundärkunststoffen für ihre Einsatzzwecke. Gemeinsam werden für einzelne Anwendungen dezidierte Anforderungen an die Materialien identifiziert. Hiernach werden Muster bezogen und durch Qualifizierungstests auf ihre Eignung geprüft. Durch Verwendung in der Produktion der Teilnehmer wird dann sichergestellt, dass die Rezyklate, die die Best Practices erfüllen, tatsächlich einsatzfähig sind. Das Projekt wird unter anderem durch den Kunststoffrohrverband (KRV) und die Industrievereinigung Kunststoffverpackung (IK) unterstützt. „Wir begrüßen und unterstützen jede Initiative, die zur Verbesserung der Kreislaufwirtschaft führt. So ist auch die Einführung des Rezyklat-Service-Systems Smakurez ein wichtiger Schritt für die Kunststoffrohr-Industrie, dass passgenau geeignete Kunststoffrezyklate bereitgestellt werden“, erklärt Markus Hartmann, Geschäftsführer des KRV.

Quelle: SKZ

Sie möchten gerne weiterlesen?

Registrieren Sie sich jetzt kostenlos:

Bleiben Sie stets zu allen wichtigen Themen und Trends informiert.
Das Passwort muss mindestens acht Zeichen lang sein.

Ich habe die AGB, die Hinweise zum Widerrufsrecht und zum Datenschutz gelesen und akzeptiere diese.

Mit der Registrierung akzeptiere ich die Nutzungsbedingungen der Portale im Industrie-Medien-Netzwerks. Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Sie sind bereits registriert?

Unternehmen

SKZ KFE gGmbH Kunststoff Forschung und Entwicklung

Friedrich-Bergius-Ring 22
97082 Würzburg
Germany

plastship GmbH

Auf der Lind 10
65529 Waldems
Germany